Archiv der Kategorie: Grün

Systeme, nicht Dinge

ImageFoto: Daily Grind Photography

Aus dem Artikel von Rex Weyler, Greenpeace:

One strength of the human species is our acute ability to learn. Our society appears steeped in denial, but we can learn from our ecological mistakes. Our “solutions” to the challenges of ecology on a crowded planet have not yet been successful. “We’re winning a lot of battles,” Greenpeace Executive Director Kumi Naidoo said at the 40th anniversary of Greenpeace, “but we’re still losing the war.” Sadly, this is true. Every day, our planet is poorer, with less forests, less species, less fresh water and arable soil, and more desserts, more toxins, and more CO2 in the atmosphere. To reverse this, we need to learn about the systems in which we live.

A recent ad campaign from International Business Machines (IBM) imagines innovations to create “a smarter planet.” But Nature has news for IBM. The planet is already far smarter than any human engineer. We cannot manage Nature. Rather, we need to apprentice ourselves to Nature, to learn how Nature solves dilemmas and sorts out imbalances.

For every species other than humans, the biggest environmental issue on Earth is Humanity. If we don’t change our ways, seriously and thoroughly change, then nature will eventually leave us behind and carry on without us.

Danke für Link, Dominik.

Komm doch, 2011!

EINS

Nestchef Ole ist in Sierra Leone, es geht natürlich nicht ohne Hilfsprojekt ab. Hier Kleinkredite an Unternehmerinnen vergeben.

ZWEI

Dieses Jahr sieben Landtagswahlen in Deutschland – Zeit für den Wechsel. Wir unterstützen die Grünen und Renate Künast in Berlin.

DREI

Es werde re:campaign. Am 16. und 17. April steigt unsere zweite Konferenz für Online-Campaigning veranstaltet mit Oxfam, newthinking und der Socialbar. Tickets ab sofort hier.

xxx

Manche sagen, 2012 geht die Welt unter. Also jetzt nochmal Vollgas machen!

Utopia Konferenz 2010

Utopia, Plattform für strategischen Konsum, lädt zum dritten Mal zur Konferenz nach Berlin. Wie immer warten hochkarätige Gäste und ein netter Austausch mit der nachhaltigen Netzwerkfamilie. Es soll interaktiver werden und man ist umgezogen in die Malzfabrik (vorher: radialsystem).

ZUM PROGRAMM

Menschen, die wir interviewen werden: Renate Künast, Jochen Stay (Pressesprecher .ausgestrahlt) und Andy Hobsbawn (“The Green Thing”). Menschen, die sonst noch toll sind: Hannes Jaehnicke, René Obermann, Harald Welzer (Autor “Das Ende der Welt wie wir sie kannten”). Es lohnt sich – wir sehen uns dort!

Klimapräsident Nasheed in Berlin: “Those last two lines cloud the facts”

Der maledivische Präsident Mohamed Nasheed kam nach Merkel-Besuch heute früh an die FU Berlin. Weltweit bekannt wurde Nasheed durch die erste Parlamentssitzung unter Wasser, mit der er medientauglich auf die Folgen des Klimawandels hinwies. Der kleine Staatschefs eines kleinen Inselstaates zeigte sich als ein seltener Aktivist an der Staatsspitze. Eindringlich regte sich Nasheed über den “E-Mail Leak” kurz vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen im Dezember 09 auf – scheinbar gezielt vor dem Gipfel platziert, gelangten E-Mails von Wissenschaftlern des IPCC an die Öffentlichkeit, die Uneinigkeit über das Klimathema suggerierten und von der Presse stark aufgebauscht wurden.

“The science is straight”, bekräftigte Nasheed, dass einige Unstimmigkeiten in E-Mails nicht das insgesamt warnende Ergebnis des Klimaberichts unterminieren könnten. “Where is the investigative journalism to reveal this conspiracy?”, sandte Nasheed auch eine Kritik an die Medien. Wenn Journalisten heute von seinem Auftritt in Berlin berichten würden, würde es in den letzten zwei Zeilen wieder beiläufig um den Mailskandal gehen, “and those two lines cloud the facts” – diese zwei Zeilen säen die Zweifel im unbescholtenen Bürger.

In spätestens zehn Jahren wollen die Malediven klimaneutral wirtschaften und somit ein Beispiel setzen, das sich eine grün orientierte Wirtschaft ebenso rentieren kann. Als Kernproblematik der bislang gescheiterten Klimaverhandlungen machte Nasheed das Mißtrauen von Entwicklungsstaaten ggü. Industriestaaten aus. “Developing countries must no longer think that the industrialized nations want to halt their development using the climate argument – we have to move on from the past”. Der UN-Prozess müsse radikal vereinfacht werden, damit die Substanz wieder in den Vordergrund treten könne. Ein Lob schließlich für unsere Kanzlerin: “Angela was the only head of state [from the industrialized nations] in Copenhagen that stood on the side of the island states.”

Fressen und vergessen werden

Auf der Grünen Woche in Berlin wird derzeit geschlemmt, getrunken und gute Laune gemacht. Die industrielle Lanfwirtschaft gibt das Motto vor: Aus weniger Boden immer mehr rausholen, denn die Weltbevölkerung wächst und will ernährt werden. Im letzten Jahr durfte ein BASF-Vorstand schamlos die Notwendigkeit der Gentechnik präsentieren – dass aus der Erde nicht mehr rauszuquetschen ist, als sie auf natürliche Weise nachbilden kann, dieser einfache Fakt scheint den Agrarlobbyisten fern. Themen die ebenfalls ungern angesprochen werden: Die Monopolisierung von Saatgut oder Subventionen auf industrielle Nahrungsmittel, die Bauern etwa in Afrika keine Chance auf fairen Wettbewerb und Einkommen lassen. Es lohnt sich die Fakten des aktuellen Weltagrarberichts gegenzulesen – ein Auszug:

In Kalorien ausgedrückt, ernten Landwirte heute weltweit etwa ein Drittel mehr, als für die ausreichende Versorgung aller Menschen notwendig wäre. Während sich in den vergangenen vierzig Jahren die Weltbevölkerung auf etwa 6,6 Milliarden Menschen verdoppelte, stieg die Produktion der Landwirtschaft im gleichen Zeitraum auf etwa das Zweieinhalbfache. Ein wachsender Anteil dieser Produktion dient allerdings nicht mehr der menschlichen Ernährung, sondern wird als Tierfutter, Treibstoff und für andere industrielle Zwecke eingesetzt. Zwischen 1970 und 2007 sank der Anteil der Unterernährten an der Bevölke- rung in den meisten Ländern; zunächst schnell, dann immer langsamer. Seit Mitte der neunziger Jahre steigt ihre absolute Zahl wieder an, nach den Preisexplosionen auf dem Weltagrarmarkt 2007/2008 auch ihr prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung. Heute hungert fast jeder sechste Erdenbürger. Seit sich 1996 die Staatschefs auf dem Welternährungs-Gipfel feierlich verpflichteten, die Zahl der Hungernden bis 2015 um 415 Millionen zu senken, stieg diese stattdessen um weitere 200 Millionen auf über eine Milliarde.

Das Nest wird sich kommenden Freitag auf der Greenwash Woche umschauen und in katastrophensicheren Anzügen ein paar Korrekturen vornehmen. Außerdem präsentieren wir eine Weltneuheit: CCS!

“Cow, Capture & Storage”

Klima retten, diesen Samstag!

Mehr als 3.500 Aktionen in rund 160 Ländern:

Klima-Aktionstag diesen Samstag, 24. Oktober 2009

Berlin schickt 350 verkleidete Kanzlerinnen und stumme Raver auf die Straße


(Berlin). Mit mehr als 3.500 Aktionen in rund 160 Ländern wird der Klima-Aktionstag die wahrscheinlich größte Demonstration der Menschheitsgeschichte. Am 24. Oktober feiern und demonstrieren Umweltaktivisten auf der ganzen Welt für ein ehrgeiziges, gerechtes und verbindliches Abkommen beim diesjährigen UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen. Dabei steht die vielleicht wichtigste Zahl der Welt im Vordergrund: 350 Teile pro Millionen Teile Kohlendioxid (ppm) in der Atmosphäre sind das Höchstmaß, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels zu verhindern.


Am Aktionstag wollen die Initiatoren von www.350.org/de mehr Bürger über die wissenschaftlichen Fakten des Klimawandels informieren – noch immer wissen zu wenig Deutsche von der größten globalen Bedrohung. Nur ein Bruchteil kennt das Datum des Kopenhagener Gipfels, bei dem gravierende Entscheidungen für die Zukunft des Planeten getroffen werden.


parade

Der Klima-Aktionstag in Berlin


350 Rosen für die „Klimakanzlerin“

Event-Casting: Aus 350 verkleideten Angela Merkels wird die eine, wahre Klimakanzlerin gesucht. In einer öffentlichen Casting-Show muss sich die echte Klimakanzlerin für die richtigen Entscheidungen in Kopenhagen entschließen, um am Ende als strahlende Siegerin dazustehen.

11:30 – 12 Uhr

Pariser Platz am Brandenburger Tor

www.klimapiraten.net und www.klimakanzlerin-gesucht.de


350 gelöschte Tonnen CO2

Der Aufkauf von Emissionszertifikaten verteuert schmutzige Geschäfte

12:05 Uhr

Pariser Platz am Brandenburger Tor

www.thecompensators.org


350 stumme Raver – die Silent Climate Parade

350 Raver mit Funkkopfhörern werden vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz tanzen, die DJs Dr. Motte (Gründer der Loveparade) und Dirty Doering (Held der Bar25) werden auflegen. Doch nur die 350 Demonstranten hören ihren Sound, da sie mit Funkkopfhörern ausgestattet sind. Bewegungen, Aktionen und Choreografien der Teilnehmer bleiben für Passanten rätselhaft. Die Parade ist emissionsfrei, eine Elektromobil zieht das DJ-Set, die Musikanlage wird mit Solarstrom angetrieben.

15 – 18 Uhr

Potsdamer Platz bis Alexanderplatz

www.climateparade.de (Kopfhörer sichern!)


350 paradiesische Verführungen für mehr Energie-Effizienz

Gezielt konsumieren statt boykottieren
1
0 – 20 Uhr
eve&adam’s, Rosa-Luxemburg-Strasse 24-26, Nähe Alexanderplatz

www.carrotmobberlin.com

350 Taucherbrillen & Schnorchel

Wir saufen ab! Die Klimawandel-Afterparty

ab 23 Uhr

Möbelfabrik, Brunnenstraße 10, Berlin-Mitte

http://bit.ly/XypMS (Facebook-Event) – made by @unfucktheworld feat. Nest

Der Hebel (Post #100)

Was ist dein Hebel für eine nachhaltige Welt? Video einsenden und bei der Utopia-Konferenz im November dabei sein:

Utopia zeigt und feiert die zehn interessantesten, ungewöhnlichsten, schönsten und wichtigsten persönlichen Hebel unserer Utopisten im Video auf der diesjährigen Utopia-Konferenz in Berlin. Und die zehn Gewinner des Video-Wettbewerbes werden stellvertretend für die gesamte Utopia Community nach Berlin eingeladen.

Das diesjährige Thema der Utopia Konferenz “Roadmap for the next 10 years – die größten Hebel für den Wandel” ist zugleich die Vorgabe für den Inhalt des Videos. Was glauben Sie persönlich, was der größte Hebel für eine nachhaltige Entwicklung ist? Was bewegt wirklich etwas?

Betr.: Rettung der Erde

Liebe Mitmenschen,

wir haben ein Problem. Es ist groß und heißt Klimawandel. Für alle, die sich bislang sagten “Ich allein kann doch nix ausrichten” gibt es jetzt keine Ausreden mehr. Sondern:

Heldenbanner-300x250

Tue Folgendes JETZT:

  • Registrieren und mitmachen
  • Bloggen, Twittern, Newslettern über diese Aktion
  • Netzwerke und engagierte Menschen ansprechen

Warum ist diese Aktion so wichtig?

Erste Folgen der globalen Erwärmung sind bereits in reichen Industrienationen wie Deutschland zu spüren – für die Entwicklungsländer bedeutet der Klimawandel schon heute eine Katastrophe! Dürren, Stürme und Überschwemmungen töten Menschen, zwingen sie zur Flucht und verschärfen ohnehin prekäre Lebensbedingungen. Der auf fossilen Brennstoffen basierende Energiehunger der reichen und aufstrebenden Länder bedroht die Sicherheit von Milliarden.

In 100 Tagen werden wir wissen, ob die Staatenlenker der Welt ihrer Verantwortung für die Menschheit gerecht werden. In 100 Tagen muss beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen ein Abkommen stehen, das ehrgeizig, verbindlich und gerecht dieser ersten globalen Bedrohung begegnet.

Was tun die Klimahelden?

In den kommenden 100 Tagen dürfen wir, die Bürger, keine Zeit verlieren. Mit Mut und Macht müssen wir den Politikern zeigen, das wir beim Klimaschutz auf sie zählen. Dazu ruft Oxfam die Aktion “100 Tage Klimahelden” aus, um gemeinsam den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Klimahelden protestieren, schicken Briefe und Faxe und stellen Politiker in der Öffentlichkeit. Sie erinnern kreativ und engagiert an die dringende Notwendigkeit zum Handeln.

Held/in werden ist ganz einfach: Registrier dich auf www.oxfamklimahelden.de und mach mit!

Dazu auch die Ubercampaign aller großen und kleinen NGOs:

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Atomkraftwerke verursachen Krebs, sind unsicher und hinterlassen Müll für Millionen Jahre – CDU abwählen!

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Ich bin ja sonst nicht so, aber motiviert durch die Eindrücke der heutigen Anti-Atom-Demo in Berlin, will ich einfach mal Tacheles bloggen.

Ich bekam dabei ein feines Booklet der Elektrizitätswerke Schönau in die Hand, einem der vier echten, unabhängigen Stromversorger. Es trägt den Namen “100 gute Gründe gegen Atomkraft” und bietet online z.B. einen “Argumentationstrainer” sowie richtig pfiffige Banner (s. rechts unten in der Seitenleiste dieses Blogs).

Überzeugen Sie sich selbst auf: http://100-gute-gruende.de

Dagegen titelte unser aller Volksblatt Bild neulich “Der Irsinn mit dem Atomausstieg” und veröffentlichte “7Wahrheiten” über “unsere” (!) Energie. Dieser Propagandaquatsch der Atomkonzerne wurde vom Klimalügen-Detektor gleich wieder zerlegt. Die Wahrheit ist bekanntlich dehnbar, deswegen seien auch die Medien etwa bei der Vorbereitung auf die Bundestagswahl weise gewählt…

Futter, um gegen den eigenen Vati und in der Clique argumentativ zu bestehen, bieten neben den oben genannten:

Zum Thema Demos: Informieren und hingehen! Zu sehen gibt es viele engagierte Menschen, lustige Plakate, (Live-)Musik und gute Gründe – alles gar nicht so schlimm also. Wir brauchen eine neue Protestkultur und dürfen die Politik nicht den Politikern überlassen!

Ein paar Eindrücke von heute per Handy-Video:

Don Tapscott on “Rebuilding the World”

(gefunden bei Ulrike Reinhard)

“If a hundred years ago your job would´ve been to design the transportation system for the 21st century and I gave you some design principles and the design principles were: It must use as much energy as possible, it must kill as many people as possible, it must use as much physical territory of the planet as possible, it must build obsolecent entities so that you need to replace the vehicles that move you around, say, every three or four years, it must release as much carbon externalities into the air as possible, well, what would you come up with? You would come up with the internal combustion engine automobile and the highway system we have today…”

The new keynote “Rebuilding the World” by Don Tapscott from Sander Duivestein on Vimeo.

Erlebnismischmasch

Im Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung steht neben einer ziemlich dümmlichen Abhandlung über Utopia meist Interessantes. Manche Zitate sind so gut, dass ich sie gern vom Papier auf´s Blog abschreibe:

Es fehlt keinesfalls an wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass wir einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel brauchen, und es fehlt auch nicht an Vorschlägen für Maßnahmen für einen solchen Wandel. Was fehlt, ist der politische Wille. Die ideologischen, materiellen oder politischen Besitzstandswahrer müssen ihre gewohnten Positionen verlassen, um voraussetzungslos an den notwendigen Umbau unserer gesellschaftlichen Systeme und Verhaltensweisen heranzugehen. Dies trifft die Politik genauso wie die Wirtschaft, die Medien ebenso wie alle Bürger. Die Barrieren für die notwendigen Veränderungen liegen nicht in systemischen Zwängen, sondern bestehen in den Köpfen und Herzen von uns allen.

So spricht… ein Banker. Allerdings von einer besonderen Bank: Es ist Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS. Die übrigens direkt gegenüber der Heinrich-Böll-Stiftung eine Niederlassung bewohnen.

Entdeckt während eines Streifzugs durch Berlin-Mitte. Ich guck dann immer gern auf die Namensschilder an den prunkvollen Bauten, da tun sich dann so feine Schwergewichte wie die dpa auf. Ich schlug der Arbeit also mal wieder ein Schnippchen, die traurigen Blicke der Menschen in den goldenen Käfigen gab es kostenlos dazu. Nachdem ich eine Ausstellung (Metalldetektor!) über einen Künstler gesehen hatte, der Bilder zu Passagen aus dem Buch Hiob malt, zog ich an der Spree weiter durch den strömenden Regen. Ich fand das übrigens angenehm. Ebenso ein Fischreiher, der vor sich hin gluckste und guckte. Nichts ist edler als ein ruhendes Tier. Minutenlang guckte ich drauf, durchnässt ging´s zurück an den Schreibtisch.

Heute ärgerte ich mich derb über einen Kunden, doch der Stress sollte helfen, meine gesamten Einkommensquellen zu überdenken: Weniger Gutes für mehr Geld. Morgen wird gekündigt, heureka!

Zum Tagesabschluss: Online-Shopping-Freuden…

paket“Nackt nicht mehr” – sieht doch schon mal schön aus…


etikett… Firma USA, Lieferung aus Neuseeland, Klimanote: 5-…


foto… “ausgestorben, bedroht, wiedergeboren” lauten die Kategorien zu den Spezies auffem Shirt (links nicht zu sehen im Bild). Kratzt etwas am Hals, 100% Baumwolle, aber von FairTrade keine Spur. Dafür hat der Kauf ´nen Baum gepflanzt, glaub ich. Hm…


cdsÜbler Zustand, aber feinste Unterhaltung. Konsum ohne Reue.


kretschmerAha, und noch eine Einladung von einer Agentur, die sich rühmt, den ersten CSR-Bericht ihres Schlages heraus gegeben zu haben. Ich komme gern und gucke nach. Heute tatsächlich also nur Erfreuliches in der Post…


30 Jahre taz! Die Welt ist immer noch schlecht…

axel-breitSo nah und doch so fern: Von ein paar Straßen weiter schickte der Axel-Springer-Verlag Geburtstagsgrüße ins neue taz-Layout.


Schön war´s, das mal voraus geschickt. Nur einen Hauch älter als ich feierte die taz am vergangenen Wochenende ihren 30. Geburtstag mit einer stattlichen Konferenz und einem neuen Layout. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass sich eine (zwar bekannt linke) “unabhängige” Zeitung derart zu Protest, Wut, NGOs und Aktivisten bekennt. Wörter wie „Neo-Liberalismus“, „Bullen“ und klare Anti-Statements zu Westerwelle und CSU als rote Tücher gehörten hier zum üblichen Jargon und manche Ideen, Ansichten und Kommentare überstiegen dann selbst meine Vorstellungen von einer gerechten Welt (bzw. wie sie realistisch zu erreichen wäre).

apfelfront

Ob der anti-nationale “Pink Rabbit” mit der “Front deutscher Äpfel” gut Freund wird? Szenen der taz Aktivisten-Gala.


Da präsentierte sich z.B. ausgerechnet die Naturfreunde-Jugend Berlin bei der „Aktivisten-Gala“ am ersten Kongressabend mit dem „Pink Rabbit“. Der Plüschhase mischt sich immer dann ein, wenn es um nationale Inszenierungen geht. „Wir wollen keine Werbung für Deutschland. Wir wollen Deutschland nicht“, heißt es im begleitenden Flugblatt. Die Idee ist witzig, sorgt für Aufmerksamkeit, der Zweck – Auflösung der Nationalstaaten – mag angesichts globalisierter Verhältnisse sinnvoll sein. Vorrangig und erreichbar sind meiner Ansicht andere Themen…

welzer

Das Buch habe er gelesen, bei der Anmoderation brachte der taz-Mann (links) die Vita von Harald Welzer allerdings gehörig ins Schwanken.


Der gute, alte Klimawandel etwa. Sozialpsychologe, Kulturforscher und Utopia-Kollege Harald Welzer gab dem Thema neuen Zündstoff und stellte die Thesen seines Buches „Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ vor. Das waren 45 Minuten freie Rede und pure, beängstigende Unterhaltung. „Illusorisch“, nannte Welzer den Zustand der „superreichen“ Staaten wie Deutschland. Während wir unsere luxuriöse Infrastruktur, Ordnungspolitik und weitestgehend gewaltbereinigte Umgebung als gegeben wahrnehmen, löst der von uns befeuerte Klimawandel anderorts und genau jetzt (!) bereits haarstäubende Konflikte aus. Beispiel Darfur: Gen Süden nimmt die Verwüstung zu, die Menschen flüchten vor den Klimafolgen, territoriale Konflikte entstehen, erst dann (!) werden ethnische Gründe hinzugetextet und korrupte Politiker, Waffenschieber und weitere Kriegsgewinnler halten das Ganze am Laufen. Was der Westen in die Atmosphäre bläst, lässt Menschen aus Afrika nach Spanien flüchten. Was tun wir, anstatt an der Wurzel des Problems zu arbeiten (aka Kohlekraftwerke abschalten, E-Autos etablieren, konsequent auf Erneuerbare umzusteigen usw.)?! Wir gründen FRONTEX, den internationalen Zusammenschluss von Grenzwächtern – wir halten unsere Opfer draußen, die nach immer komplizierteren Fluchtwegen suchen und entsprechend häufiger… sterben.

rosa-rose

Agit-Gartenzwerge, Bio-Samen und das Motto einer grünen Generation – Activist-Kit der “Gartenpiraten”.


Dass 80 Prozent der weltweiten Energie nach wie vor aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, dass eine globale Gesellschaft auf einer defintiv endlichen und planetar absolut schädlichen Ressource begründet ist, das nennt Welzer „bizarr“ und ich konnte nur heftig nicken, wenn ich nicht gerade wieder verzweifelt den Kopf schüttelte. Auf seinen Vortrag folgten nicht zum ersten Mal grandios dümmliche, irrelevante oder selbstdarstellerische Kommentare aus dem Publikum (natürlich nicht ausschließlich). Dabei sollte die Diskussion um Themen (Klima, Krise oder Tierschutz?) und Formate (Flashmobs, Online-Petitionen oder old-school Straßendemo?) endlich beendet werden! Sonderbar, wie sich eine ohnehin zu schwache Bewegung gegenseitig im Weg steht und kritisiert. Angesichts der massiven und komplexen Probleme ist die Lage doch so:

Alles ist erlaubt, jeder kreative Weg recht, jedes Talent ist einzubringen. Wenn sich eine Freundin von mir neulich für den sonderbar erscheinenden Schutz der Fledermäuse begeistert – dann los! Wenn Welzer kritisiert wird, was er als Wissenschaftler denn selbst gegen die Zustände unternähme – dann Klappe halten! Und selber aufgrund seiner Erkenntnisse aktiv werden! Notwendig ist eine flächendeckende Re-Politisierung, ein Entkrampfen des Aktivismus hin zur Notwendigkeit und Bürgerpflicht, Rahmenbedingungen und soziale Akzeptanz zu schaffen für solche, die sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden und schlussendlich für ALLE (Banker, Handykids, digitale Bohéme, Nido-Leser, also jeden, den es einen Scheiss interessiert) an der – sagen wir es mal deutlich – Rettung dieser Erde im Großen und Kleinen arbeitet.

twall

Hier und da wurde die Gründerzeit-taz-Klientel mit neuen Medien überfordert und während andere brav am Mikro anstanden, eroberten wir uns zügig die Meinungsführerschaft an der twitterwall.


Da wo alles anfing, zwischen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt, gründeten wir an diesem Wochenende „nest – Ideen-Agentur und Social Media Beratung für ökosoziale Zwecke“. Und hoffen, „der Bewegung“ damit zur Seite zu stehen. Nicht für ein Thema, sondern für alle, die intelligent und effektiv an einer besseren Welt arbeiten. Mit den uns gegebenen Fähigkeiten.

yes-andy

Auch Andy Bichlbaum von den Yes Men musste sich mit dem ein oder anderen sinnfreien Kommentar der Germans herumschlagen.


Um es mit Welzers Worten zu sagen: Schönen Sonntag noch!

Und: Besten Dank, neue/alte taz.

Wisdom of Crow(d)s or the coolest piece ever written about birds & the web

I didn´t expect a natural phenomenon to happen right in the middle of Berlin. But so it did. Here´s how and how it turned out to be a great metaphor for social action in the net. Tired from a not so thrilling conference I walked along the river Spree towards the massive Bundeskanzleramt – Angie Merkels White House, if you want. I stopped where the huge walls of the building run into one cone end. Pretty impressive by its own, I soon figured crows flying from left to right through the vast circular holes of the walls.

(ok, due to my lack of proper English to express architectural shapes, let me give you an impression. This is quite like where I stood, to the right comes the cone end and clearly to see, there´s those big built-in holes)

bka-swarm

Maybe it was the sleepiness that tuned my brain to gamma-waves, but it was one of those moments that might appear ordinary for any other person, but pretty special to you being in the right mood for „seeing things“. So crows came from left to right and right to left flying through that hole as if they were making fun of the million and kilo heavy, grey design monster. „Kra, kra“. Alright. I walked on. More „kra, kra, kra“ above my head and I saw them flying across the top edge of the building. Arrows of black, not too fast, rather floating. The „flap, flap, flap“ of their wings came to it. I sat down. I saw them building dark clouds over at the other side of the river. I bended backwards over the bench, looking straight into the sky. „Kra, flap, kra“. It just did not stop. They did not stop. Ever more lines of crows flew over that roof edge and darkened the sky. I don´t give you a stupid crow photo from flickr here, imagine just the biggest accumulation of birds possible – that´s what it was.

I began trying to figure out a plan behind their flight direction. Who was leading? Who had the idea to settle on that tree across the river, so many now, that the tree carried far more load than it had with its leaves back in summer? Inside the stream of birds were outliers, mini flocks doing their for a short span of time, yet keeping connected to the whole. Now, the thing about staring in the sky or staring at anything is that people join you, because they don´t want to miss the show. Two other guys, according to their style coming from the same conference, stopped and watched with me. Their smiles and shaking heads told me that I wasn´t the only freak seeing something rare in this. The swarm left the tree (it were far too many for one tree, so some sat on trees nearby or kept circling the center). Again, if they wouldn´t have looked all the same, I might have been able to figure out the boss of that armada. Nope.

dohle-murnauA picture that hang in an office on a total different occasion a few days after publishing…

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Auf „Du“ mit den Großen: Der World Business Dialogue

Hier und auf freitag.de werde ich mit Anna und Ole LIVE von den Events G20-Gipfel (London), re:publica (Berlin) und World Business Dialogue (Köln) berichten. Morgen, 1. April, geht es los: zwei Tage Insider-News über Politik, Wirtschaft und Web 2.0 – einschalten !!!

„Weltwirtschaftskongress“ wurde er immer von eifrigen Journalisten übersetzt, die den Anglizismus fein säuberlich aus ihrer Kunst verbannen wollten. So oder so: Ein ordentliches Pfund, dieser Titel. Das Ziel: 300 internationale Top-Studenten mit ebenso global aktiven Wirtschaftsbossen zusammenbringen. Alle zwei Jahre vollbringen Studenten der Uni Köln dieses kleine Wunder – ehrenamtlich. Alle zwei Jahre ein völlig neues Team und doch funktioniert es immer wieder. Die maue Kölner Uni wird rund eine Woche lang auf links gedreht, um hier ein stattliches Kongresszentrum zu errichten.

Herbert Hainer von adidas, Richard Pott von Bayer oder Henning Kagermann von SAP – wie üblich, findet sich der ein oder andere aus dem DAX ein. Bei dieser 12ten Auflage des Kongresses werden sie selbst hier, vor Wirtschaftsstudenten, der vermeintlichen Klientel und den Mitarbeitern von morgen, kritischer denn je beäugt. Zum ersten Mal seit langen Jahren weicht das Kongressthema auf, orientiert sich nicht mehr so strikt an rein betriebswirtschaftlichen Ekenntnissen, sondern es fallen auch Schlagwörter wie Sinn und Verantwortung, natürlich schön verpackt als „Corporate Social Responsibility“. In Workshops wird über grüne Wertschöpfungsketten, die faire Verteilung von Ressourcen und „Sustainable Marketing“ gesprochen, ja sogar einen vom BUND haben sie eingeladen, der den Anwesenden den Kopf zum Thema Greenwashing waschen darf.

Sie müssen sich bewegen, Krise hin oder her. Dass der Verbraucher dank Web 2.0 immer besser bescheid weiß, das der kleinste ökologisch oder sozial verwerfliche Fehltritt zum Brandherd werden kann, diese Themen können nicht länger weggenickt und mit Mehdornschem Stoismus übergangen werden. Also wollen sie ihn verstehen, den LOHAS, der über soziale Netzwerke schneller an Informationen denn je gelangt und gute wie schlechte Nachrichten in Windeseile weiter verbreitet.

Der Wirtschaft geht es nicht gut. Aber sie kann immer noch Spass machen, Leidenschaft wecken, Werte schöpfen. Und wenn Business-Studenten das große Wort Nachhaltigkeit als Kerndisziplin von Unternehmen ausmachen, dann sollte man nicht gleich reflexhaft abwinken. Ob die Manager von morgen nur kühl neue Zielgruppen ausspähen oder tatsächlich eine bessere Welt wollen – das wird meine Leitfrage für die kommenden zwei Tage sein.

Präsentieren & Protestieren

Premieren allerorten für mich: Morgen bin ich beim Pecha Kucha in Berlin dabei. Es handelt sich um eine asiatisch-kreative Präsentationsform, bei der man sein Projekt in 20 Bildern á 20 Sekunden knackigst vorzustellen hat. Kommt alle, Infos hier.

Seit einigen Tagen versuche ich per Skype-Statusnachricht Menschen zum Ökostrom zu bewegen. Macht wider Erwarten nicht so die große Welle. Just kriegte ich Post von meinem Ökostromer LichtBlick, der den Gaspreis nun SENKEN wird – alle Multis mit ihren Atom- und Kohleschleudern “müssen” bekanntermaßen die Preise anheben. Da es schon vorher nicht teurer war: Wo liegt das Problem bei den Leuten, ihren Arsch… noch nicht mal hochkriegen zu müssen und grünen Strom online zu kaufen?! Dann können wir uns die Debatte um den Atomausstieg sparen, weil der Konsument schon von selbst aussteigt.

Also: LichtBlick gibt´s von mir, dann streich ich noch ´ne Prämie ein ;-) Alternativ Greenpeace Energy oder Elektrizitätswerke Schönau.

Bis das Umstellen alle gerafft haben, begehe ich Premiere 2 (neben Pecha Kucha): Protestieren gehen! Und zwar, na klar, gegen die Lügen der Atomlobby. Diesen Mittwoch, 17h, Berlin, U-Bahn Zinnowitzer Straße geht´s los! Alle Fakten und Argumente bitte hier nachlesen.

Ähnlich gelagert der Protest des Kollegen Falk Hermenau, den ich über Utopiadrähte kennenlernte und der leidenschaftlich gegen neue Kohletagebaue in der (noch) zuckersüßen Lausitz ankämpft. Bis zum 9. Februar müssen 80.000 Brandenburger das Volksbegehren gegen Landschafts- und Klimazerstörung unterzeichnen!

Und für alle, die es weniger mit Worten und eher mit der Bildzeitung halten, nochmal ein plastischer Denkzettel:

130992918_7c5226922d_ohttp://www.flickr.com/photos/status6/130992918/