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Der Klimawandel ist 80m tief und 60km2 weit

In der Lausitz verloren in den vergangenen 80 Jahren mehr als 30.000 Menschen ihre Heimat, weil sie einem Tagebau weichen mussten. 136 Orte verschwanden ganz oder teilweise von der Landkarte. (via Klimacamp Lausitz)

Rund um Cottbus, ca. 120km südlich von Berlin, räumt der Energiekonzern Vattenfall Wälder, Seen und Menschen für den Braunkohlebergbau ab. Rund 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr blasen die anliegenden Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe in die Luft – die klimaschädlichste Energieform überhaupt. Ich war gestern auf einer kleinen Exkursion mit Aktivisten vor Ort. Hier ein Video direkt vom riesigen, 60km2 reichenden Tagebaugebiet in Jänschwalde:

Wer die Energiewende will, müsste auch konsequent aus der Kohleverstromung aussteigen. Tatsächlich gibt es kein zweites Land auf der Welt, das mehr Braunkohle fördert und verbrennt als Deutschland! Mehr als 1 Milliarde Tonnen Kohle steht in den bereits aktiven Tagebauen in Brandenburg und Sachsen noch zur Verfügung. Doch ohne Rücksicht auf Klima und Natur will Vattenfall noch weitergraben und die Dinosaurierenergie ins Jahr 2050 retten. Rund 3000 Menschen wären betroffen, wenn allein die laufenden Planverfahren Realität würden.

Die Gemeinde Kerkwitz etwa liegt im geplanten Abbaugebiet, mehrere hundert Menschen müssten den Baggern weichen. Vattenfall kann sich auf ein Bergbaurecht aus der Nazizeit stützen, das die Ressourcen für das Gemeinwohl vor das Recht auf Privateigentum stellt. Wer einer Entschädigung durch den Konzern nicht zustimmt, wird schließlich nach deutschem Recht enteignet.

Dabei ist Energie aus Braunkohle weder künftig notwendig noch gut für das Gemeinwohl. Vor Ort sind die Menschen durch den aufgewirbelten Feinstaub und die Verockerung der Spree gebeutelt, da Sulfat und Eisen aus dem Bergbau ausschwemmen. Um die 80m tiefliegenden Kohleflöze abzugraben muss außerdem ständig das Grundwasser künstlich abgesenkt werden – mehr als 200 Mio. Kubikmeter pro Jahr werden abgepumpt und belasten noch in kilometerweiter Entfernung die Natur.

Hier fahren wir in den Ort Atterwasch ein bis zum See – alles, was im Video zu sehen ist, wäre künftig Abbaugebiet und Kohle-Mondlandschaft:

Obwohl er aus dem kirchlichen Umfeld stammt und die einer der ersten Mitglieder der Grünen Liga Cottbus war mitgegründet hat, steht Brandenburgs Minister Matthias Platzeck (SPD) stramm hinter der Kohle (Platzeck hat inzwischen seinen Rücktritt verkündet). Während Vattenfall auf Werbetafeln „sichere Arbeitsplätze und Energie“ propagiert und sich für die zügige Renaturierung lobt, hängen in den Dörfen Protesplakate aus (s.a. mein Fotoalbum auf flickr). Wie schon zu DDR-Zeiten sind die Kirchen Orte des Widerstands:

Mit einem kleinen Team von Klimakämpfern aus Berlin plane ich derzeit eine Aktion gegen diese Zustände. Was lässt sich jetzt schon tun?

  • Vor Ort organisiert u.a. die Grüne Liga den Protest und freut sich über Spenden.
  • Aktivisten vor Ort kämpfen jetzt um Unterschriften gegen neue Tagebaue – hier mitzeichnen: www.kein-weiteres-dorf.de
  • Wer es nicht vor Ort schafft, kann sich mit dieser fantastischen Website von Greenpeace ein Bild machen und durch die Orte zoomen.
  • Die klima-allianz ist als bundesweiter Verbund erste Anlaufstelle und hat erst im April durch eine Studie des DIW nachgewiesen, das neue Tagebaue „unwirtschaftlich, überflüssig und umweltschädlich“ sind

Danke Katie für´s Mitkommen sowie Christian, René und Falk für´s Rumführen und Informieren!

18 Schafe retten

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Hallo aus der Heimat. Im „Mindener Tageblatt“ wird berichtet, das 18 verwilderte Kamerunschafe und Muffelwild derzeit in Porta Westfalica-Lohfeld die Bevölkerung auf Trab halten. Die Herde ist angewachsen und es besteht die Gefahr, dass die Tiere zum Abschuss freigegeben werden. Wenn sich nicht bis Ende Januar ein Schäfer findet (danach wäre erstmal wieder Jagd-Schonfrist). Fragt sich also: Wer kennt wen, der die Tiere – oder einen Teil davon – aufnehmen kann?

Kontakt: Detlef Brand, Ordnungsamt Porta Westfalica, 0571 791 254, detlef.brand@portawestfalica.de

5 Berliner Web-Start-ups, in die man jetzt dringend ein paar Millionen pumpen sollte

Reich und sexy geht wieder in Berlin. Als neues Silicon Valley wird man gefeiert, internationale Business Angels stopfen eifrig ihr gewagtes Kapital in mehr oder minder sinnvolle Unternehmungen, „so erhielt beispielsweise der (bereits zweite, Anm. d. Red.) Airbnb-Klon Wimdu eine Rekordsumme von 90 Millionen US-Dollar“ (Blog Gründerszene). Als Kommentar zu diesem Durcheinander präsentieren wir fünf hypothetische Start-ups, die garantiert ihr Geld wert sind:

Notforget
Das Rad, die Rechnung, die Oma – ständig vergisst man irgendwas. Ein Klick auf die mobile App geolokalisiert den erinnernswerten Gegenstand. Und wenn dann – wie immer – rund 24h später (also zu spät) die Erkenntnis kommt „da war doch noch was…“, dann erinnert einen „Notforget“ nicht nur an das Wo, sondern zur Sicherheit auch an das Was man vergessen hat.

Omen.
Misst über den Smartphone-Spracheingang die Länge, Lautstärke und Tonhöhe von Blähungen und sondert sogleich einen hilfreichen Ernährungstipp dagegen aus.

Pixxelcat
Verpixelt im Prinzip jedes Tierfoto zu einem bunten Würfelhaufen, klebt automatisch die URL „pixxelc.at“ mit dran und sendet das Ganze ungefragt an sämtliche versyncte Social-Media-Accounts des Nutzer. Meganützlich. Pixxelcat hat auch eine Facebook-Fanpage!

FixMyFriends
Quasi die Umkehrschluss-App zu „Notforget“: All die Deppen, die obige Anwendung nötig haben, sind mit #fmf im Auge zu behalten. Blendet in flackerndem Rot die Tage ein, seit denen Person X das ausgeliehene Buch nicht zurück gegeben hat oder Person Y noch Geld schuldet (mit automat. Zinsaufschlag). Summiert auch die Minuten des ewigen Zuspätkommers und rechnet demjenigen am Monatsende je einen Euro per Telefonrechnung ab, rüber auf´s eigene Konto. Hey, das ist echt ganz gut…

Closr
Wenn Sie das hier lesen, sollten sie spätestens die Millionen locker machen, weil das ist jetzt echt der Knaller: Closr wird in der Kneipe oder Disco angeworfen und legt ein Wärmebild über die Location. Dort erscheint der Flirtfaktor der anderen User in blauer (vergeben), orangener (vergeben, aber machbar) oder roter (nimm mich!) Farbe. Durch Verknüpfung mit Facebook kann man vorab noch ein paar Fotos bei Tageslicht gegenchecken. Und dann ran!

Credits: Das Team World Rocket Capital, Maike G. feat. Nest

Liebe Piraten:

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Ihr kennt euch doch so doll aus im Internet. Dann kümmert euch doch mal darum, den wahren Kontext, das gesamte Interview, die Zusammenhänge zu recherchieren. Nur Open Data Totaltransparenz reicht nicht, man muss Inhalte auch gedanklich umsetzen können. Es gibt nichts zu entschuldigen, weil es eben… NICHTS gibt. Euer Wahlkampf ist toll, eure 5, 7 oder 10 oder 12 Prozent sind toll, das spricht euch kein Grüner ab.

Reibt euch bitte an anderen Parteien auf, die weniger inhaltliche Schnittmengen mit euch haben. Ihr wollt eine andere Stadt, Grüne wollen eine andere Stadt. Gegen die festgefahrenen Kräfte sollte man mobilisieren.