Archiv der Kategorie: Gründen

Please kickstart a friend!

UPDATE: Yeah, es ist geschafft! Danke an alle, die vielleicht über diesen Artikel mitgespendet haben – Crowdfunding rulez!

Es ist zunächst mal schlichtweg eine Freude wie locker das Spenden über Amazon funktioniert und wie swift und angenehm die Funktionen, Klarheit und Design bei Kickstarter sofort wirken. Für einen Freund, der per E-Mail um Spenden bat, zücke ich umso leichter die digitale Geldbörse. Tut es mir bitte nach:

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Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: „Was macht ihr eigentlich genau?“ dicht gefolgt von „Und womit verdient ihr euer Geld?“. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

Wilde Woche mit Workshop

Eine Woche, drei Events, jetzt glücklich aus dem Bett bloggend.

Jedes einzelne verdient mehr Aufmerksamkeit, als ich es hier jetzt nur kurz anreißen kann/will:

  1. Palomar5 Summit: Nach sechs Wochen Zusammenarbeit präsentierte ein Team von 30 Menschen U30 ihre Ergebnisse zum Thema „Zukunft der Arbeit“. Die Präsentationen hatten Höhen und Tiefen, manche Idee habe ich im Netz schon mal in besser gesehen. Bottom-line: It’s not the future, it’s the friendship, stupid. Man sah eine zusammengewachsene Kreativkommune mit spannenden, intelligenten, überzeugenden Charakteren, nur noch keine Ergebnisse im eigentlichen Sinne. Tolle Gespräche mit den Teilnehmern nach dem offiziellen Ablauf. Fortsetzung folgt hoffentlich. Den Damen und Herren jetzt erstmal angenehme Entspannung nach harter Arbeit am und im Camp!
  2. F*!

  3. Utopia Konferenz: Man hatte sie schon fast wieder vergessen, rumgemeckert am Redesign, von Rausschmissen gehört. Gründerin Claudia Langer legte zu Beginn der Konferenz überraschend alle Karten auf den Tisch und sprach von harten Zeiten. Utopia offline erwies sich mal wieder als wertvoll. Eine tolle Veranstaltung mit spannenden Speakern wie Harald Welzer und Morten Lund (Bild oben), die wir auch interviewen durften. Alte Bekannte und freundliche neue Gesichter getroffen, aber selbst in den verlängerten Pausen kaum Zeit für konzentrierten Austausch. Gefühl der Überinformation setzte schon hier ein, trotz konkreter Roadmap am Ende der Konferenz das Gefühl: Einfach mal machen, einfach mal wieder vor den Rechner klemmen und Aktionen statt Diskussionen. Üppiger Goodiebag. Danke dafür, die nachhaltige (hochklassige) Szene auch in (eigenen) Krisenzeiten zusammen zu bringen.
  4. Re:think the Climate: Unser eigener Workshop unter Anleitung der Kollegen von Ingosu. Mit der Methode des Design Thinking wollten wir der komplexen Klimathematik auf den Pelz rücken. Im ersten Teil (Infos reinziehen) nicht viel Neues, wenn man eingelesen ist. Dann sehr leidenschaftliche Gespräche in meiner Gruppe, tolles Brainstorming. Erst beim Abendessen mitbekommen, das andere Gruppen wohl zäher abliefen. Menschenzoo eben. Selbst rumcatern und denken strengt an. Wünsche mir eine Woche Urlaub, aber es geht Volldampf gen Kopenhagen, für mich von Berlin aus.

Lieblings-Outtake vom Workshop: Die Klu-Klux-Klima-Bürgerwehr…

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Hier noch mehr Bilder.

<a href=“http://www.flickr.com/photos/daniel_dropping/4138996158/&#8220; title=“F*! von daniel_dropping bei Flickr“><img src=“http://farm3.static.flickr.com/2625/4138996158_7ec6edaca7.jpg&#8220; width=“500″ height=“281″ alt=“F*!“ /></a>

Icke & Er & McK

Für unsere junge Agentur nest geht es derzeit mit Riesenschritten weiter. Fast jede Woche geht ein neues Angebot an spannende, potentielle Kunden raus. Natürlich darben wir noch ein bisschen, da Anlaufkosten für (recht hochpreisige) Ökovisitenkarten, den Notar, Einlagen & Co. erste Gelder auffressen. Wir lernen dabei an jedem Kunden, feilen an jedem Konzept neu, versuchen aber eben auch Module zu standardisieren und unser Wissen zu strukturieren, um schneller weiterhin günstige Leistungen anzubieten und dabei eben auch auf unsere Kosten zu kommen. Wir lernen uns ja sogar selbst noch kennen – Sandra baut für mich in jede neue Vorstellungsrunde ein weiteres Detail aus ihrer High-Potential-Vergangenheit ein (tja, schön war die Zeit ;-).

icke und ole und mck

Ein Highlight in den letzten Tagen war sicherlich der Workshop mit Elisabeth, Verena und Michael von Teach First. TF steckt Top-Studenten nach mehrmonatiger Ausbildung an Problemschulen, wo sie für zwei Jahre als Fellows die Lehrerschaft unterstützen (man verzeihe mir die wahrscheinlich oberflächliche Einführung). Ole und ich (bzw. Icke & Er) hatten bei TF unseren ersten offiziellen Auftritt und echt großen Spaß dabei (und die TF’s auch, denke ich). Nun bekamen wir in Form einer Strategieberatung unseren Return on Social Web Investment. Michael, Gründer von TF und heute wieder full-time Berater bei McKinsey, leitete uns durch den Samstagnachmittag. Portfolio schärfen, Mission konkretisieren, Kapazitäten planen – wir konnten aus Begeisterungsgründen und reichlich Redebedarf kaum 50 Prozent unserer geplanten Agenda durchziehen, freuen uns aber schon jetzt auf Fortsetzung. Ole, der noch bis September an seiner Magisterarbeit in Hamburg feilt, dann endlich ins HQ nach Berlin stößt, war standesgemäß per Skype zugeschaltet.

An dieser Stelle schon mal danke an TF und alle anderen Supporter, jeder Kommentar auf facebook macht uns ein bisschen stolzer und zuversichtlicher, Teil einer wachsenden, ökosozialen Bewegung zu sein (*räusper*).

Yours,

dkomm, GF i.G.

Das nest, das Klima, die Lage

Bericht aus der Gründerküche: Mit unserer jüngst gestarteten Agentur nest geht es gut voran. Wir twittern, bloggen und beraten bereits fleißig für unsere ersten Kunden. Sind froh über eine wachsende Partnerschaft mit newthinking. Tanzen auf vielen Hochzeiten und müssen noch in tausend Dingen besser werden, aber haben definitiv einen schwungvollen Start hingelegt. Übergeordnetes Ziel ist Kopenhagen, wo im Dezember das Klima verhandelt wird und damit nicht weniger als die Zukunft des Planeten. Wir werden mit unseren Mitteln versuchen, die vielen guten Klima-Kampagnen per Open-Source-Strategie näher zusammen zu bringen, ohne dabei das Funktionieren unseres eigenen Social Business aus den Augen zu verlieren.

Hm, welch ordentlicher Artikel von mir. Muss am Titel liegen. „Geschäftsführer“. Immer noch komisch, immer noch gut.

#wrangelkiez

Liebe Alle,

jeder der schreiben, knipsen, filmen, reden oder einfach nur zuhören kann sei eingeladen zum Social Design Projekt Wrangelkiez Collection.

Fünf Tage lang erkunden acht internationale Designer die Nachbarschaft, suchen nach den versteckten Ressourcen des Kiezes und diskutieren mit den Einwohnern, was gebraucht wird und was den Wrangelkiez so besonders macht. Gemeinsam mit den lokalen Handwerksbetrieben und Kultureinrichtungen entwickeln die Designer Konzepte zur Belebung des sozialen und wirtschaftlichen Austausches. Dabei entstehen Produkte, graphische Arbeiten oder Dienstleistungen, welche die Kommunikation und Vernetzung unter den Anwohnern fördern.

Die lieben Designer tigern gerade durch den Kiez auf der Suche nach Problemen, ich sozialmedialisiere aus der Internetkneipe um die Ecke. Dank Kai haben wir auch einen sehr geilen Multimedia-Stream am Start.

Wenn ihr uns supporten wollt, dann stellt Bilder, Filme oder Tweets ins Netz und tagged das Ganze mit #wrangelkiez – wäre toll, wenn wir so eine gewisse Graswurzelaufmerksamkeit bekämen.

Jeden Tag um 19 Uhr gibt es eine offene Präsentation zu den Ergebnissen des Tages – ihr seid herzlich eingeladen. Wer wie ich für gewöhnlich im Prenzlauer Berg zwischen den Jungfamilien dahinsiecht, dem sei gesagt: Kreuzberg ist anders. Und immer einen Besuch wert!

Wer hat Angst vor´m bösen Web?

Quizfrage: Welche Tendenz haben Artikel einer Person, die solche Bücher schreibt?!

  • Klick – Strategien gegen die digitale Verdummung
  • Die Emanzipationsfalle
  • Die Erziehungskatastrophe: Kinder brauchen starke Eltern

Die Rede ist von FAS-Redakteuse Susanne Gaschke. In ihrem „Holzmedium“ schoss Frau G. eindringlich  gegen die Netzgemeinde, schön nachzulesen (und bereits auseinander genommen) bei (von) Tapio.

Foto von Björn per flickr.

pc09Wenn ich nicht im Netz bin, bin ich auffem Sonnendeck: Auf der anderen Spreeseite fordert ver.di den Mindestlohn, hier wird gerade über webgestützte Alternativen zum Parteiensystem diskutiert.

Über´s Wochenende haben wir uns mit einer weiteren, nicht auf den ersten Blick online-affinen Spezies namens Politiker beschäftigt.

Politcamp hieß das Ganze und das radialsystem bot im klimabedingten Frühsommer eine herrliche Location dafür.

Auch hier klang zwar nicht unbedingt Gegenwehr, aber doch Skepsis durch. Die gängigen Befürchtungen auf Seiten der Polit-Aktiven:

„Auf 140 Zeichen lässt sich kein komplexes Thema wie ein Parteiprogramm vermitteln“

Hier klingt die Pauschalvermutung durch, Neue Medien seien oberflächlich und flüchtig. Is Quatsch. Dann schickt man halt den Link zum Parteiprogramm effizienter per twitter. Ja, Nachrichten müssen noch besser „sitzen“, um in Hyperspeedmedien wie twitter eine Chance zu haben. Dennoch bleibt immer die Chance für Tiefe.

„Die Menge der fortgeschrittenen Netznutzer ist nicht relevant im Sinne einer Wahlentscheidung“

Stimmt aber sowas von. Nur: Warum haben sich dann soviele Menschen zum Politcamp erst getroffen?! Es handelt sich um eine spezifische, dennoch interessante Zielgruppe von kommunikativen, wahrscheinlich eher gebildeten und natürlich techaffinen Menschen. Wer die gewinnen will, ist im Netz richtig. Und manchmal reden die auch mit Menschen „da draußen“ und sagen, wie toll der Bütikofer auf facebook abgeht.

„Da muss ich als Politiker die privaten Hosen runterlassen – das will ich nicht“

Dann lass es. Konsequent ignoriert ist noch immer besser als schlecht mitgemacht. Und: Ein rein informativer, dem Medium entsprechend geführter Account bei twitter ist komplett ausreichend und kann viel Interesse auf sich ziehen. Natürlich spielt bei einem Obama ein völligst anderer Hype eine Rolle als dies ein deutscher Lokalpolitiker erwarten kann. Auch auf twitter macht Prominenz Eindruck, das zeigt die Vielzahl der Fake-Accounts.

Bottom Line: Weniger typisch-deutsche Skepsis, weniger Vorurteile, sondern lieber ausprobieren, neugierig sein, „lernen wollen“, so müsste Politiker an die Sache heran gehen.

Dabei viel Glück, ich mach derweil mal hier weiter…

Und hier noch ein aufgeschnapptes Zitat von Marx ohne wirklich kausalen Zusammenhang (wir im Netz dürfen das!):

Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation.

Achso, summa summarum war es toll und viele interessante Menschen vor Ort – danke an die Orga!