Blogger-Soli-Aktion trägt rund 6000 Euro in drei Tagen zusammen

Am 20. April vermeldete Thomas Pfeiffer auf seinem Blog Webevangelisten folgenden Fall:

Einstweilige Verfügung gegen Blogger wegen Meinungsäußerung

„Wenn die Opfer eines pädophilen Pfarrers eine Geldzahlung erhalten und Sitllschweigen vereinbart wird, hat das in meinen Augen den Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung. Auch wenn das Bistum Regensburg jeden kausalen Zusammenhang zwischen der Zahlung und dem vereinbarten Schweigen leugnet.“

Diese Meinungsaüßerung möchte die katholische Kirche gerne vor Ihnen verheimlichen! Es ist im vorliegenden Fall unstrittig, dass 1999 an eine Opferfamilie Geld gezahlt wurde. Beanstandet wird vielmehr, ob die Zahlung von 6.500 D-Mark am 25.11. 1999 als „Schweigegeld“ bezeichnet werden darf und ob sie „den Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung“ hat. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hatte einen Bericht in der Ausgabe 38/2007 mit “Schweigen gegen Geld” überschrieben, Stefan Aigner hatte sich auf darauf in seinem Blog bezogen und auf den SPIEGEL verlinkt. Dafür wurde er zuerst abgemahnt, er unterschrieb die Unterlassungserklärung nicht und nun liegt eine Einstweilige Verfügung gegen den Blogger vor.

Am Ende des Artikels ruft Thomas zu Spenden auf:

Stefan Aigner hat einen Anwalt, der zusammen mit ihm die weitere Strategie plant: Widerspruch einlegen! Doch das ist teuer, mehr als 5.000 € kosten Gericht und gegnerischer Anwalt. Ein dicker Brocken für einen Blogger, ein Pappenstiel für ein katholisches Bistum. Bis zum 4. Mai kann gegen die Einstweilige Verfügung des LG Hamburg noch Widerspruch eingelegt werden. Nur dann kommt es zu einer mündlichen Verhandlung und die 5.000 € werden fällig (ca. 3.000 € sind es schon jetzt!)

Am Morgen des 23. April meldet Thomas mir per Mail:

Die Spenden sind komplett da – über 5800€. Wir werden Widerspruch einlegen.

Die deutsche Blogosphäre (u.a. berichtete Top-Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier ausführlich) bekommt also innerhalb von drei Tagen die Gerichtskosten beisammen und hilft so der Demokratie und freien Meinungsäußerung. Nach den vielen Beispielen der re:campaign mal wieder ein ganz aktueller und konkreter Fall über die Kraft des Social Web.

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