Archiv der Kategorie: Gedankt

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Somebody is singing

Mit einem herbeigeholten roten Faden die letzten Tage resümiert:

Charlotte Gainsbourg, die schon mit Beck musizierte und mit Depp spielte, konnte gestern mit Engelszungen nicht gegen den Sound der eigenen Band an. Auch ein zwischenzeitlicher Bassklang, der die Eingeweide kernig durchmassierte, zeugte nicht gerade von der Qualität des Geräuschmeisters in der Volksbühne. Madame G. ist bekanntermaßen ein langbeinig-fragil-attraktives Wesen, zum Publikum bekam sie aber keinen Draht, zu schüchtern and not entertaining at all. Zum Songs runterhören kann man auch die Platte kaufen, was nicht so schlecht wäre, denn die Songs klangen eigentlich super und vielleicht ist darauf auch die Charlotte korrekt eingeregelt.

No more years of hurt
No more need of dreaming
We can dance nobodys dance
We could dance it in France
It’s coming home
Football’s coming home

… lauten doch tatsächlich die letzten Zeilen des Hits „Three lions on the shirt“, den sonst sogar deutsche Fans arglos mitsummen. Das erste WM-Tor Wayne Rooneys muss nun noch mindestens vier Jahre warten, es war die höchste je einer englischen Mannschaft zugefügte WM-Niederlage und 44 Jahre nach Wembley sind wir endlich quitt. Übrigens: Auch bei Einwurf und Freistoß ist die Abseitsregel aufgelöst (erklärte die Süddeutsche). Sollte man ausnutzen gegen Argentinien. Ich brauche es euch nicht zu sagen: Welch legendärer Spaß das war!


„Totes Fleisch, totes Fleisch…“ ächzte ein frenetischer Wurstsack mit Gitarre auf den Treppen der Frankfurter Börse. Der Harrach zelebrierte Kundalini-Yoga in Partnerübung mit seinem Fixie-Bike. Weiß gekleidete Menschen dinierten auf dem Vorplatz und wurden zur Sicherheit von der Polizei eingekesselt. Holtrup organisierte noch einen Sechserpack Rotwein aus den Lagern. Thomas D betete zu uns und am Ende gab es T-Shirts umsonst und feuchte Hände.

Hä?!? KarmaKonsum!

Na und dann, ja dann, war da noch dieser Hurricane. Das Hurricane. Das Festival. Jüngere Menschen blieben länger wach und gleich laut. Man stößt im Alter doch an Grenzen. Da helfen Profi-Ohrstöpsel und Velours-Luftmatratzen auch nicht weiter. Sonntags um 10h begannen die Zeltnachbarn mit „Trichtern“, also Bierdosen aus Gartenschläuchen exen. Danach dreschten sie auf herumliegende Müllteile ein, stoisch, ca. zwei Stunden lang. Irgendwann beginnt man mitzulachen.

Die künstlerischen Highlights: Skunk Anansie aus fünf Metern und auf ihren Füßen von Fans gehalten „Weak as I am“ schreien sehen. Mit den Beatsteaks und tausend Anderen sich hinhocken, um gemeinsam wieder hochzuspringen. Mit Charlie Winston „The whole world in your hands“ halten. Mit Faithless glauben, die Welt kann doch noch „One“ werden. Mit Madsen den Abend verbringen und über den bedröhnten Sänger der Strokes einfach nur lachen. Anstrengend, zu teuer, schön.

Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: „Was macht ihr eigentlich genau?“ dicht gefolgt von „Und womit verdient ihr euer Geld?“. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

15 great books on social media (out of 100 found via Twitter)

I’m back from a short holiday at my parents. We walked hills, swam lakes, drank coffee, chatted. Just wonderful. Besides, I read Seth Godin’s „Tribes – We need you to lead us“ and also a good chunk of „Wikinomics“ by Don Tapscott and Anthony D. Williams.

Easy to guess, both books are in favor of the opportunities Web 2.0 offers us nowadays (low costs of communication, open source, global reach etc.). While Godin takes these as a natural and much more concentrates on leadership and empowering people („tribes“) to follow you – now that one has these opportunities at hand, there’s in fact an obligation to go for your dreams, he says.

Both books are bold, extremely positive („American“) and thus… great. Both remind me that I should push my project the ambassador and implement their findings in our company (rather: network) nest. In the midst of this relaxed environment and inspiration I stumbled upon a tweet about the „100 best books on social media“, so of course I had a glance. From there I picked my 15 favourites with a firm will to really read them in the next couple of months consume a good part of these somewhen. More important: Getting to action after reading ;-)

Here they are (links lead to blog/website of author/s):

Twitter Power, Joel Comm
Groundswell, Charlene Li + Josh Bernoff
The New Rules of Marketing and PR, David Meerman Scott
The Whuffie Factor, Tara Hunt
ProBlogger, Darren Rowse + Chris Garrett
Social Media Marketing, David Evans
Free, Chris Anderson
Smart Mobs, Howard Rheingold
Naked Conversations, Robert Scoble + Shel Israel
The Wisdom of Crowds, James Surowiecki
Linked, Albert-László Barabási
Putting the Public Back in Public Relations, Brian Solis
Buzzmarketing, Mark Hughes
Blogging Heroes, Michael A. Banks (links to free e-book!)
The New Age of Innovation, Prahalad + Krishnan

Seth Godin asks a favor at the end of his book: „Give this copy to someone else“. So I’ll ship the book to whoever comments this article first! Meanwhile, if you own one of the books above, I’d be glad you could lend, donate or sell it to me, just as you wish.

Buzzmarketing

Warum NIEMAND zu SIMYO wechseln sollte

Der Netzanbieter simyo wirkt auf den ersten Blick recht sympathisch: Keine Grundgebühr und 9 Cent Gebühren in alle Netze – “weil einfach einfach einfach ist“.

Gar nicht so einfach wird es bei Zahlungsverzögerung oder Nummernportierung zu einem neuen Anbieter. Die Farce mit simyo trug sich wie folgt zu…

Am 8.7. 2009 schrieb mir simyo:

Wir möchten Sie bitten, den rückständigen Rechnungsbetrag, zuzüglich der angefallenen Gebühr für die Rücklastschrift, in Höhe von insgesamt 115,01 Euro spätestens bis zum 17.07.2009 auf unser Konto […] zu überweisen.

Also – shame on me – ich habe eine Rechnung nicht begleichen können. Daraufhin wurde 1. ohne Vorwarnung meine Nummer (gefühlt) am Folgetag gesperrt (keine sms, keine Mail, kein Schreiben mit Ankündigung), 2. liegt die „angefallene Gebühr“ bei satten 15 Euro, 3. braucht es Tage, bis die Nummer danach wieder freigeschaltet wird – das Kaltstellen der Nummer ohne Vorwarnung geht wie gesagt äußerst zügig.

Daraufhin meine knackige Reaktion:

…Ich finde es unsäglich, dass Sie mir ohne jede Ankündigung das Handy abstellen und dafür noch 15 Gebühren erheben. Bitte schalten Sie es wieder frei, sonst haben Sie mich als Kunden verloren. Ihr Geld kommt in der kommenden Woche, leider gibt es bei mir zurzeit einen Engpass…

Daraufhin simyo’s erbärmliche, unpersönliche, unhilfreiche Antwort:

…Wird eine Mobilfunkrechnung auf Grund einer nicht einzulösenden Lastschrift (Rücklastschrift) nicht ausgeglichen, wird die simyo SIM-Karte aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt. Dabei ist der Grund der Rücklastschrift nicht Ausschlag gebend…

Icke (schon gut in Schwung):

…Ihre unpersönliche und unbewegliche Antwort finde ich schwach. Welche „Sicherheiten“ sehen Sie da gefährdet – meine?! Ich habe den Betrag samt unsinnigem Aufschlag nun ausgeglichen und bitte Sie um schnellstmögliche Freischaltung des Handys. Den Provider werde ich wechseln, meine Kündigung folgt…

Bis heute, exakt einen Monat später, kann ich nicht telefonieren! Längst habe ich einen Vertrag mit T-Mobile geschlossen! simyo blockiert die Portierung meiner Nummer! Als ich eben zum x-ten mal die Kollegen im Telekom-Shop nervte, rückte simyo auf Nachfrage mit dem Wechseldatum heraus: 15.08. 2009 !!! Eine weitere Woche warten, alle Fragen geklärt, alle Rechnungen bezahlt – mal abgesehen von der schicken Portierungsgebühr (welch Anstrengung!) von 25 Euro !!!

Liebes simyo: Mein Handynummer ist meine einzige Telefon- und Geschäftsnummer. Ich werde mich an einen Anwalt wegen beruflicher Schäden wenden. Ich werde diesen Blogbeitrag an interessierte Blogger und Journalisten leiten. Vielen Dank für die freundliche Unterstützung…

Icke & Er & McK

Für unsere junge Agentur nest geht es derzeit mit Riesenschritten weiter. Fast jede Woche geht ein neues Angebot an spannende, potentielle Kunden raus. Natürlich darben wir noch ein bisschen, da Anlaufkosten für (recht hochpreisige) Ökovisitenkarten, den Notar, Einlagen & Co. erste Gelder auffressen. Wir lernen dabei an jedem Kunden, feilen an jedem Konzept neu, versuchen aber eben auch Module zu standardisieren und unser Wissen zu strukturieren, um schneller weiterhin günstige Leistungen anzubieten und dabei eben auch auf unsere Kosten zu kommen. Wir lernen uns ja sogar selbst noch kennen – Sandra baut für mich in jede neue Vorstellungsrunde ein weiteres Detail aus ihrer High-Potential-Vergangenheit ein (tja, schön war die Zeit ;-).

icke und ole und mck

Ein Highlight in den letzten Tagen war sicherlich der Workshop mit Elisabeth, Verena und Michael von Teach First. TF steckt Top-Studenten nach mehrmonatiger Ausbildung an Problemschulen, wo sie für zwei Jahre als Fellows die Lehrerschaft unterstützen (man verzeihe mir die wahrscheinlich oberflächliche Einführung). Ole und ich (bzw. Icke & Er) hatten bei TF unseren ersten offiziellen Auftritt und echt großen Spaß dabei (und die TF’s auch, denke ich). Nun bekamen wir in Form einer Strategieberatung unseren Return on Social Web Investment. Michael, Gründer von TF und heute wieder full-time Berater bei McKinsey, leitete uns durch den Samstagnachmittag. Portfolio schärfen, Mission konkretisieren, Kapazitäten planen – wir konnten aus Begeisterungsgründen und reichlich Redebedarf kaum 50 Prozent unserer geplanten Agenda durchziehen, freuen uns aber schon jetzt auf Fortsetzung. Ole, der noch bis September an seiner Magisterarbeit in Hamburg feilt, dann endlich ins HQ nach Berlin stößt, war standesgemäß per Skype zugeschaltet.

An dieser Stelle schon mal danke an TF und alle anderen Supporter, jeder Kommentar auf facebook macht uns ein bisschen stolzer und zuversichtlicher, Teil einer wachsenden, ökosozialen Bewegung zu sein (*räusper*).

Yours,

dkomm, GF i.G.

Das nest, das Klima, die Lage

Bericht aus der Gründerküche: Mit unserer jüngst gestarteten Agentur nest geht es gut voran. Wir twittern, bloggen und beraten bereits fleißig für unsere ersten Kunden. Sind froh über eine wachsende Partnerschaft mit newthinking. Tanzen auf vielen Hochzeiten und müssen noch in tausend Dingen besser werden, aber haben definitiv einen schwungvollen Start hingelegt. Übergeordnetes Ziel ist Kopenhagen, wo im Dezember das Klima verhandelt wird und damit nicht weniger als die Zukunft des Planeten. Wir werden mit unseren Mitteln versuchen, die vielen guten Klima-Kampagnen per Open-Source-Strategie näher zusammen zu bringen, ohne dabei das Funktionieren unseres eigenen Social Business aus den Augen zu verlieren.

Hm, welch ordentlicher Artikel von mir. Muss am Titel liegen. „Geschäftsführer“. Immer noch komisch, immer noch gut.