Archiv der Kategorie: Gelage

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Utopia Konferenz 2010

Utopia, Plattform für strategischen Konsum, lädt zum dritten Mal zur Konferenz nach Berlin. Wie immer warten hochkarätige Gäste und ein netter Austausch mit der nachhaltigen Netzwerkfamilie. Es soll interaktiver werden und man ist umgezogen in die Malzfabrik (vorher: radialsystem).

ZUM PROGRAMM

Menschen, die wir interviewen werden: Renate Künast, Jochen Stay (Pressesprecher .ausgestrahlt) und Andy Hobsbawn („The Green Thing“). Menschen, die sonst noch toll sind: Hannes Jaehnicke, René Obermann, Harald Welzer (Autor „Das Ende der Welt wie wir sie kannten“). Es lohnt sich – wir sehen uns dort!

Somebody is singing

Mit einem herbeigeholten roten Faden die letzten Tage resümiert:

Charlotte Gainsbourg, die schon mit Beck musizierte und mit Depp spielte, konnte gestern mit Engelszungen nicht gegen den Sound der eigenen Band an. Auch ein zwischenzeitlicher Bassklang, der die Eingeweide kernig durchmassierte, zeugte nicht gerade von der Qualität des Geräuschmeisters in der Volksbühne. Madame G. ist bekanntermaßen ein langbeinig-fragil-attraktives Wesen, zum Publikum bekam sie aber keinen Draht, zu schüchtern and not entertaining at all. Zum Songs runterhören kann man auch die Platte kaufen, was nicht so schlecht wäre, denn die Songs klangen eigentlich super und vielleicht ist darauf auch die Charlotte korrekt eingeregelt.

No more years of hurt
No more need of dreaming
We can dance nobodys dance
We could dance it in France
It’s coming home
Football’s coming home

… lauten doch tatsächlich die letzten Zeilen des Hits „Three lions on the shirt“, den sonst sogar deutsche Fans arglos mitsummen. Das erste WM-Tor Wayne Rooneys muss nun noch mindestens vier Jahre warten, es war die höchste je einer englischen Mannschaft zugefügte WM-Niederlage und 44 Jahre nach Wembley sind wir endlich quitt. Übrigens: Auch bei Einwurf und Freistoß ist die Abseitsregel aufgelöst (erklärte die Süddeutsche). Sollte man ausnutzen gegen Argentinien. Ich brauche es euch nicht zu sagen: Welch legendärer Spaß das war!


„Totes Fleisch, totes Fleisch…“ ächzte ein frenetischer Wurstsack mit Gitarre auf den Treppen der Frankfurter Börse. Der Harrach zelebrierte Kundalini-Yoga in Partnerübung mit seinem Fixie-Bike. Weiß gekleidete Menschen dinierten auf dem Vorplatz und wurden zur Sicherheit von der Polizei eingekesselt. Holtrup organisierte noch einen Sechserpack Rotwein aus den Lagern. Thomas D betete zu uns und am Ende gab es T-Shirts umsonst und feuchte Hände.

Hä?!? KarmaKonsum!

Na und dann, ja dann, war da noch dieser Hurricane. Das Hurricane. Das Festival. Jüngere Menschen blieben länger wach und gleich laut. Man stößt im Alter doch an Grenzen. Da helfen Profi-Ohrstöpsel und Velours-Luftmatratzen auch nicht weiter. Sonntags um 10h begannen die Zeltnachbarn mit „Trichtern“, also Bierdosen aus Gartenschläuchen exen. Danach dreschten sie auf herumliegende Müllteile ein, stoisch, ca. zwei Stunden lang. Irgendwann beginnt man mitzulachen.

Die künstlerischen Highlights: Skunk Anansie aus fünf Metern und auf ihren Füßen von Fans gehalten „Weak as I am“ schreien sehen. Mit den Beatsteaks und tausend Anderen sich hinhocken, um gemeinsam wieder hochzuspringen. Mit Charlie Winston „The whole world in your hands“ halten. Mit Faithless glauben, die Welt kann doch noch „One“ werden. Mit Madsen den Abend verbringen und über den bedröhnten Sänger der Strokes einfach nur lachen. Anstrengend, zu teuer, schön.

Fressen und vergessen werden

Auf der Grünen Woche in Berlin wird derzeit geschlemmt, getrunken und gute Laune gemacht. Die industrielle Lanfwirtschaft gibt das Motto vor: Aus weniger Boden immer mehr rausholen, denn die Weltbevölkerung wächst und will ernährt werden. Im letzten Jahr durfte ein BASF-Vorstand schamlos die Notwendigkeit der Gentechnik präsentieren – dass aus der Erde nicht mehr rauszuquetschen ist, als sie auf natürliche Weise nachbilden kann, dieser einfache Fakt scheint den Agrarlobbyisten fern. Themen die ebenfalls ungern angesprochen werden: Die Monopolisierung von Saatgut oder Subventionen auf industrielle Nahrungsmittel, die Bauern etwa in Afrika keine Chance auf fairen Wettbewerb und Einkommen lassen. Es lohnt sich die Fakten des aktuellen Weltagrarberichts gegenzulesen – ein Auszug:

In Kalorien ausgedrückt, ernten Landwirte heute weltweit etwa ein Drittel mehr, als für die ausreichende Versorgung aller Menschen notwendig wäre. Während sich in den vergangenen vierzig Jahren die Weltbevölkerung auf etwa 6,6 Milliarden Menschen verdoppelte, stieg die Produktion der Landwirtschaft im gleichen Zeitraum auf etwa das Zweieinhalbfache. Ein wachsender Anteil dieser Produktion dient allerdings nicht mehr der menschlichen Ernährung, sondern wird als Tierfutter, Treibstoff und für andere industrielle Zwecke eingesetzt. Zwischen 1970 und 2007 sank der Anteil der Unterernährten an der Bevölke- rung in den meisten Ländern; zunächst schnell, dann immer langsamer. Seit Mitte der neunziger Jahre steigt ihre absolute Zahl wieder an, nach den Preisexplosionen auf dem Weltagrarmarkt 2007/2008 auch ihr prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung. Heute hungert fast jeder sechste Erdenbürger. Seit sich 1996 die Staatschefs auf dem Welternährungs-Gipfel feierlich verpflichteten, die Zahl der Hungernden bis 2015 um 415 Millionen zu senken, stieg diese stattdessen um weitere 200 Millionen auf über eine Milliarde.

Das Nest wird sich kommenden Freitag auf der Greenwash Woche umschauen und in katastrophensicheren Anzügen ein paar Korrekturen vornehmen. Außerdem präsentieren wir eine Weltneuheit: CCS!

„Cow, Capture & Storage“

Events für Nachhaltige, Sozialdesigner, Digitallebende, Singer/Songwriterhörende und überhaupt irgendwie Interessierte

Holla, der Juni hat es in sich. Ich empfehle inbrünstig folgende Events von Freunden und Kollegen. Bin jeweils auf die ein oder andere Art involviert und z.T. selbst vor Ort:

3. KarmaKonsum Konferenz am 19. und 20. Juni 2009 in Frankfurt

Unter dem Motto „Strategien für LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) und neues Wirtschaften” treffen sich zum dritten Mal Entscheider und Vordenker auf der führenden Businesskonferenz und Networking-Veranstaltung im Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit und neogrüner Lifestyle.

Mehr Informationen zu den hochkarätigen Referenten aus Forschung, Wirtschaft und Kultur, die aus unterschiedlichen Perspektiven eine Neudefinition von Wirtschaft im Kontext der Wirtschaftskrise aufzeigen, finden Sie online unter:

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THE WRANGELKIEZ COLLECTION vom 3. bis 7. Juni in Berlin-Kreuzberg

The neighbourhood around the Wrangelstrasse in Kreuzberg is one of the most audacious grounds for creatives in Berlin. A place of cultural diversity on one hand, and severe social problems on the other, known for its vivid nightlife.

During five days, eight international designers will explore the neighborhood for archetypes, resources, and inspiration. Based on their findings about existing crafts and cultural facilities, each will present proposals to catalyze social and trading interaction in the Wrangelkiez – products, graphics or services that improve communication and relations within the community.

The headquarter, an open office in the midst of Wrangelstrasse will „live“ and interact with inhabitants and pedestrians walking by. Together they cross the borders of cultural and social differences and build bridges for future cooperation.

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Dresden Future Space und Digital Life Pitch am 19. Juni in Berlin-Mitte

Die Interaktionen zwischen Unternehmen und Konsumenten verlagern sich immer stärker ins Internet. Wo beide Sphären aufeinander treffen, ergeben sich Potenziale, Chancen, aber auch Probleme. Wie bestimmt die Entwicklung des sozialen Webs die Zukunft von Unternehmen? Beschleunigt das Social Web Veränderungen im Unternehmen? Ändern sich Geschäftsmodelle dadurch radikaler? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der 3. Dresden Future Space, der diesmal zu Gast in Berlin sein wird.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet der 1. DIGITAL LIFE PITCH statt, der gemeinsam von der Eventagentur vogelfrei und der T-Systems Multimedia Solutions veranstaltet wird. Neun ausgewählte Start-ups aus den Bereichen Social Media, Web 2.0, Digital Life, Mobile Content, interaktive Unterhaltungsformate, Blogs, Web TV präsentieren sich dem Publikum, um Mitstreiter zu finden.

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TV Noir Jubiläumsshow am 5. Juni in Berlin-Kreuzberg

TV Noir, die Show der Singer/Songwriter, feiert mit alten Freunden und hervorragenden Talenten: Die Show besteht nun ein Jahr, die 20ste Folge steht an, und das Format wurde soeben unter 1700 Bewerbungen für den Grimme Online Award nominiert. In der ersten Hälfte gilt das bewährte Wohnzimmer-Konzept von TVnoir: Zwei Musiker (Florian Ostertag und John Watts von Fischer-Z) plaudern mit Moderator Tex über ihr Leben und stellen unplugged ihre Songs vor. In der zweiten Hälfte wird es dann laut: Angelika Express, Sven van Thom und Alin Coen spielen in voller Bandlautstärke. Alle drei waren schon Gäste bei TV Noir, bevor sie Lieblingskinder der Mainstream Medien wurden (Sven van Thom: Bundesvision, Alin Coen: Pop Cracks, Angelika Express: ZDF „Heute“, Arte)

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Interesting Berlin am 12. Juni in Berlin, Landsberger Allee

Sprich über eine Herzensangelegenheit oder eine spezielle Leidenschaft. Erzähle uns etwas Ungewöhnliches, Spannendes, oder einfach Verrücktes. Erzähle uns etwas, worüber du schon länger nachdenkst, aber worüber Du vielleicht noch nie mit jemandem gesprochen hast. Oft sind es genau diese Ideen, Gedanken oder Hirngespinste, die auch andere Menschen begeistern und zum Nachdenken anregen. Es ist dir völlig frei, was du erzählst und vor allem, wie du es erzählst. Solange es interessant ist. Gib uns in 5 oder 15 Minuten die Möglichkeit deiner ganz persönlichen Geschichte zu lauschen und an deinen Gedanken teilzuhaben.

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Vom Lernen und Lachen

Achtung, der Name ist etwas lang: „Grameen Creative Lab Klassentreffen“. „Grameen“ nennt sich die Unternehmensfamilie von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus (vorrangig für sein Konzept der Mikrokredite bekannt), das „Creative Lab“ ist eine in Deutschland ansässige Unterabteilung und Denksportgruppe mit tollen Menschen, die am vergangenen Samstag nun eben das Format des „Klassentreffens“ ausprobiert hat. Federführend ist ein gewisser Hans Reitz, „Creative Advisor to Mr. Yunus“, Multi-Entrepreneur, Handshaker von Leuten wie Bill Clinton, Richard Branson und den anderen WEF-Schnittchen, dabei dennoch ein völligst nahbarer Typ und ganzheitlicher Kopf, den man mal gesehen haben sollte.

p1000553Wenn Frau spricht, hört Mann brav zu. Schwarz auf grün wirkt übrigens knackig. Kurze grüne Hose auch.

Nun fand diese Veranstaltung an einer Wiesbadener Hauptschule statt, die von Reitz betreuten Schüler hatten die Orga gestemmt und rockten per Schülerband auch gleich mal einen feinen Auftakt hin. Zwar konnte man in den folgenden 45-minütigen Sessions kaum eine Idee ernsthaft in die Tiefe denken und am Vormittag war´s dann doch ein bisschen zuviel des guten Yunus. Die meisten Gäste waren zumindest basal über das Thema und Grameen informiert und ich wär gern schneller ins „Doing“ gekommen bzw. in die Adaption für die eigenen Projekte. Oben drüber stand jedenfalls Yunus` Konzept des „Social Business“ und plakativ erklärt geht das so: Das soziale Unternehmen zielt auf die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit wirtschaftlichen (effektiven, spendenunabhängigen) Mitteln. Oder so. Also jedenfalls: Welt retten und trotzdem Geld verdienen geht neuerdings in Ordnung. Nun, lest euch halt selbst ein.

p1000552Wenn Frau schmorrt, tut Mann Seltsames.

Den Zauber jedenfalls brachten die Teilnehmer mit, allesamt fähige, pfiffige und dabei entspannte Mitmenschen, die in den meisten Fällen schon ein eigenes Social Business im Gepäck hatten oder das Yunus´sche Paradigma auf ihre Projekte anwenden wollten. Im direkten Vergleich zum taz-Kongress also eine deutlich wirkungsvollere Gemeinde, die sich nicht in der Systemkritik ergeht, sondern lieber selbst Neues in die Welt bringt. Auch in einer gemütlichen Wiesbadener Bar nach der eigentlichen Veranstaltung fanden sich die Teilnehmer fast geschlossen wieder ein, um dem Networking weiter zu fröhnen. Aber eben nicht so fies, wie das auf gängigen Business-Konferenzen abläuft, sondern mit echter Neugier und dem Willen zum Verschenken von Wissen und Kontakten. Am Sonntag ging´s noch zum Frühstück in das von Reitz miterfundene Café „Perfect Day“, wo den gemeinen Berliner zwar die Preise umhauten, aber es gab eben auch top-fairen Dschungelkaffee samt Ingwer-Orange-Bio-Smoothie dafür (ja, soweit isses schon mit mir).

dkomm bedankt sich und sieht Fortsetzungen freudig entgegen ;-)