Auf „Du“ mit den Großen: Der World Business Dialogue

Hier und auf freitag.de werde ich mit Anna und Ole LIVE von den Events G20-Gipfel (London), re:publica (Berlin) und World Business Dialogue (Köln) berichten. Morgen, 1. April, geht es los: zwei Tage Insider-News über Politik, Wirtschaft und Web 2.0 – einschalten !!!

„Weltwirtschaftskongress“ wurde er immer von eifrigen Journalisten übersetzt, die den Anglizismus fein säuberlich aus ihrer Kunst verbannen wollten. So oder so: Ein ordentliches Pfund, dieser Titel. Das Ziel: 300 internationale Top-Studenten mit ebenso global aktiven Wirtschaftsbossen zusammenbringen. Alle zwei Jahre vollbringen Studenten der Uni Köln dieses kleine Wunder – ehrenamtlich. Alle zwei Jahre ein völlig neues Team und doch funktioniert es immer wieder. Die maue Kölner Uni wird rund eine Woche lang auf links gedreht, um hier ein stattliches Kongresszentrum zu errichten.

Herbert Hainer von adidas, Richard Pott von Bayer oder Henning Kagermann von SAP – wie üblich, findet sich der ein oder andere aus dem DAX ein. Bei dieser 12ten Auflage des Kongresses werden sie selbst hier, vor Wirtschaftsstudenten, der vermeintlichen Klientel und den Mitarbeitern von morgen, kritischer denn je beäugt. Zum ersten Mal seit langen Jahren weicht das Kongressthema auf, orientiert sich nicht mehr so strikt an rein betriebswirtschaftlichen Ekenntnissen, sondern es fallen auch Schlagwörter wie Sinn und Verantwortung, natürlich schön verpackt als „Corporate Social Responsibility“. In Workshops wird über grüne Wertschöpfungsketten, die faire Verteilung von Ressourcen und „Sustainable Marketing“ gesprochen, ja sogar einen vom BUND haben sie eingeladen, der den Anwesenden den Kopf zum Thema Greenwashing waschen darf.

Sie müssen sich bewegen, Krise hin oder her. Dass der Verbraucher dank Web 2.0 immer besser bescheid weiß, das der kleinste ökologisch oder sozial verwerfliche Fehltritt zum Brandherd werden kann, diese Themen können nicht länger weggenickt und mit Mehdornschem Stoismus übergangen werden. Also wollen sie ihn verstehen, den LOHAS, der über soziale Netzwerke schneller an Informationen denn je gelangt und gute wie schlechte Nachrichten in Windeseile weiter verbreitet.

Der Wirtschaft geht es nicht gut. Aber sie kann immer noch Spass machen, Leidenschaft wecken, Werte schöpfen. Und wenn Business-Studenten das große Wort Nachhaltigkeit als Kerndisziplin von Unternehmen ausmachen, dann sollte man nicht gleich reflexhaft abwinken. Ob die Manager von morgen nur kühl neue Zielgruppen ausspähen oder tatsächlich eine bessere Welt wollen – das wird meine Leitfrage für die kommenden zwei Tage sein.

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