Archiv der Kategorie: Geräusche

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

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Der Klimawandel ist 80m tief und 60km2 weit

In der Lausitz verloren in den vergangenen 80 Jahren mehr als 30.000 Menschen ihre Heimat, weil sie einem Tagebau weichen mussten. 136 Orte verschwanden ganz oder teilweise von der Landkarte. (via Klimacamp Lausitz)

Rund um Cottbus, ca. 120km südlich von Berlin, räumt der Energiekonzern Vattenfall Wälder, Seen und Menschen für den Braunkohlebergbau ab. Rund 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr blasen die anliegenden Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe in die Luft – die klimaschädlichste Energieform überhaupt. Ich war gestern auf einer kleinen Exkursion mit Aktivisten vor Ort. Hier ein Video direkt vom riesigen, 60km2 reichenden Tagebaugebiet in Jänschwalde:

Wer die Energiewende will, müsste auch konsequent aus der Kohleverstromung aussteigen. Tatsächlich gibt es kein zweites Land auf der Welt, das mehr Braunkohle fördert und verbrennt als Deutschland! Mehr als 1 Milliarde Tonnen Kohle steht in den bereits aktiven Tagebauen in Brandenburg und Sachsen noch zur Verfügung. Doch ohne Rücksicht auf Klima und Natur will Vattenfall noch weitergraben und die Dinosaurierenergie ins Jahr 2050 retten. Rund 3000 Menschen wären betroffen, wenn allein die laufenden Planverfahren Realität würden.

Die Gemeinde Kerkwitz etwa liegt im geplanten Abbaugebiet, mehrere hundert Menschen müssten den Baggern weichen. Vattenfall kann sich auf ein Bergbaurecht aus der Nazizeit stützen, das die Ressourcen für das Gemeinwohl vor das Recht auf Privateigentum stellt. Wer einer Entschädigung durch den Konzern nicht zustimmt, wird schließlich nach deutschem Recht enteignet.

Dabei ist Energie aus Braunkohle weder künftig notwendig noch gut für das Gemeinwohl. Vor Ort sind die Menschen durch den aufgewirbelten Feinstaub und die Verockerung der Spree gebeutelt, da Sulfat und Eisen aus dem Bergbau ausschwemmen. Um die 80m tiefliegenden Kohleflöze abzugraben muss außerdem ständig das Grundwasser künstlich abgesenkt werden – mehr als 200 Mio. Kubikmeter pro Jahr werden abgepumpt und belasten noch in kilometerweiter Entfernung die Natur.

Hier fahren wir in den Ort Atterwasch ein bis zum See – alles, was im Video zu sehen ist, wäre künftig Abbaugebiet und Kohle-Mondlandschaft:

Obwohl er aus dem kirchlichen Umfeld stammt und die einer der ersten Mitglieder der Grünen Liga Cottbus war mitgegründet hat, steht Brandenburgs Minister Matthias Platzeck (SPD) stramm hinter der Kohle (Platzeck hat inzwischen seinen Rücktritt verkündet). Während Vattenfall auf Werbetafeln „sichere Arbeitsplätze und Energie“ propagiert und sich für die zügige Renaturierung lobt, hängen in den Dörfen Protesplakate aus (s.a. mein Fotoalbum auf flickr). Wie schon zu DDR-Zeiten sind die Kirchen Orte des Widerstands:

Mit einem kleinen Team von Klimakämpfern aus Berlin plane ich derzeit eine Aktion gegen diese Zustände. Was lässt sich jetzt schon tun?

  • Vor Ort organisiert u.a. die Grüne Liga den Protest und freut sich über Spenden.
  • Aktivisten vor Ort kämpfen jetzt um Unterschriften gegen neue Tagebaue – hier mitzeichnen: www.kein-weiteres-dorf.de
  • Wer es nicht vor Ort schafft, kann sich mit dieser fantastischen Website von Greenpeace ein Bild machen und durch die Orte zoomen.
  • Die klima-allianz ist als bundesweiter Verbund erste Anlaufstelle und hat erst im April durch eine Studie des DIW nachgewiesen, das neue Tagebaue „unwirtschaftlich, überflüssig und umweltschädlich“ sind

Danke Katie für´s Mitkommen sowie Christian, René und Falk für´s Rumführen und Informieren!

Somebody is singing

Mit einem herbeigeholten roten Faden die letzten Tage resümiert:

Charlotte Gainsbourg, die schon mit Beck musizierte und mit Depp spielte, konnte gestern mit Engelszungen nicht gegen den Sound der eigenen Band an. Auch ein zwischenzeitlicher Bassklang, der die Eingeweide kernig durchmassierte, zeugte nicht gerade von der Qualität des Geräuschmeisters in der Volksbühne. Madame G. ist bekanntermaßen ein langbeinig-fragil-attraktives Wesen, zum Publikum bekam sie aber keinen Draht, zu schüchtern and not entertaining at all. Zum Songs runterhören kann man auch die Platte kaufen, was nicht so schlecht wäre, denn die Songs klangen eigentlich super und vielleicht ist darauf auch die Charlotte korrekt eingeregelt.

No more years of hurt
No more need of dreaming
We can dance nobodys dance
We could dance it in France
It’s coming home
Football’s coming home

… lauten doch tatsächlich die letzten Zeilen des Hits „Three lions on the shirt“, den sonst sogar deutsche Fans arglos mitsummen. Das erste WM-Tor Wayne Rooneys muss nun noch mindestens vier Jahre warten, es war die höchste je einer englischen Mannschaft zugefügte WM-Niederlage und 44 Jahre nach Wembley sind wir endlich quitt. Übrigens: Auch bei Einwurf und Freistoß ist die Abseitsregel aufgelöst (erklärte die Süddeutsche). Sollte man ausnutzen gegen Argentinien. Ich brauche es euch nicht zu sagen: Welch legendärer Spaß das war!


„Totes Fleisch, totes Fleisch…“ ächzte ein frenetischer Wurstsack mit Gitarre auf den Treppen der Frankfurter Börse. Der Harrach zelebrierte Kundalini-Yoga in Partnerübung mit seinem Fixie-Bike. Weiß gekleidete Menschen dinierten auf dem Vorplatz und wurden zur Sicherheit von der Polizei eingekesselt. Holtrup organisierte noch einen Sechserpack Rotwein aus den Lagern. Thomas D betete zu uns und am Ende gab es T-Shirts umsonst und feuchte Hände.

Hä?!? KarmaKonsum!

Na und dann, ja dann, war da noch dieser Hurricane. Das Hurricane. Das Festival. Jüngere Menschen blieben länger wach und gleich laut. Man stößt im Alter doch an Grenzen. Da helfen Profi-Ohrstöpsel und Velours-Luftmatratzen auch nicht weiter. Sonntags um 10h begannen die Zeltnachbarn mit „Trichtern“, also Bierdosen aus Gartenschläuchen exen. Danach dreschten sie auf herumliegende Müllteile ein, stoisch, ca. zwei Stunden lang. Irgendwann beginnt man mitzulachen.

Die künstlerischen Highlights: Skunk Anansie aus fünf Metern und auf ihren Füßen von Fans gehalten „Weak as I am“ schreien sehen. Mit den Beatsteaks und tausend Anderen sich hinhocken, um gemeinsam wieder hochzuspringen. Mit Charlie Winston „The whole world in your hands“ halten. Mit Faithless glauben, die Welt kann doch noch „One“ werden. Mit Madsen den Abend verbringen und über den bedröhnten Sänger der Strokes einfach nur lachen. Anstrengend, zu teuer, schön.

Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: „Was macht ihr eigentlich genau?“ dicht gefolgt von „Und womit verdient ihr euer Geld?“. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

Events für Nachhaltige, Sozialdesigner, Digitallebende, Singer/Songwriterhörende und überhaupt irgendwie Interessierte

Holla, der Juni hat es in sich. Ich empfehle inbrünstig folgende Events von Freunden und Kollegen. Bin jeweils auf die ein oder andere Art involviert und z.T. selbst vor Ort:

3. KarmaKonsum Konferenz am 19. und 20. Juni 2009 in Frankfurt

Unter dem Motto „Strategien für LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) und neues Wirtschaften” treffen sich zum dritten Mal Entscheider und Vordenker auf der führenden Businesskonferenz und Networking-Veranstaltung im Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit und neogrüner Lifestyle.

Mehr Informationen zu den hochkarätigen Referenten aus Forschung, Wirtschaft und Kultur, die aus unterschiedlichen Perspektiven eine Neudefinition von Wirtschaft im Kontext der Wirtschaftskrise aufzeigen, finden Sie online unter:

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THE WRANGELKIEZ COLLECTION vom 3. bis 7. Juni in Berlin-Kreuzberg

The neighbourhood around the Wrangelstrasse in Kreuzberg is one of the most audacious grounds for creatives in Berlin. A place of cultural diversity on one hand, and severe social problems on the other, known for its vivid nightlife.

During five days, eight international designers will explore the neighborhood for archetypes, resources, and inspiration. Based on their findings about existing crafts and cultural facilities, each will present proposals to catalyze social and trading interaction in the Wrangelkiez – products, graphics or services that improve communication and relations within the community.

The headquarter, an open office in the midst of Wrangelstrasse will „live“ and interact with inhabitants and pedestrians walking by. Together they cross the borders of cultural and social differences and build bridges for future cooperation.

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Dresden Future Space und Digital Life Pitch am 19. Juni in Berlin-Mitte

Die Interaktionen zwischen Unternehmen und Konsumenten verlagern sich immer stärker ins Internet. Wo beide Sphären aufeinander treffen, ergeben sich Potenziale, Chancen, aber auch Probleme. Wie bestimmt die Entwicklung des sozialen Webs die Zukunft von Unternehmen? Beschleunigt das Social Web Veränderungen im Unternehmen? Ändern sich Geschäftsmodelle dadurch radikaler? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der 3. Dresden Future Space, der diesmal zu Gast in Berlin sein wird.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet der 1. DIGITAL LIFE PITCH statt, der gemeinsam von der Eventagentur vogelfrei und der T-Systems Multimedia Solutions veranstaltet wird. Neun ausgewählte Start-ups aus den Bereichen Social Media, Web 2.0, Digital Life, Mobile Content, interaktive Unterhaltungsformate, Blogs, Web TV präsentieren sich dem Publikum, um Mitstreiter zu finden.

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TV Noir Jubiläumsshow am 5. Juni in Berlin-Kreuzberg

TV Noir, die Show der Singer/Songwriter, feiert mit alten Freunden und hervorragenden Talenten: Die Show besteht nun ein Jahr, die 20ste Folge steht an, und das Format wurde soeben unter 1700 Bewerbungen für den Grimme Online Award nominiert. In der ersten Hälfte gilt das bewährte Wohnzimmer-Konzept von TVnoir: Zwei Musiker (Florian Ostertag und John Watts von Fischer-Z) plaudern mit Moderator Tex über ihr Leben und stellen unplugged ihre Songs vor. In der zweiten Hälfte wird es dann laut: Angelika Express, Sven van Thom und Alin Coen spielen in voller Bandlautstärke. Alle drei waren schon Gäste bei TV Noir, bevor sie Lieblingskinder der Mainstream Medien wurden (Sven van Thom: Bundesvision, Alin Coen: Pop Cracks, Angelika Express: ZDF „Heute“, Arte)

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Interesting Berlin am 12. Juni in Berlin, Landsberger Allee

Sprich über eine Herzensangelegenheit oder eine spezielle Leidenschaft. Erzähle uns etwas Ungewöhnliches, Spannendes, oder einfach Verrücktes. Erzähle uns etwas, worüber du schon länger nachdenkst, aber worüber Du vielleicht noch nie mit jemandem gesprochen hast. Oft sind es genau diese Ideen, Gedanken oder Hirngespinste, die auch andere Menschen begeistern und zum Nachdenken anregen. Es ist dir völlig frei, was du erzählst und vor allem, wie du es erzählst. Solange es interessant ist. Gib uns in 5 oder 15 Minuten die Möglichkeit deiner ganz persönlichen Geschichte zu lauschen und an deinen Gedanken teilzuhaben.

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Ich bin sozial unruhig!

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Wir alle sind Bankenretter.
Wir alle haben bezahlt und werden bezahlen. Für die Banken.
Die Banken, die die Weltwirtschaftskrise verursacht haben.

Eine Mail von Ingmar regte mich an, nun (auch noch) das Thema Wirtschaftskrise aufzugreifen. Ich möchte hiermit die Aktion „Ich bin sozial unruhig!“ starten – der Spruch wurde erstmals von der verdi-Jugend bei den Gewerkschafts-Protesten in Berlin verwendet.

Das Problem und die Forderungen:

  • Ich bin Unternehmer. Ich muss Aufträge gewinnen, um mein Essen zu bezahlen. Mache ich Fehler, werde ich bestraft, arbeite ich gut, gewinne ich Aufträge und Geld. Für Banken- und Unternehmensmanager gilt dies selten. Ihre Perspektive ist kurzfristig, profitorientiert und das Geld landet als Monatsgehalt unabhängig von der Leistung sicher auf dem Konto. Eine Frau beim Kaiser´s wird für einen unterschlagenen Betrag von 1,30 Euro gefeuert, ein nachweislicher Wirtschaftsverbrecher wie Zumwinkel geht mit 20 Millionen nach Hause – auch ohne Wirtschaftsstudium dürfte jedem klar sein, das unser Belohnungssystem total aus den Fugen geraten ist.
  • Nun also: Krise. Wenige Entscheider haben eine Welle von Pleiten losgetreten. Menschen weltweit werden zu Tausenden entlassen, viele Stimmen sagen, die Spitze des Eisbergs sei noch längst nicht erreicht. Es trifft besonders kleine Unternehmen, deren Kredite eingefroren werden, obwohl sie sauber wie immer gearbeitet haben. Das Versagen weniger wird auf alle sozialisiert.
  • Plötzlich wimmelt es von dreistelligen Millionzahlen in den Zeitungen, der Staat schüttet kübelweise frisches Geld in strauchelnde Banken und die Großindustrie. Dieses Geld ist gar nicht real existent. Per Steuern wird es wieder vom Bürger genommen, der es vielleicht lieber gegen die Schließung des Schwimmbads oder der Jugendeinrichtung um die Ecke eingesetzt hätte. Niemand hat uns gefragt. Unsereins muss penibel seine Steuern abdrücken, der Deutschen Rentenversicherung Arbeitsverhältnisse nachweisen, die fünf Jahre zurück liegen (bei mir gerade der Fall), die GEZ denkt sich was Neues aus, obwohl man seinen Fernseher bereits entsorgt hat. Schäuble zieht die Datenschraube an und wie jüngst erfahren, hat auch Ursula von der Leyen nicht die geringste Ahnung von dem, was sie da verbieten möchte. Oben werden Millionen durchgewunken, nach unten wird jeder Euro abgeknöpft.
  • Das System hat versagt, die Korrektur bleibt aus. Ich möchte die Krise immer als Chance verstehen, so wie Umbrüche im eigenen Leben ebenfalls zu einem neuen, besseren Kurs führen können. Doch die etwa von einem Green New Deal geforderte Kopplung der Staatszuschüsse an ökologische und soziale Bedingungen bleibt aus. Noch immer werden auf dem Golfplatz Millionen verschoben und Entscheidungen von weltweiter Bedeutung in Kaminzimmern getroffen.
  • Ich mag einfach nicht glauben, das wir Bürger alle zu dumm sind, die wichtigen politischen Entscheidungen wegen mangelnden Fachwissens mitzutragen. Allein, es gibt keine echte Chance zur Partizipation. Manchmal leuchten demokratische Schlaglichter auf, die Petitionen zum Grundeinkommen und der Internetzensur sorgten für Aufsehen. 50.000 Menschen (!) müssen wir zusammenbringen, um überhaupt Gehör bei den politischen Entscheidern zu finden. Transparente Beschlüsse und mehr Möglichkeiten zur Partizipation sind absolut überfällig. Deshalb muss der bundesweite Volksentscheid her!

Im Klartext:

    1) Gegen undurchsichtige und vom Bürger (=Kostenträger) nicht genehmigte Millionenzahlungen an Banken und Großindustrie

    2) Für mehr Transparenz und Mitbestimmung bei der Bewältigung der Krise

    3) Deutschlandweite Deckelung von Jahresgehältern bei 1 Mio. Euro (wie kann ein Mensch mehr ausgeben?!)

    4) Bindung der Finanzspritzen an ökologische und soziale Bedingungen (Green New Deal)

    5) Grundsatzdebatte über ein völligst vergeigtes Belohnungssystem (wer schafft wirklich gesellschaftlichen Wert?)

    6) Für den bundesweiten Volksentscheid und geringere Hürden für direkte Demokratie

      Die Motivation zur Vernetzung überlasse ich nochmal Ingmar:

      Macht einfach! Jeder ist Chef. Wir alle sind die Leiterinnen und Leiter all dessen. Niemand braucht einen Vormund. Macht einfach, was immer ihr JETZT für richtig haltet (…) Beteiligt euch für nur 10 Minuten am Tag, fragt eure Organisationen, Netzwerke, Freunde wie sie zu der Bankenrettung stehen und ich verspreche euch, WIR werden zusammen etwas bewegen (…) In diesem Sinne last uns alle vernetzen, die es zu vernetzen gilt und
      lasst uns Wege finden, wie wir vor Ort die Menschen und auch die kleinen Unternehmen dabei unterstützen können Bürger Communitys aufzubauen, die ihre Stimme erheben. Jeder unter seiner Flagge!

      Am 1. April hat Ingmar eine Petition eingereicht, in der er die Beteiligung der Bürger am Bankenrettungsprogramm einfordert – bislang ohne Reaktion. Details zur Petition auf Glocalist, Ingmar´s Kampagne „Wir Bankenretter“ kann auf twitter und per Mailingliste verfolgt werden.

      Meinerseits habe ich eine facebook-Gruppe dazu eingerichtet, bitte tretet bei und macht weitere Vorschläge.

      Weitere Anregungen und mehr Hintergründe gibt es auch beim DGB und attac.

      Erlebnismischmasch

      Im Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung steht neben einer ziemlich dümmlichen Abhandlung über Utopia meist Interessantes. Manche Zitate sind so gut, dass ich sie gern vom Papier auf´s Blog abschreibe:

      Es fehlt keinesfalls an wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass wir einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel brauchen, und es fehlt auch nicht an Vorschlägen für Maßnahmen für einen solchen Wandel. Was fehlt, ist der politische Wille. Die ideologischen, materiellen oder politischen Besitzstandswahrer müssen ihre gewohnten Positionen verlassen, um voraussetzungslos an den notwendigen Umbau unserer gesellschaftlichen Systeme und Verhaltensweisen heranzugehen. Dies trifft die Politik genauso wie die Wirtschaft, die Medien ebenso wie alle Bürger. Die Barrieren für die notwendigen Veränderungen liegen nicht in systemischen Zwängen, sondern bestehen in den Köpfen und Herzen von uns allen.

      So spricht… ein Banker. Allerdings von einer besonderen Bank: Es ist Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS. Die übrigens direkt gegenüber der Heinrich-Böll-Stiftung eine Niederlassung bewohnen.

      Entdeckt während eines Streifzugs durch Berlin-Mitte. Ich guck dann immer gern auf die Namensschilder an den prunkvollen Bauten, da tun sich dann so feine Schwergewichte wie die dpa auf. Ich schlug der Arbeit also mal wieder ein Schnippchen, die traurigen Blicke der Menschen in den goldenen Käfigen gab es kostenlos dazu. Nachdem ich eine Ausstellung (Metalldetektor!) über einen Künstler gesehen hatte, der Bilder zu Passagen aus dem Buch Hiob malt, zog ich an der Spree weiter durch den strömenden Regen. Ich fand das übrigens angenehm. Ebenso ein Fischreiher, der vor sich hin gluckste und guckte. Nichts ist edler als ein ruhendes Tier. Minutenlang guckte ich drauf, durchnässt ging´s zurück an den Schreibtisch.

      Heute ärgerte ich mich derb über einen Kunden, doch der Stress sollte helfen, meine gesamten Einkommensquellen zu überdenken: Weniger Gutes für mehr Geld. Morgen wird gekündigt, heureka!

      Zum Tagesabschluss: Online-Shopping-Freuden…

      paket„Nackt nicht mehr“ – sieht doch schon mal schön aus…


      etikett… Firma USA, Lieferung aus Neuseeland, Klimanote: 5-…


      foto… „ausgestorben, bedroht, wiedergeboren“ lauten die Kategorien zu den Spezies auffem Shirt (links nicht zu sehen im Bild). Kratzt etwas am Hals, 100% Baumwolle, aber von FairTrade keine Spur. Dafür hat der Kauf ´nen Baum gepflanzt, glaub ich. Hm…


      cdsÜbler Zustand, aber feinste Unterhaltung. Konsum ohne Reue.


      kretschmerAha, und noch eine Einladung von einer Agentur, die sich rühmt, den ersten CSR-Bericht ihres Schlages heraus gegeben zu haben. Ich komme gern und gucke nach. Heute tatsächlich also nur Erfreuliches in der Post…