Archiv der Kategorie: Gratis

Berlin UnStills

Da war noch alles schön mit dem Winter. Aufwachen und alles weiß. Durch den Schnee schlendern, während die anderen Eis kratzen.
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Hunde und Kinder gehören zu meinen Lieblingsmotiven. Sehen immer putzig aus und bewegen sich komisch. Außerdem ausschweifende Emotionen ohne erkennbaren Grund.
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Einige Tage vorgespult: Weiter Winter, Schneematsch, Niesel, Rutschgefahr und wieder von vorn. Derweil brüten über eine Weltretterklitsche der Extraklasse.
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Brüten aus der Vogelperspektive. Alles noch so geheim, das wir hier nur Beine und Hüte der Mitarbeiter zeigen können.
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Dann ging es auf in die Nacht und ab zum Karaoke. Immer gut: Kontrast und eine Prise (Tonnen von) Schnee.
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Flocken im Blitzlicht machen ebenfalls viel her. Dahinter die Gesangsgruppe in bester Laune, stapfend.
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Also eigentlich war oben ´ne geschlossene Gesellschaft im FC Magnet, aber ein netter Typ ließ uns trotzdem rein. Der Kollege aus Neuseeland genießt hier gerade das Buffet.
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Hier zwo Opinion Leader des Internets. Die Dame links wird nicht so gerne fotografiert, betont sie immer wieder.
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Der Autor und die Frage, warum das rote Lichtlein beim Knipsen noch an war.
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22 tips to fundraise with twitter (inkl. sehr viel Vorlauftext über das Spenden an sich ;-)

2,500 $ in 90 Minuten. 10.000 $ in 48 Stunden. 15.000 $ in 24 Stunden.

Bei diesen Zahlen handelt es sich nicht etwa um das Salär von Rennmaus M. Schumacher zu besten Ferrarizeiten. Weit gefehlt. Das sind Spenden. Spenden! In Rekordzeit erwirtschaftet über… (tä-dää) twitta (wie der Berlina sacht). Entnommen sind die Zahlen dem Blog von Beth Kanter, die wohl zu den Gurus zählt, wenn es um Social Media Beratung für Nonprofits geht. (Ein schöneres Wort ist übrigens „Social Profit Organization“, heute gelernt).

Mit Red Bull und ein wenig Obst im Magen tauchte ich dann also letzte NDonnerstagnacht immer tiefer in Beth´s Blog und die Geheimnisse des süchtig machenden twitterversums ab. Und: Wie man es spendenmäßig nutzen kann. Denn ich bin betroffen: Für das Projekt WE Benin fehlen uns noch ein paar Tausender. Mehrere Mails von Bekannten riefen in der vergangenen Tagen außerdem zu Spenden auf (s.u.).

Klar, jedes der Projekte hat Spenden verdient. „Take it from the rich“ ist so eine meiner Grundeinstellungen. Will sagen: Lasst Unternehmen weiter ihre Kohle machen und hier und da ruhig ein bisschen böse-kapitalistisch sein, WENN sie denn den Sozialaktiven dafür eine Art Ablass – ne, hässliches Wort – äh, monetäre Wertschätzung entgegenbringen.

Sei´s drum. Da sind also A) die vielen Spendenabhängigen – ne, hässliches Wort – Spendenberechtigten! und B) Unternehmen oder Einzelpersonen, von denen man annimmt, sie hätten immer noch Geld. Nun geht es schlicht gesagt darum, diese Lücke zu füllen. Ein eigener Rückblick in dieser Sache:

1. Das Berliner Twestival, innerhalb von rund 60 Stunden sportlich aufgezogen, „kostete“ mich zwei volle Arbeitstage und spielte 260 Euro ein. Neue Kontakte, learnings und Spaß mal beiseite gelassen – rein finanziell war das nicht so der Bringer. Nicht, das es mir für den Empfänger charity:water leid täte. „250k and growing“ sind durch die weltweite Aktion bereits eingegangen. Bei den nächtlichen Recherchen kam übrigens heraus, das charity:water schon vormals von den Social Influencers auf twitter gefördert wurde – dieses Glück muss den Wassermännern erstmal jemand nachmachen…

2. Eine Rundmail an 6000+ Menschen auf Xing, die sich gar in der von mir mit-moderierten Gruppe dropping knowledge zu sozialen Zwecken – theoretisch – bekennen, brachte einen Rücklauf von nahezu null. Das war doch recht erschreckend, auch wenn meine Mail vielleicht etwas in der Hektik formuliert war. Unpersonalisierte Rundmails sind aus meiner Liste der wirksamen Kontaktmittel jedenfalls gestrichen.

3. facebook, ein Ort, an dem ich mich noch gar nicht so lange herumtreibe, bietet die recht schöne Option, flott Aktionen aufzusetzen und die eigenen Kontakte dazu einzuladen. Aufgrund der deutliche höher frequentierten Infos, die fb über das eigene Netzwerk vermittelt, scheint mir der soziale Schmierstoff im Gegensatz zu Xing weitaus höher. Ergo: Die Effektivität in Sachen sozialer Aufmerksamkeit.

4. Zurück zu twitter: Mit Ausläufern „brachte“ mir das Herumwirbeln rund um´s Twestival ca. 50 neue Follower ein, auch wenn die Organisatoren in London es in der Hitze der Schlacht vergeigten, mein/unser twitter-Profil auf die offizielle Seite zu stellen. Momentan geht es bei mir in recht imposanten Zehner-Follower-Schritten pro Tag vorwärts, vermutlich, weil ich dank Kanter-Tipps und diverser twitter-Marketing-Tools nun den Opinion Leadern auf der Spur bin… urgs, da bin ich grad ins Bullshit Bingo abgerutscht, sorry.

5. Ich präsentiere euch nun also gerne die Projekte, die mich per Rundmail (!) animierten, den eigenen Spendenaufruf weiterzuleiten. „In allen möglichen Netzwerken und Medien die euch zur Verfügung stehen verbreiten“ wie es da immer so schön heißt. Aber hat man die immer so parat? Wie oft kann man enge Freunde mit Spendenaufrufen nerven? Welches Social Network wäre geeignet? Welche Einzelperson könnten helfen? All das bedeutet zunächst mal unbezahlte Kopfarbeit, will man es halbwegs nett anstellen. Eine Twitternachricht, die automatisch auch bei facebook landet, geht da schnell von der Hand. Davon aber größere oder gar virale Effekte zu erwarten, ist so unwahrscheinlich, wie Michel Friedman erfolgreich das Wort abzuschneiden.

6. Hat dieser Blog ausreichend Leser, um für die Projekte wirklich was zu erreichen? Hätte ich nicht viel schneller auf den Punkt kommen müssen, statt hier meine Abhandlung über Spenden voranzustellen? Hat dieser Blog ausreichend vermögende Leser? Wichtiger noch: Können sich die Leser dieses Blogs mit der ein oder anderen Thematik schnell anfreunden, denn schlussendlich geht es ja um „Nähe“ – ich muss mich sofort vom Projekt hinter dem Spendenaufruf angesprochen fühlen. Wie also kriegt man pointierter eine emotionale Nähe hin? Das scheint mir eine der Kernfragen in Sachen Spenden…

Anyway, die Spendenberechtigten lauten:

BASKETBALL AID

WER: Andreas Steffen, Kontakt aus dropping knowledge Zeiten

FÜR WAS: Krebskranke Kinder

WIE: Spendenwettlauf zwischen den Städten, deren Teams beim TOP4-Basketball-Pokalfinale dabei sind (Berlin, Frankfurt, Bonn, Düsseldorf).

EXTRAS: Unter allen Spendern wird eine Übernachtung +1 im Marriott zum TOP4 verlost. Rekordnationalspieler Patrick Femerling unterstützt die Initiative.

WIE HELFEN: Spendenkonto: BASKETBALL AID e.V. Kontonummer: 7476876006 Bankleitzahl: 100 900 00 Berliner Volksbank (Bitte bei Verwendungszweck „TOP4“ und das jeweilige Team angeben.)

GENESIS INSTITUT

WER: Gründer Peter Spiegel, dem ich mal die Hand geschüttelt habe…

FÜR WAS: Förderung von Social Businesses (wirtschaftlich effektive, selbsttragende Unternehmen, die den gesellschaftlichen Wandel statt Profitmaximierung voranstellen)

WIE: Mitgliedschaft ab 150 Euro/Jahr oder Spende

EXTRAS: Hoher Promifaktor unter den Supportern – Zugpferd ist Nobelpreisträger Muhammad Yunus, Kofi Annan unterstützt das Vorhaben, beste Kontakte zum DAX und internationalen Vertretern.

WIE HELFEN: Spendenkonto: GENISIS Institut, Berliner Volksbank, Kto. 2107 734 000, BLZ 100 900 00; Stichwort “Social Business Kampagne“

BOOKMOOCH

WER: John, der mir nicht persönlich bekannte Gründer der Seite

FÜR WAS: Server, um das Projekt am Laufen zu halten. Auf bookmooch können Menschen gelesene Bücher vergeben und erhalten – eine sehr charmante Art des weltweiten Tauschens

WIE: 3 Dollar Spende pro Monat sind Johns Vorschlag

EXTRAS: bookmooch bietet ähnlich Wikipedia direkten Nutzen für Spender – kostenloses Wissen innerhalb einer Solidaritätsgemeinschaft.

WIE HELFEN: http://bookmooch.com/m/give_a_little

Tja, nun bin ich mal schwer gespannt, wer aufgrund dieses Postings die Brieftasche zückt. Von welchem Projekt fühlt ihr euch am ehesten angesprochen? Warum ist das so? Wäre toll, wenn wir hier eine Mini-Umfrage zum Thema Spendenmotivation hinkriegten.

Und um jetzt doch noch einen Leserbenefit einzubauen und diesen ellenlangen Post zu Ende zu bringen:

Die Tipps & Tricks der Micro-Donation-Profis @Kanter, @Pistachio, @missrogue, @problogger in plain German – thanks, guys!

1. Konzentriere dich auf wenige Meinungsführer und bitte sie, deine Aktion zu Re-Tweeten (= Nachricht kopieren und weitertwittern)

2. Bitte um Miko-Beträge und denk dir Belohnungen für größere aus

3. Zeige den Spendenstand mit einer Leiste o.ä. in Echtzeit an

4. Mach deine sonstigen Fundraising-Hausaufgaben: Personalisierte Mails, Bloggeransprache, PR, Telefonate etc.

5. Bring deine Freunde zum Re-Tweeten.

6. Benutze Tipjoy

7. Designe ein kleines Icon, das Supporter auf ihr Profilbild pappen können

8. Sende jedem neuen Follower und Re-Tweeter ein zeitnahes, (öffentliches) Dankeschön

9. Verwende ein vielsagendes, kreatives, witziges etc.  TwitPic

10. Verlinke auf ein vielsagendes, kreatives, witziges Video

11. Erfinde Spiele wie „Trick or Tweet“

12. Coin a term, z.B. #twestival

13. Stelle Fragen, die deine Follower betreffen

14. Verweise auf nützliche Quellen

15. Bleib in Verbindung, ohne zu spammen

16. Hast du Spaß an deiner Aktion? Das merken deine Adressaten dann auch. Oder eben nicht…

17. Lass die Leute etwas Persönliches hinzufügen – wie können sie deine Aktion „mashen“?

18. What´s in it for them?!

19. Sei whuffie

20. Erzähl eine individuelle, sofort verständliche Story

21. Hol ein Unternehmen rein, das die Spendensumme verdoppelt („Rucksackspenden“)

22. Demokratisiere, was vorher verschlossen war

PS: Viele Punkte gelten generell zum Aufbau von Followern, aber genau darum geht es: Erst das Netzwerk bauen, dann um etwas bitten (dürfen). Null oder wenig Follower = null Effekt – klar.

Dann

Dann hatte ich meinen Text geschrieben und ging nach draußen in die Pause.

Dann sah ich wieder, wie ein Hund nur ein wenig Gras und einen Ball braucht und nahm mir ein Beispiel daran.

Dann bemerkte ich die Blicke der Leute, die sich wunderten, dass da jemand einfach nur saß und nachdachte.

Dann dachte ich an ein Buch, das beklagt hatte, dass Menschen immer gerade ein Ziel verfolgen – laufen, Wäsche waschen, Leute treffen – und das Buch hatte recht.

Dann fielen mir fünf Dinge gleichzeitig ein.

Dann ging ich nach Hause und machte den Abwasch und hörte Musik.

Dann gratulierte mir ein Festangestellter nachträglich und fragte: „Abwasch? Musst du nicht arbeiten um diese Zeit?!“

Dann sagte ich: „Ach, weißt du…“

Dann überlegte ich mir, dass auf so ziemlich jede Frage des Lebens ein Pearl Jam Lied die Antwort weiß:

PS: Nette Ergänzung zum Tagesabschluss – der Weltklassemusiker Joshua Bell spielte als Straßenmusiker – und keiner hörte hin.