Wer hat Angst vor´m bösen Web?

Quizfrage: Welche Tendenz haben Artikel einer Person, die solche Bücher schreibt?!

  • Klick – Strategien gegen die digitale Verdummung
  • Die Emanzipationsfalle
  • Die Erziehungskatastrophe: Kinder brauchen starke Eltern

Die Rede ist von FAS-Redakteuse Susanne Gaschke. In ihrem „Holzmedium“ schoss Frau G. eindringlich  gegen die Netzgemeinde, schön nachzulesen (und bereits auseinander genommen) bei (von) Tapio.

Foto von Björn per flickr.

pc09Wenn ich nicht im Netz bin, bin ich auffem Sonnendeck: Auf der anderen Spreeseite fordert ver.di den Mindestlohn, hier wird gerade über webgestützte Alternativen zum Parteiensystem diskutiert.

Über´s Wochenende haben wir uns mit einer weiteren, nicht auf den ersten Blick online-affinen Spezies namens Politiker beschäftigt.

Politcamp hieß das Ganze und das radialsystem bot im klimabedingten Frühsommer eine herrliche Location dafür.

Auch hier klang zwar nicht unbedingt Gegenwehr, aber doch Skepsis durch. Die gängigen Befürchtungen auf Seiten der Polit-Aktiven:

„Auf 140 Zeichen lässt sich kein komplexes Thema wie ein Parteiprogramm vermitteln“

Hier klingt die Pauschalvermutung durch, Neue Medien seien oberflächlich und flüchtig. Is Quatsch. Dann schickt man halt den Link zum Parteiprogramm effizienter per twitter. Ja, Nachrichten müssen noch besser „sitzen“, um in Hyperspeedmedien wie twitter eine Chance zu haben. Dennoch bleibt immer die Chance für Tiefe.

„Die Menge der fortgeschrittenen Netznutzer ist nicht relevant im Sinne einer Wahlentscheidung“

Stimmt aber sowas von. Nur: Warum haben sich dann soviele Menschen zum Politcamp erst getroffen?! Es handelt sich um eine spezifische, dennoch interessante Zielgruppe von kommunikativen, wahrscheinlich eher gebildeten und natürlich techaffinen Menschen. Wer die gewinnen will, ist im Netz richtig. Und manchmal reden die auch mit Menschen „da draußen“ und sagen, wie toll der Bütikofer auf facebook abgeht.

„Da muss ich als Politiker die privaten Hosen runterlassen – das will ich nicht“

Dann lass es. Konsequent ignoriert ist noch immer besser als schlecht mitgemacht. Und: Ein rein informativer, dem Medium entsprechend geführter Account bei twitter ist komplett ausreichend und kann viel Interesse auf sich ziehen. Natürlich spielt bei einem Obama ein völligst anderer Hype eine Rolle als dies ein deutscher Lokalpolitiker erwarten kann. Auch auf twitter macht Prominenz Eindruck, das zeigt die Vielzahl der Fake-Accounts.

Bottom Line: Weniger typisch-deutsche Skepsis, weniger Vorurteile, sondern lieber ausprobieren, neugierig sein, „lernen wollen“, so müsste Politiker an die Sache heran gehen.

Dabei viel Glück, ich mach derweil mal hier weiter…

Und hier noch ein aufgeschnapptes Zitat von Marx ohne wirklich kausalen Zusammenhang (wir im Netz dürfen das!):

Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation.

Achso, summa summarum war es toll und viele interessante Menschen vor Ort – danke an die Orga!

2 Gedanken zu „Wer hat Angst vor´m bösen Web?

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