Vom Lernen und Lachen

Achtung, der Name ist etwas lang: „Grameen Creative Lab Klassentreffen“. „Grameen“ nennt sich die Unternehmensfamilie von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus (vorrangig für sein Konzept der Mikrokredite bekannt), das „Creative Lab“ ist eine in Deutschland ansässige Unterabteilung und Denksportgruppe mit tollen Menschen, die am vergangenen Samstag nun eben das Format des „Klassentreffens“ ausprobiert hat. Federführend ist ein gewisser Hans Reitz, „Creative Advisor to Mr. Yunus“, Multi-Entrepreneur, Handshaker von Leuten wie Bill Clinton, Richard Branson und den anderen WEF-Schnittchen, dabei dennoch ein völligst nahbarer Typ und ganzheitlicher Kopf, den man mal gesehen haben sollte.

p1000553Wenn Frau spricht, hört Mann brav zu. Schwarz auf grün wirkt übrigens knackig. Kurze grüne Hose auch.

Nun fand diese Veranstaltung an einer Wiesbadener Hauptschule statt, die von Reitz betreuten Schüler hatten die Orga gestemmt und rockten per Schülerband auch gleich mal einen feinen Auftakt hin. Zwar konnte man in den folgenden 45-minütigen Sessions kaum eine Idee ernsthaft in die Tiefe denken und am Vormittag war´s dann doch ein bisschen zuviel des guten Yunus. Die meisten Gäste waren zumindest basal über das Thema und Grameen informiert und ich wär gern schneller ins „Doing“ gekommen bzw. in die Adaption für die eigenen Projekte. Oben drüber stand jedenfalls Yunus` Konzept des „Social Business“ und plakativ erklärt geht das so: Das soziale Unternehmen zielt auf die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit wirtschaftlichen (effektiven, spendenunabhängigen) Mitteln. Oder so. Also jedenfalls: Welt retten und trotzdem Geld verdienen geht neuerdings in Ordnung. Nun, lest euch halt selbst ein.

p1000552Wenn Frau schmorrt, tut Mann Seltsames.

Den Zauber jedenfalls brachten die Teilnehmer mit, allesamt fähige, pfiffige und dabei entspannte Mitmenschen, die in den meisten Fällen schon ein eigenes Social Business im Gepäck hatten oder das Yunus´sche Paradigma auf ihre Projekte anwenden wollten. Im direkten Vergleich zum taz-Kongress also eine deutlich wirkungsvollere Gemeinde, die sich nicht in der Systemkritik ergeht, sondern lieber selbst Neues in die Welt bringt. Auch in einer gemütlichen Wiesbadener Bar nach der eigentlichen Veranstaltung fanden sich die Teilnehmer fast geschlossen wieder ein, um dem Networking weiter zu fröhnen. Aber eben nicht so fies, wie das auf gängigen Business-Konferenzen abläuft, sondern mit echter Neugier und dem Willen zum Verschenken von Wissen und Kontakten. Am Sonntag ging´s noch zum Frühstück in das von Reitz miterfundene Café „Perfect Day“, wo den gemeinen Berliner zwar die Preise umhauten, aber es gab eben auch top-fairen Dschungelkaffee samt Ingwer-Orange-Bio-Smoothie dafür (ja, soweit isses schon mit mir).

dkomm bedankt sich und sieht Fortsetzungen freudig entgegen ;-)

5 Gedanken zu „Vom Lernen und Lachen

  1. Sandra Troegl

    Mindestens großartig das Foto. Da denkt man ein solch tiefgründiger Bericht würde flankiert von Fotos der Schulband-Eröffnung oder einem Portrait von Hans in Orange mit Batikschal und Hut oder einem halbwegs vorzeigbaren Gruppenfoto und was sieht man? Die ungeschminkte Realität am Sonntag morgen. Das Schlimmste dabei: eigentlich war ich ganz gut gelaunt! Meine Mutter würde sagen: „Kind, so siehst du halt aus.“

    Antwort
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