Archiv der Kategorie: Gutes

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Komm doch, 2011!

EINS

Nestchef Ole ist in Sierra Leone, es geht natürlich nicht ohne Hilfsprojekt ab. Hier Kleinkredite an Unternehmerinnen vergeben.

ZWEI

Dieses Jahr sieben Landtagswahlen in Deutschland – Zeit für den Wechsel. Wir unterstützen die Grünen und Renate Künast in Berlin.

DREI

Es werde re:campaign. Am 16. und 17. April steigt unsere zweite Konferenz für Online-Campaigning veranstaltet mit Oxfam, newthinking und der Socialbar. Tickets ab sofort hier.

xxx

Manche sagen, 2012 geht die Welt unter. Also jetzt nochmal Vollgas machen!

Please kickstart a friend!

UPDATE: Yeah, es ist geschafft! Danke an alle, die vielleicht über diesen Artikel mitgespendet haben – Crowdfunding rulez!

Es ist zunächst mal schlichtweg eine Freude wie locker das Spenden über Amazon funktioniert und wie swift und angenehm die Funktionen, Klarheit und Design bei Kickstarter sofort wirken. Für einen Freund, der per E-Mail um Spenden bat, zücke ich umso leichter die digitale Geldbörse. Tut es mir bitte nach:

Klimapräsident Nasheed in Berlin: “Those last two lines cloud the facts”

Der maledivische Präsident Mohamed Nasheed kam nach Merkel-Besuch heute früh an die FU Berlin. Weltweit bekannt wurde Nasheed durch die erste Parlamentssitzung unter Wasser, mit der er medientauglich auf die Folgen des Klimawandels hinwies. Der kleine Staatschefs eines kleinen Inselstaates zeigte sich als ein seltener Aktivist an der Staatsspitze. Eindringlich regte sich Nasheed über den “E-Mail Leak” kurz vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen im Dezember 09 auf – scheinbar gezielt vor dem Gipfel platziert, gelangten E-Mails von Wissenschaftlern des IPCC an die Öffentlichkeit, die Uneinigkeit über das Klimathema suggerierten und von der Presse stark aufgebauscht wurden.

“The science is straight”, bekräftigte Nasheed, dass einige Unstimmigkeiten in E-Mails nicht das insgesamt warnende Ergebnis des Klimaberichts unterminieren könnten. “Where is the investigative journalism to reveal this conspiracy?”, sandte Nasheed auch eine Kritik an die Medien. Wenn Journalisten heute von seinem Auftritt in Berlin berichten würden, würde es in den letzten zwei Zeilen wieder beiläufig um den Mailskandal gehen, “and those two lines cloud the facts” – diese zwei Zeilen säen die Zweifel im unbescholtenen Bürger.

In spätestens zehn Jahren wollen die Malediven klimaneutral wirtschaften und somit ein Beispiel setzen, das sich eine grün orientierte Wirtschaft ebenso rentieren kann. Als Kernproblematik der bislang gescheiterten Klimaverhandlungen machte Nasheed das Mißtrauen von Entwicklungsstaaten ggü. Industriestaaten aus. “Developing countries must no longer think that the industrialized nations want to halt their development using the climate argument – we have to move on from the past”. Der UN-Prozess müsse radikal vereinfacht werden, damit die Substanz wieder in den Vordergrund treten könne. Ein Lob schließlich für unsere Kanzlerin: “Angela was the only head of state [from the industrialized nations] in Copenhagen that stood on the side of the island states.”

Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: “Was macht ihr eigentlich genau?” dicht gefolgt von “Und womit verdient ihr euer Geld?”. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

Klima retten, diesen Samstag!

Mehr als 3.500 Aktionen in rund 160 Ländern:

Klima-Aktionstag diesen Samstag, 24. Oktober 2009

Berlin schickt 350 verkleidete Kanzlerinnen und stumme Raver auf die Straße


(Berlin). Mit mehr als 3.500 Aktionen in rund 160 Ländern wird der Klima-Aktionstag die wahrscheinlich größte Demonstration der Menschheitsgeschichte. Am 24. Oktober feiern und demonstrieren Umweltaktivisten auf der ganzen Welt für ein ehrgeiziges, gerechtes und verbindliches Abkommen beim diesjährigen UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen. Dabei steht die vielleicht wichtigste Zahl der Welt im Vordergrund: 350 Teile pro Millionen Teile Kohlendioxid (ppm) in der Atmosphäre sind das Höchstmaß, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels zu verhindern.


Am Aktionstag wollen die Initiatoren von www.350.org/de mehr Bürger über die wissenschaftlichen Fakten des Klimawandels informieren – noch immer wissen zu wenig Deutsche von der größten globalen Bedrohung. Nur ein Bruchteil kennt das Datum des Kopenhagener Gipfels, bei dem gravierende Entscheidungen für die Zukunft des Planeten getroffen werden.


parade

Der Klima-Aktionstag in Berlin


350 Rosen für die „Klimakanzlerin“

Event-Casting: Aus 350 verkleideten Angela Merkels wird die eine, wahre Klimakanzlerin gesucht. In einer öffentlichen Casting-Show muss sich die echte Klimakanzlerin für die richtigen Entscheidungen in Kopenhagen entschließen, um am Ende als strahlende Siegerin dazustehen.

11:30 – 12 Uhr

Pariser Platz am Brandenburger Tor

www.klimapiraten.net und www.klimakanzlerin-gesucht.de


350 gelöschte Tonnen CO2

Der Aufkauf von Emissionszertifikaten verteuert schmutzige Geschäfte

12:05 Uhr

Pariser Platz am Brandenburger Tor

www.thecompensators.org


350 stumme Raver – die Silent Climate Parade

350 Raver mit Funkkopfhörern werden vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz tanzen, die DJs Dr. Motte (Gründer der Loveparade) und Dirty Doering (Held der Bar25) werden auflegen. Doch nur die 350 Demonstranten hören ihren Sound, da sie mit Funkkopfhörern ausgestattet sind. Bewegungen, Aktionen und Choreografien der Teilnehmer bleiben für Passanten rätselhaft. Die Parade ist emissionsfrei, eine Elektromobil zieht das DJ-Set, die Musikanlage wird mit Solarstrom angetrieben.

15 – 18 Uhr

Potsdamer Platz bis Alexanderplatz

www.climateparade.de (Kopfhörer sichern!)


350 paradiesische Verführungen für mehr Energie-Effizienz

Gezielt konsumieren statt boykottieren
1
0 – 20 Uhr
eve&adam’s, Rosa-Luxemburg-Strasse 24-26, Nähe Alexanderplatz

www.carrotmobberlin.com

350 Taucherbrillen & Schnorchel

Wir saufen ab! Die Klimawandel-Afterparty

ab 23 Uhr

Möbelfabrik, Brunnenstraße 10, Berlin-Mitte

http://bit.ly/XypMS (Facebook-Event) – made by @unfucktheworld feat. Nest

Betr.: Rettung der Erde

Liebe Mitmenschen,

wir haben ein Problem. Es ist groß und heißt Klimawandel. Für alle, die sich bislang sagten “Ich allein kann doch nix ausrichten” gibt es jetzt keine Ausreden mehr. Sondern:

Heldenbanner-300x250

Tue Folgendes JETZT:

  • Registrieren und mitmachen
  • Bloggen, Twittern, Newslettern über diese Aktion
  • Netzwerke und engagierte Menschen ansprechen

Warum ist diese Aktion so wichtig?

Erste Folgen der globalen Erwärmung sind bereits in reichen Industrienationen wie Deutschland zu spüren – für die Entwicklungsländer bedeutet der Klimawandel schon heute eine Katastrophe! Dürren, Stürme und Überschwemmungen töten Menschen, zwingen sie zur Flucht und verschärfen ohnehin prekäre Lebensbedingungen. Der auf fossilen Brennstoffen basierende Energiehunger der reichen und aufstrebenden Länder bedroht die Sicherheit von Milliarden.

In 100 Tagen werden wir wissen, ob die Staatenlenker der Welt ihrer Verantwortung für die Menschheit gerecht werden. In 100 Tagen muss beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen ein Abkommen stehen, das ehrgeizig, verbindlich und gerecht dieser ersten globalen Bedrohung begegnet.

Was tun die Klimahelden?

In den kommenden 100 Tagen dürfen wir, die Bürger, keine Zeit verlieren. Mit Mut und Macht müssen wir den Politikern zeigen, das wir beim Klimaschutz auf sie zählen. Dazu ruft Oxfam die Aktion “100 Tage Klimahelden” aus, um gemeinsam den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Klimahelden protestieren, schicken Briefe und Faxe und stellen Politiker in der Öffentlichkeit. Sie erinnern kreativ und engagiert an die dringende Notwendigkeit zum Handeln.

Held/in werden ist ganz einfach: Registrier dich auf www.oxfamklimahelden.de und mach mit!

Dazu auch die Ubercampaign aller großen und kleinen NGOs:

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Atomkraftwerke verursachen Krebs, sind unsicher und hinterlassen Müll für Millionen Jahre – CDU abwählen!

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Ich bin ja sonst nicht so, aber motiviert durch die Eindrücke der heutigen Anti-Atom-Demo in Berlin, will ich einfach mal Tacheles bloggen.

Ich bekam dabei ein feines Booklet der Elektrizitätswerke Schönau in die Hand, einem der vier echten, unabhängigen Stromversorger. Es trägt den Namen “100 gute Gründe gegen Atomkraft” und bietet online z.B. einen “Argumentationstrainer” sowie richtig pfiffige Banner (s. rechts unten in der Seitenleiste dieses Blogs).

Überzeugen Sie sich selbst auf: http://100-gute-gruende.de

Dagegen titelte unser aller Volksblatt Bild neulich “Der Irsinn mit dem Atomausstieg” und veröffentlichte “7Wahrheiten” über “unsere” (!) Energie. Dieser Propagandaquatsch der Atomkonzerne wurde vom Klimalügen-Detektor gleich wieder zerlegt. Die Wahrheit ist bekanntlich dehnbar, deswegen seien auch die Medien etwa bei der Vorbereitung auf die Bundestagswahl weise gewählt…

Futter, um gegen den eigenen Vati und in der Clique argumentativ zu bestehen, bieten neben den oben genannten:

Zum Thema Demos: Informieren und hingehen! Zu sehen gibt es viele engagierte Menschen, lustige Plakate, (Live-)Musik und gute Gründe – alles gar nicht so schlimm also. Wir brauchen eine neue Protestkultur und dürfen die Politik nicht den Politikern überlassen!

Ein paar Eindrücke von heute per Handy-Video:

100% erneuerbare Energien für Europa bis 2050

…lautet die Vision des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, des European Climate Forum und Unterstützern wie Germanwatch. Sie wollen ein “SuperSmartGrid” etablieren, eine Mischung aus “Super Grids” – großen Energieströmen etwa durch Solarenergie aus Afrika – und “Smart Grids”, das sind dezentrale, kleinere Energiequellen, unabhängig von den großen Konzernen.

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Zu den Superleitungen zählt auch das Projekt “Desertec“, dass gestützt etwa durch die Münchener Rück mit richtig viel Geld an den mutigen, aber absolut notwendigen Umbau unserer Energieversorgung rangeht.

Ein anderer großer Versicherer, die Allianz Gruppe, unterstützte bereits dropping knowledge, ein Projekt, für das ich rund zwei Jahre gearbeitet habe. Auch die Allianz kümmert sich heute noch stark um das Thema Klimawandel, denn der Sektor scheint den Braten schon gerochen zu haben:

Die Versicherungszahlungen, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen würden, treiben die großen Versicherer in den Bankrott! Vielleicht werden wir da demnächst noch ein kleines Wunder erleben, wenn die Wirtschaft ausnahmsweise für die gute Sache Lobbyarbeit macht…

Um euch die üblichen Flausen – Kosten, Verfügbarkeit, “Versorgungslücke” – aus dem Kopf zu treiben, seht euch bitte direkt bei den Quellen um, die das besser als ich erklären können.

Und hier noch ein neulich entdecktes Filmchen zur Sache:

Don Tapscott on “Rebuilding the World”

(gefunden bei Ulrike Reinhard)

“If a hundred years ago your job would´ve been to design the transportation system for the 21st century and I gave you some design principles and the design principles were: It must use as much energy as possible, it must kill as many people as possible, it must use as much physical territory of the planet as possible, it must build obsolecent entities so that you need to replace the vehicles that move you around, say, every three or four years, it must release as much carbon externalities into the air as possible, well, what would you come up with? You would come up with the internal combustion engine automobile and the highway system we have today…”

The new keynote “Rebuilding the World” by Don Tapscott from Sander Duivestein on Vimeo.

Das nest, das Klima, die Lage

Bericht aus der Gründerküche: Mit unserer jüngst gestarteten Agentur nest geht es gut voran. Wir twittern, bloggen und beraten bereits fleißig für unsere ersten Kunden. Sind froh über eine wachsende Partnerschaft mit newthinking. Tanzen auf vielen Hochzeiten und müssen noch in tausend Dingen besser werden, aber haben definitiv einen schwungvollen Start hingelegt. Übergeordnetes Ziel ist Kopenhagen, wo im Dezember das Klima verhandelt wird und damit nicht weniger als die Zukunft des Planeten. Wir werden mit unseren Mitteln versuchen, die vielen guten Klima-Kampagnen per Open-Source-Strategie näher zusammen zu bringen, ohne dabei das Funktionieren unseres eigenen Social Business aus den Augen zu verlieren.

Hm, welch ordentlicher Artikel von mir. Muss am Titel liegen. “Geschäftsführer”. Immer noch komisch, immer noch gut.

Vom Lernen und Lachen

Achtung, der Name ist etwas lang: „Grameen Creative Lab Klassentreffen“. „Grameen“ nennt sich die Unternehmensfamilie von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus (vorrangig für sein Konzept der Mikrokredite bekannt), das „Creative Lab“ ist eine in Deutschland ansässige Unterabteilung und Denksportgruppe mit tollen Menschen, die am vergangenen Samstag nun eben das Format des „Klassentreffens“ ausprobiert hat. Federführend ist ein gewisser Hans Reitz, „Creative Advisor to Mr. Yunus“, Multi-Entrepreneur, Handshaker von Leuten wie Bill Clinton, Richard Branson und den anderen WEF-Schnittchen, dabei dennoch ein völligst nahbarer Typ und ganzheitlicher Kopf, den man mal gesehen haben sollte.

p1000553Wenn Frau spricht, hört Mann brav zu. Schwarz auf grün wirkt übrigens knackig. Kurze grüne Hose auch.

Nun fand diese Veranstaltung an einer Wiesbadener Hauptschule statt, die von Reitz betreuten Schüler hatten die Orga gestemmt und rockten per Schülerband auch gleich mal einen feinen Auftakt hin. Zwar konnte man in den folgenden 45-minütigen Sessions kaum eine Idee ernsthaft in die Tiefe denken und am Vormittag war´s dann doch ein bisschen zuviel des guten Yunus. Die meisten Gäste waren zumindest basal über das Thema und Grameen informiert und ich wär gern schneller ins „Doing“ gekommen bzw. in die Adaption für die eigenen Projekte. Oben drüber stand jedenfalls Yunus` Konzept des „Social Business“ und plakativ erklärt geht das so: Das soziale Unternehmen zielt auf die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit wirtschaftlichen (effektiven, spendenunabhängigen) Mitteln. Oder so. Also jedenfalls: Welt retten und trotzdem Geld verdienen geht neuerdings in Ordnung. Nun, lest euch halt selbst ein.

p1000552Wenn Frau schmorrt, tut Mann Seltsames.

Den Zauber jedenfalls brachten die Teilnehmer mit, allesamt fähige, pfiffige und dabei entspannte Mitmenschen, die in den meisten Fällen schon ein eigenes Social Business im Gepäck hatten oder das Yunus´sche Paradigma auf ihre Projekte anwenden wollten. Im direkten Vergleich zum taz-Kongress also eine deutlich wirkungsvollere Gemeinde, die sich nicht in der Systemkritik ergeht, sondern lieber selbst Neues in die Welt bringt. Auch in einer gemütlichen Wiesbadener Bar nach der eigentlichen Veranstaltung fanden sich die Teilnehmer fast geschlossen wieder ein, um dem Networking weiter zu fröhnen. Aber eben nicht so fies, wie das auf gängigen Business-Konferenzen abläuft, sondern mit echter Neugier und dem Willen zum Verschenken von Wissen und Kontakten. Am Sonntag ging´s noch zum Frühstück in das von Reitz miterfundene Café „Perfect Day“, wo den gemeinen Berliner zwar die Preise umhauten, aber es gab eben auch top-fairen Dschungelkaffee samt Ingwer-Orange-Bio-Smoothie dafür (ja, soweit isses schon mit mir).

dkomm bedankt sich und sieht Fortsetzungen freudig entgegen ;-)

30 Jahre taz! Die Welt ist immer noch schlecht…

axel-breitSo nah und doch so fern: Von ein paar Straßen weiter schickte der Axel-Springer-Verlag Geburtstagsgrüße ins neue taz-Layout.


Schön war´s, das mal voraus geschickt. Nur einen Hauch älter als ich feierte die taz am vergangenen Wochenende ihren 30. Geburtstag mit einer stattlichen Konferenz und einem neuen Layout. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass sich eine (zwar bekannt linke) “unabhängige” Zeitung derart zu Protest, Wut, NGOs und Aktivisten bekennt. Wörter wie „Neo-Liberalismus“, „Bullen“ und klare Anti-Statements zu Westerwelle und CSU als rote Tücher gehörten hier zum üblichen Jargon und manche Ideen, Ansichten und Kommentare überstiegen dann selbst meine Vorstellungen von einer gerechten Welt (bzw. wie sie realistisch zu erreichen wäre).

apfelfront

Ob der anti-nationale “Pink Rabbit” mit der “Front deutscher Äpfel” gut Freund wird? Szenen der taz Aktivisten-Gala.


Da präsentierte sich z.B. ausgerechnet die Naturfreunde-Jugend Berlin bei der „Aktivisten-Gala“ am ersten Kongressabend mit dem „Pink Rabbit“. Der Plüschhase mischt sich immer dann ein, wenn es um nationale Inszenierungen geht. „Wir wollen keine Werbung für Deutschland. Wir wollen Deutschland nicht“, heißt es im begleitenden Flugblatt. Die Idee ist witzig, sorgt für Aufmerksamkeit, der Zweck – Auflösung der Nationalstaaten – mag angesichts globalisierter Verhältnisse sinnvoll sein. Vorrangig und erreichbar sind meiner Ansicht andere Themen…

welzer

Das Buch habe er gelesen, bei der Anmoderation brachte der taz-Mann (links) die Vita von Harald Welzer allerdings gehörig ins Schwanken.


Der gute, alte Klimawandel etwa. Sozialpsychologe, Kulturforscher und Utopia-Kollege Harald Welzer gab dem Thema neuen Zündstoff und stellte die Thesen seines Buches „Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ vor. Das waren 45 Minuten freie Rede und pure, beängstigende Unterhaltung. „Illusorisch“, nannte Welzer den Zustand der „superreichen“ Staaten wie Deutschland. Während wir unsere luxuriöse Infrastruktur, Ordnungspolitik und weitestgehend gewaltbereinigte Umgebung als gegeben wahrnehmen, löst der von uns befeuerte Klimawandel anderorts und genau jetzt (!) bereits haarstäubende Konflikte aus. Beispiel Darfur: Gen Süden nimmt die Verwüstung zu, die Menschen flüchten vor den Klimafolgen, territoriale Konflikte entstehen, erst dann (!) werden ethnische Gründe hinzugetextet und korrupte Politiker, Waffenschieber und weitere Kriegsgewinnler halten das Ganze am Laufen. Was der Westen in die Atmosphäre bläst, lässt Menschen aus Afrika nach Spanien flüchten. Was tun wir, anstatt an der Wurzel des Problems zu arbeiten (aka Kohlekraftwerke abschalten, E-Autos etablieren, konsequent auf Erneuerbare umzusteigen usw.)?! Wir gründen FRONTEX, den internationalen Zusammenschluss von Grenzwächtern – wir halten unsere Opfer draußen, die nach immer komplizierteren Fluchtwegen suchen und entsprechend häufiger… sterben.

rosa-rose

Agit-Gartenzwerge, Bio-Samen und das Motto einer grünen Generation – Activist-Kit der “Gartenpiraten”.


Dass 80 Prozent der weltweiten Energie nach wie vor aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, dass eine globale Gesellschaft auf einer defintiv endlichen und planetar absolut schädlichen Ressource begründet ist, das nennt Welzer „bizarr“ und ich konnte nur heftig nicken, wenn ich nicht gerade wieder verzweifelt den Kopf schüttelte. Auf seinen Vortrag folgten nicht zum ersten Mal grandios dümmliche, irrelevante oder selbstdarstellerische Kommentare aus dem Publikum (natürlich nicht ausschließlich). Dabei sollte die Diskussion um Themen (Klima, Krise oder Tierschutz?) und Formate (Flashmobs, Online-Petitionen oder old-school Straßendemo?) endlich beendet werden! Sonderbar, wie sich eine ohnehin zu schwache Bewegung gegenseitig im Weg steht und kritisiert. Angesichts der massiven und komplexen Probleme ist die Lage doch so:

Alles ist erlaubt, jeder kreative Weg recht, jedes Talent ist einzubringen. Wenn sich eine Freundin von mir neulich für den sonderbar erscheinenden Schutz der Fledermäuse begeistert – dann los! Wenn Welzer kritisiert wird, was er als Wissenschaftler denn selbst gegen die Zustände unternähme – dann Klappe halten! Und selber aufgrund seiner Erkenntnisse aktiv werden! Notwendig ist eine flächendeckende Re-Politisierung, ein Entkrampfen des Aktivismus hin zur Notwendigkeit und Bürgerpflicht, Rahmenbedingungen und soziale Akzeptanz zu schaffen für solche, die sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden und schlussendlich für ALLE (Banker, Handykids, digitale Bohéme, Nido-Leser, also jeden, den es einen Scheiss interessiert) an der – sagen wir es mal deutlich – Rettung dieser Erde im Großen und Kleinen arbeitet.

twall

Hier und da wurde die Gründerzeit-taz-Klientel mit neuen Medien überfordert und während andere brav am Mikro anstanden, eroberten wir uns zügig die Meinungsführerschaft an der twitterwall.


Da wo alles anfing, zwischen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt, gründeten wir an diesem Wochenende „nest – Ideen-Agentur und Social Media Beratung für ökosoziale Zwecke“. Und hoffen, „der Bewegung“ damit zur Seite zu stehen. Nicht für ein Thema, sondern für alle, die intelligent und effektiv an einer besseren Welt arbeiten. Mit den uns gegebenen Fähigkeiten.

yes-andy

Auch Andy Bichlbaum von den Yes Men musste sich mit dem ein oder anderen sinnfreien Kommentar der Germans herumschlagen.


Um es mit Welzers Worten zu sagen: Schönen Sonntag noch!

Und: Besten Dank, neue/alte taz.

Wisdom of Crow(d)s or the coolest piece ever written about birds & the web

I didn´t expect a natural phenomenon to happen right in the middle of Berlin. But so it did. Here´s how and how it turned out to be a great metaphor for social action in the net. Tired from a not so thrilling conference I walked along the river Spree towards the massive Bundeskanzleramt – Angie Merkels White House, if you want. I stopped where the huge walls of the building run into one cone end. Pretty impressive by its own, I soon figured crows flying from left to right through the vast circular holes of the walls.

(ok, due to my lack of proper English to express architectural shapes, let me give you an impression. This is quite like where I stood, to the right comes the cone end and clearly to see, there´s those big built-in holes)

bka-swarm

Maybe it was the sleepiness that tuned my brain to gamma-waves, but it was one of those moments that might appear ordinary for any other person, but pretty special to you being in the right mood for „seeing things“. So crows came from left to right and right to left flying through that hole as if they were making fun of the million and kilo heavy, grey design monster. „Kra, kra“. Alright. I walked on. More „kra, kra, kra“ above my head and I saw them flying across the top edge of the building. Arrows of black, not too fast, rather floating. The „flap, flap, flap“ of their wings came to it. I sat down. I saw them building dark clouds over at the other side of the river. I bended backwards over the bench, looking straight into the sky. „Kra, flap, kra“. It just did not stop. They did not stop. Ever more lines of crows flew over that roof edge and darkened the sky. I don´t give you a stupid crow photo from flickr here, imagine just the biggest accumulation of birds possible – that´s what it was.

I began trying to figure out a plan behind their flight direction. Who was leading? Who had the idea to settle on that tree across the river, so many now, that the tree carried far more load than it had with its leaves back in summer? Inside the stream of birds were outliers, mini flocks doing their for a short span of time, yet keeping connected to the whole. Now, the thing about staring in the sky or staring at anything is that people join you, because they don´t want to miss the show. Two other guys, according to their style coming from the same conference, stopped and watched with me. Their smiles and shaking heads told me that I wasn´t the only freak seeing something rare in this. The swarm left the tree (it were far too many for one tree, so some sat on trees nearby or kept circling the center). Again, if they wouldn´t have looked all the same, I might have been able to figure out the boss of that armada. Nope.

dohle-murnauA picture that hang in an office on a total different occasion a few days after publishing…

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Auf „Du“ mit den Großen: Der World Business Dialogue

Hier und auf freitag.de werde ich mit Anna und Ole LIVE von den Events G20-Gipfel (London), re:publica (Berlin) und World Business Dialogue (Köln) berichten. Morgen, 1. April, geht es los: zwei Tage Insider-News über Politik, Wirtschaft und Web 2.0 – einschalten !!!

„Weltwirtschaftskongress“ wurde er immer von eifrigen Journalisten übersetzt, die den Anglizismus fein säuberlich aus ihrer Kunst verbannen wollten. So oder so: Ein ordentliches Pfund, dieser Titel. Das Ziel: 300 internationale Top-Studenten mit ebenso global aktiven Wirtschaftsbossen zusammenbringen. Alle zwei Jahre vollbringen Studenten der Uni Köln dieses kleine Wunder – ehrenamtlich. Alle zwei Jahre ein völlig neues Team und doch funktioniert es immer wieder. Die maue Kölner Uni wird rund eine Woche lang auf links gedreht, um hier ein stattliches Kongresszentrum zu errichten.

Herbert Hainer von adidas, Richard Pott von Bayer oder Henning Kagermann von SAP – wie üblich, findet sich der ein oder andere aus dem DAX ein. Bei dieser 12ten Auflage des Kongresses werden sie selbst hier, vor Wirtschaftsstudenten, der vermeintlichen Klientel und den Mitarbeitern von morgen, kritischer denn je beäugt. Zum ersten Mal seit langen Jahren weicht das Kongressthema auf, orientiert sich nicht mehr so strikt an rein betriebswirtschaftlichen Ekenntnissen, sondern es fallen auch Schlagwörter wie Sinn und Verantwortung, natürlich schön verpackt als „Corporate Social Responsibility“. In Workshops wird über grüne Wertschöpfungsketten, die faire Verteilung von Ressourcen und „Sustainable Marketing“ gesprochen, ja sogar einen vom BUND haben sie eingeladen, der den Anwesenden den Kopf zum Thema Greenwashing waschen darf.

Sie müssen sich bewegen, Krise hin oder her. Dass der Verbraucher dank Web 2.0 immer besser bescheid weiß, das der kleinste ökologisch oder sozial verwerfliche Fehltritt zum Brandherd werden kann, diese Themen können nicht länger weggenickt und mit Mehdornschem Stoismus übergangen werden. Also wollen sie ihn verstehen, den LOHAS, der über soziale Netzwerke schneller an Informationen denn je gelangt und gute wie schlechte Nachrichten in Windeseile weiter verbreitet.

Der Wirtschaft geht es nicht gut. Aber sie kann immer noch Spass machen, Leidenschaft wecken, Werte schöpfen. Und wenn Business-Studenten das große Wort Nachhaltigkeit als Kerndisziplin von Unternehmen ausmachen, dann sollte man nicht gleich reflexhaft abwinken. Ob die Manager von morgen nur kühl neue Zielgruppen ausspähen oder tatsächlich eine bessere Welt wollen – das wird meine Leitfrage für die kommenden zwei Tage sein.

22 tips to fundraise with twitter (inkl. sehr viel Vorlauftext über das Spenden an sich ;-)

2,500 $ in 90 Minuten. 10.000 $ in 48 Stunden. 15.000 $ in 24 Stunden.

Bei diesen Zahlen handelt es sich nicht etwa um das Salär von Rennmaus M. Schumacher zu besten Ferrarizeiten. Weit gefehlt. Das sind Spenden. Spenden! In Rekordzeit erwirtschaftet über… (tä-dää) twitta (wie der Berlina sacht). Entnommen sind die Zahlen dem Blog von Beth Kanter, die wohl zu den Gurus zählt, wenn es um Social Media Beratung für Nonprofits geht. (Ein schöneres Wort ist übrigens „Social Profit Organization“, heute gelernt).

Mit Red Bull und ein wenig Obst im Magen tauchte ich dann also letzte NDonnerstagnacht immer tiefer in Beth´s Blog und die Geheimnisse des süchtig machenden twitterversums ab. Und: Wie man es spendenmäßig nutzen kann. Denn ich bin betroffen: Für das Projekt WE Benin fehlen uns noch ein paar Tausender. Mehrere Mails von Bekannten riefen in der vergangenen Tagen außerdem zu Spenden auf (s.u.).

Klar, jedes der Projekte hat Spenden verdient. „Take it from the rich“ ist so eine meiner Grundeinstellungen. Will sagen: Lasst Unternehmen weiter ihre Kohle machen und hier und da ruhig ein bisschen böse-kapitalistisch sein, WENN sie denn den Sozialaktiven dafür eine Art Ablass – ne, hässliches Wort – äh, monetäre Wertschätzung entgegenbringen.

Sei´s drum. Da sind also A) die vielen Spendenabhängigen – ne, hässliches Wort – Spendenberechtigten! und B) Unternehmen oder Einzelpersonen, von denen man annimmt, sie hätten immer noch Geld. Nun geht es schlicht gesagt darum, diese Lücke zu füllen. Ein eigener Rückblick in dieser Sache:

1. Das Berliner Twestival, innerhalb von rund 60 Stunden sportlich aufgezogen, „kostete“ mich zwei volle Arbeitstage und spielte 260 Euro ein. Neue Kontakte, learnings und Spaß mal beiseite gelassen – rein finanziell war das nicht so der Bringer. Nicht, das es mir für den Empfänger charity:water leid täte. „250k and growing“ sind durch die weltweite Aktion bereits eingegangen. Bei den nächtlichen Recherchen kam übrigens heraus, das charity:water schon vormals von den Social Influencers auf twitter gefördert wurde – dieses Glück muss den Wassermännern erstmal jemand nachmachen…

2. Eine Rundmail an 6000+ Menschen auf Xing, die sich gar in der von mir mit-moderierten Gruppe dropping knowledge zu sozialen Zwecken – theoretisch – bekennen, brachte einen Rücklauf von nahezu null. Das war doch recht erschreckend, auch wenn meine Mail vielleicht etwas in der Hektik formuliert war. Unpersonalisierte Rundmails sind aus meiner Liste der wirksamen Kontaktmittel jedenfalls gestrichen.

3. facebook, ein Ort, an dem ich mich noch gar nicht so lange herumtreibe, bietet die recht schöne Option, flott Aktionen aufzusetzen und die eigenen Kontakte dazu einzuladen. Aufgrund der deutliche höher frequentierten Infos, die fb über das eigene Netzwerk vermittelt, scheint mir der soziale Schmierstoff im Gegensatz zu Xing weitaus höher. Ergo: Die Effektivität in Sachen sozialer Aufmerksamkeit.

4. Zurück zu twitter: Mit Ausläufern „brachte“ mir das Herumwirbeln rund um´s Twestival ca. 50 neue Follower ein, auch wenn die Organisatoren in London es in der Hitze der Schlacht vergeigten, mein/unser twitter-Profil auf die offizielle Seite zu stellen. Momentan geht es bei mir in recht imposanten Zehner-Follower-Schritten pro Tag vorwärts, vermutlich, weil ich dank Kanter-Tipps und diverser twitter-Marketing-Tools nun den Opinion Leadern auf der Spur bin… urgs, da bin ich grad ins Bullshit Bingo abgerutscht, sorry.

5. Ich präsentiere euch nun also gerne die Projekte, die mich per Rundmail (!) animierten, den eigenen Spendenaufruf weiterzuleiten. „In allen möglichen Netzwerken und Medien die euch zur Verfügung stehen verbreiten“ wie es da immer so schön heißt. Aber hat man die immer so parat? Wie oft kann man enge Freunde mit Spendenaufrufen nerven? Welches Social Network wäre geeignet? Welche Einzelperson könnten helfen? All das bedeutet zunächst mal unbezahlte Kopfarbeit, will man es halbwegs nett anstellen. Eine Twitternachricht, die automatisch auch bei facebook landet, geht da schnell von der Hand. Davon aber größere oder gar virale Effekte zu erwarten, ist so unwahrscheinlich, wie Michel Friedman erfolgreich das Wort abzuschneiden.

6. Hat dieser Blog ausreichend Leser, um für die Projekte wirklich was zu erreichen? Hätte ich nicht viel schneller auf den Punkt kommen müssen, statt hier meine Abhandlung über Spenden voranzustellen? Hat dieser Blog ausreichend vermögende Leser? Wichtiger noch: Können sich die Leser dieses Blogs mit der ein oder anderen Thematik schnell anfreunden, denn schlussendlich geht es ja um „Nähe“ – ich muss mich sofort vom Projekt hinter dem Spendenaufruf angesprochen fühlen. Wie also kriegt man pointierter eine emotionale Nähe hin? Das scheint mir eine der Kernfragen in Sachen Spenden…

Anyway, die Spendenberechtigten lauten:

BASKETBALL AID

WER: Andreas Steffen, Kontakt aus dropping knowledge Zeiten

FÜR WAS: Krebskranke Kinder

WIE: Spendenwettlauf zwischen den Städten, deren Teams beim TOP4-Basketball-Pokalfinale dabei sind (Berlin, Frankfurt, Bonn, Düsseldorf).

EXTRAS: Unter allen Spendern wird eine Übernachtung +1 im Marriott zum TOP4 verlost. Rekordnationalspieler Patrick Femerling unterstützt die Initiative.

WIE HELFEN: Spendenkonto: BASKETBALL AID e.V. Kontonummer: 7476876006 Bankleitzahl: 100 900 00 Berliner Volksbank (Bitte bei Verwendungszweck “TOP4″ und das jeweilige Team angeben.)

GENESIS INSTITUT

WER: Gründer Peter Spiegel, dem ich mal die Hand geschüttelt habe…

FÜR WAS: Förderung von Social Businesses (wirtschaftlich effektive, selbsttragende Unternehmen, die den gesellschaftlichen Wandel statt Profitmaximierung voranstellen)

WIE: Mitgliedschaft ab 150 Euro/Jahr oder Spende

EXTRAS: Hoher Promifaktor unter den Supportern – Zugpferd ist Nobelpreisträger Muhammad Yunus, Kofi Annan unterstützt das Vorhaben, beste Kontakte zum DAX und internationalen Vertretern.

WIE HELFEN: Spendenkonto: GENISIS Institut, Berliner Volksbank, Kto. 2107 734 000, BLZ 100 900 00; Stichwort “Social Business Kampagne“

BOOKMOOCH

WER: John, der mir nicht persönlich bekannte Gründer der Seite

FÜR WAS: Server, um das Projekt am Laufen zu halten. Auf bookmooch können Menschen gelesene Bücher vergeben und erhalten – eine sehr charmante Art des weltweiten Tauschens

WIE: 3 Dollar Spende pro Monat sind Johns Vorschlag

EXTRAS: bookmooch bietet ähnlich Wikipedia direkten Nutzen für Spender – kostenloses Wissen innerhalb einer Solidaritätsgemeinschaft.

WIE HELFEN: http://bookmooch.com/m/give_a_little

Tja, nun bin ich mal schwer gespannt, wer aufgrund dieses Postings die Brieftasche zückt. Von welchem Projekt fühlt ihr euch am ehesten angesprochen? Warum ist das so? Wäre toll, wenn wir hier eine Mini-Umfrage zum Thema Spendenmotivation hinkriegten.

Und um jetzt doch noch einen Leserbenefit einzubauen und diesen ellenlangen Post zu Ende zu bringen:

Die Tipps & Tricks der Micro-Donation-Profis @Kanter, @Pistachio, @missrogue, @problogger in plain German – thanks, guys!

1. Konzentriere dich auf wenige Meinungsführer und bitte sie, deine Aktion zu Re-Tweeten (= Nachricht kopieren und weitertwittern)

2. Bitte um Miko-Beträge und denk dir Belohnungen für größere aus

3. Zeige den Spendenstand mit einer Leiste o.ä. in Echtzeit an

4. Mach deine sonstigen Fundraising-Hausaufgaben: Personalisierte Mails, Bloggeransprache, PR, Telefonate etc.

5. Bring deine Freunde zum Re-Tweeten.

6. Benutze Tipjoy

7. Designe ein kleines Icon, das Supporter auf ihr Profilbild pappen können

8. Sende jedem neuen Follower und Re-Tweeter ein zeitnahes, (öffentliches) Dankeschön

9. Verwende ein vielsagendes, kreatives, witziges etc.  TwitPic

10. Verlinke auf ein vielsagendes, kreatives, witziges Video

11. Erfinde Spiele wie „Trick or Tweet“

12. Coin a term, z.B. #twestival

13. Stelle Fragen, die deine Follower betreffen

14. Verweise auf nützliche Quellen

15. Bleib in Verbindung, ohne zu spammen

16. Hast du Spaß an deiner Aktion? Das merken deine Adressaten dann auch. Oder eben nicht…

17. Lass die Leute etwas Persönliches hinzufügen – wie können sie deine Aktion „mashen“?

18. What´s in it for them?!

19. Sei whuffie

20. Erzähl eine individuelle, sofort verständliche Story

21. Hol ein Unternehmen rein, das die Spendensumme verdoppelt („Rucksackspenden“)

22. Demokratisiere, was vorher verschlossen war

PS: Viele Punkte gelten generell zum Aufbau von Followern, aber genau darum geht es: Erst das Netzwerk bauen, dann um etwas bitten (dürfen). Null oder wenig Follower = null Effekt – klar.

Twestival CREDITS

In weniger als 60 Stunden konnten wir das Berliner Twestival organisieren und 260 Euro an charity:water spenden!

DANKE AN:

Ökologe Daniel Dahm für seinen Impulsvortrag “Kommt, wir retten die Welt”. 101 Charts fluffig vorgetragen – auch das wohl ein Rekord.

Tex Drieschner für´s Verleihen seiner hochgeschätzten Anlage und die Vermittlung von…

Benny Kreisel für seine Songs über Tod und Liebe und den sonderbaren Getränkewunsch “Ingwertee und Whiskey auf Eis”.

Simon für das Hernaschaffen, Auf- und Abbauen der Anlage aus dem X-Berger Edelweiss. Ansonsten macht er “atmosphärischen Trip Hop in russischer Sprache mit unheimlichem Suchtpotential”.

Philip Steffan für das DJing und diesen sonderbaren twitter-Song

Sebastion Sooth, Co-Organizer, Klarmacher des Oberholzes, Schildchenaufsteller, Twitterwallorganisator und Berliner-Web-Szene-Anzieher

Ansgar Oberholz & Crew für die Location und als Spender diverser Getränkerunden

Andre Maneck, der sich unbekannterweise per twitter für den Transport des Sounds zur Verfügung stellte

Daniel Böse stellvertretend für alle, die diesen Schnellschuss noch medial ankündigen konnten. Und das gute Gespräch ;-)

Alle Tippgeber in Sachen Künstler, Locations und Netzwerke!

Amanda, Psychologin, Motivatorin und Weltorganisatorin

Und natürlich: Unsere Gäste und Spender!

Einer der Überraschungsgäste. Bild klicken und mehr sehen:

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Charity World Speed Record (Attempt)

twestival-logo

I start this post @ 2pm Berlin CET. That leaves exactly 54 hours until the…

Twestival Berlin

12 February 2009

8 pm

175+ cities around the world will be hosting Twestivals which bring together Twitter communities for an evening of fun and to raise money and awareness for charity: water.

As for the Berlin event, that I declared responsible for in the wake of last night, we have so far…

N-O-T-H-I-N-G

But we have enthusiasm, ideas & networks, don´t we?!

So this is what we need:

1. Location: A cool spot in Berlin that will host the event THIS THURSDAY @ 8 PM. If you want a rent for this, you better bring your own sponsor…

2. Snacks & Drinks: Maybe the cool spot offers this anyway. If not, maybe you are a caterer and would be glad to take over.

3. Something to do: A scrabble tournament? Table tennis? Live Music? Slam Poetry? An old school barcamp or a Pecha Kucha? Anything´s possible. Throw in your talents & ideas and let´s see what comes up.

Why Twestival? What´s it all about?

The global twestival (twitter + festival) events raise awareness and collect money for charity : water

This non profit organization is bringing clean, safe drinking water to people in developing nations. 100% of the money raised goes to direct project costs, funding sustainable clean water solutions in areas of greatest need. They also work to raise awareness of the water crisis through events, fundraising exhibitions and other public awareness campaigns.

Unsafe water and lack of basic sanitation cause 80% of all sickness and disease, and kill more people every year than all forms of violence, including war. Children are especially vulnerable to the consequences of unsafe drinking water. Of the 42,000 deaths that occur every week from unsafe water and a lack of basic sanitation, 90% are children under 5 years old.

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Gründergründe

Exklusiver Einblick in die Werte einer gerade zu gründenden Weltretteragentur:

competition collaboration

rules ideas

hierarchic power swarm intelligence

specialisation all-talent-network

massive micro

full service best solution

concentration holism

good perfect

suit sneakers

power point anything else

best practice a whole new game

leisure friday mob of enthusiastic freaks

work-life balance, sabbatical, part-time-models bits of best will

+ co-existence of me and we



Protestpremiere

Für jemanden mit meinem doch recht engagementären Hintergrund ist´s schon recht peinlich, noch nie auf einer Demo gewesen zu sein. Letzte Woche war es dann soweit und zu ca. 2000 zogen wir gegen das Atomforum los. Die Herren der großen Stromkonzerne versammelten sich im Maritim an der Friedrichsstraße um zu besprechen, wie sie ihre Atomschleudern der Öffentlichkeit noch glaubwürdiger als “Klimaschützer” verkaufen können.

War Tschernobyl etwa klimaneutral?

…fragte dazu eines der gezeigten Transparente. Ich mag diesen Uraltvergleich nicht so sehr, weil er genauso mit der Angst spielt, wie die Energieversorger uns mit ihrem Gewäsch von der Energielücke einnehmen wollen. Fakt ist: Jeder Tag AKW-Betrieb spült Millionen in die Kassen der Konzerne. Und trotz Zwischenfällen etwa in Biblis oder im Lager Asse, trotz des strahlenden Giftmülls, der noch für Millionen Jahre unsere Nachfahren beschäftigen wird, trotz der vorhandenen alternativen Energiequellen, wollen die großen Energieerzeuger ihre Auslaufmodelle über die Zeit retten und den Atomausstieg zu Fall bringen.

Gerade beim Thema “Atom” denkt man an Rastalocken, Batikshirts und Pappnasen mit Trillerpfeifen. Und die waren wie immer auch dabei. Das Gros der Demonstranten sind jedoch kritische Bürger wie du (?!) und ich und es entsteht ein recht wohliges Gefühl der Solidarität, wenn man zu hunderten durch Berlins Mitte zieht, die Bürosklaven staunend aus dem Fenster schauen und man selbst folgenden Gedanken nicht los wird:

Tja, wir sind diejenigen, die euch mal den Arsch retten werden.

Defintiv nervig waren die Lautsprecherdurchsagen von “Linke Jugend X” und “Bürgerbewegung Y” mit ihren politischen Meinungen, zu denen ich eigentlich nicht angetreten war und unter deren Flagge man dann fremd-vereinnahmt wird. Ein stimmiges Highlight war dagegen der Song “Du schreibst Geschichte” bei voller Lautstärke unter der S-Bahn Friedrichstraße. Rein stimmungsmäßig rate ich den Initiatoren außerdem dazu, die Ultras aus den Fußballkurven zu gewinnen. Dann können die ihr “Auf Wiedersehen” und “Ihr könnt nach Hause fahren” noch sinnvoller als sonst einsetzen…