Archiv der Kategorie: Geschäft

Warum die SPD keinen Gewinn aus der Atomdebatte schlägt…

Titelseite der aktuellen SPD-Mitgliederzeitung “Vorwärts”, Mai 2011 (erinnert stark an ein Ströbele-Plakat?!?):

Rückseite der aktuellen SPD-Mitgliederzeitung “Vorwärts”, Mai 2011 (Atom- und Kohlekonzern Vattenfall preist CO2-Verpressung an):

Komm doch, 2011!

EINS

Nestchef Ole ist in Sierra Leone, es geht natürlich nicht ohne Hilfsprojekt ab. Hier Kleinkredite an Unternehmerinnen vergeben.

ZWEI

Dieses Jahr sieben Landtagswahlen in Deutschland – Zeit für den Wechsel. Wir unterstützen die Grünen und Renate Künast in Berlin.

DREI

Es werde re:campaign. Am 16. und 17. April steigt unsere zweite Konferenz für Online-Campaigning veranstaltet mit Oxfam, newthinking und der Socialbar. Tickets ab sofort hier.

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Manche sagen, 2012 geht die Welt unter. Also jetzt nochmal Vollgas machen!

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Das Weiße im Schwarzen

Was haben McDonalds, Coca Cola und Heintz Ketchup gemeinsam? Sie alle durften alternativlos das Catering für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis stellen (jedenfalls zwischen den Mahlzeiten). Dazu gab es noch eine schöne Werbephalanx mit Deutscher Bank, Unilever & Co. Kleiner Lichtblick waren ein paar unbemannte Kisten demeter-Äpfel im gleichen Raum. Bionade oder sonstiges Biofood waren auf dem ganzen Gelände vergeblich gesucht.

So kam es auch zu angeregten Unterhaltungen in der Gruppe der Ökoprofis und Greenwash-Sensiblen, was die Promodame an der Werbephalanx mit folgender Aussage quittierte: “Macht euren Stuttgart21-Kram doch zu Hause!” Das Personal also auch: Bestens auf Nachhaltigkeit eingestellt. Fremdschämen war angezeigt.

Leicht aufgewühlt ging es in die Panels, die dank prominenter Fachbesetzung dennoch einen lohnenswerten Tag brachten:

Zunächst fiel mir der Chef von Osram auf, der sehr viel von “Licht” sprach. LEDs sind ja das “Licht der Zukunft” und Osram hat ein Programm entwickelt, das klimaschädliche und gesundheitsgefährdende Brennlichter eben durch Lampen ersetzt. Schon mal ein Unternehmen, dem man die traditionell verschriebene Nachhaltigkeit abkaufen darf. Die Berliner GesoBau hingegen baut laut eigenen Aussagen die größte Niedrig-Energie-Siedlung Deutschlands im Märkischen Viertel, ein sozial kritischer Teil von Berlin. Und auch der Vaillant-Chef gab sich engagiert: Sein Unternehmen vertreibt energieeffiziente Geräte und ist wie so viele geschockt vom unzureichenden Energiekonzept der Regierung, dass die wichtigen Themen “Wärme, Mobilität, Effizienz oder Kraft-Wärme-Kopplung  völlig unzureichend anspricht”.

Unternehmerisch ging es weiter mit Jamie Oliver: “Charities are bullshit, social business is the future”, brachte es der Brite auf den Punkt. Der “Naked Chef” präsentierte Videos von US-Kindern, die Sellerie, Tomaten oder Kartoffeln immer wieder als “Onions” (Zwiebeln) einschätzten oder einfach mit den Schultern zuckten. Oliver nutzt seine Bekanntheit, um Kindern und Jugendlichen gesunde Ernährung und das Kochen näher zu bringen. Jamie’s Tipp: “Inspire the public to expect more” – wer weiß, was gut ist, fordert es auch ein. Die Erkenntnis: Ein Unternehmen wie McDonalds hilft niemandem – diese Arten von Firmen sollten wir uns demnächst einfach sparen, oder?!

In der Mittagspause – ich ließ mich zugegebenermaßen zu einem McCafé hinreißen – hatte ich die zufällige Ehre mit Ernst Ulrich von Weizsäcker ins Gespräch zu kommen. Sein Tipp, den er als “unpopulär” bezeichnete: Energie muss teurer werden. Dann erst würden die nötigen Hebel für Effizienz und bedachten Verbrauch in Gang gesetzt. Ausgeführt hat das der weise Herr in seinem Buch Faktor 5.

Weiszäcker gemeinsam mit Klaus Töpfer, Thilo Bode und Götz Werner bildeten schließlich die ehrenwerte Elefantenrunde des Abends. Werner, dm-Chef und Verfechter des Grundeinkommens, merkte man die antroposophische Schule mit Fokus auf den Einzelnen an: „Die Frage ist: Können wir so in den Diskurs kommen, dass ein neues Bewusstsein entsteht? Wir brauchen den sich selbst bildenden Mensch. Es gibt keine „Konzerne“, es gibt nur Menschen, die Entscheidungen in Konzernen treffen.“ Dem entgegnete Klaus Töpfer, das zumindest den Deutschen ein wenig Zwang nicht schade: „Die haben schneller den Müll getrennt als das wir wussten, was wir mit dem getrennten Müll anfangen sollen!“. Bode hielt sich knapp und knackig: „Einzelne Industrien dürfen sich nicht weiter gegen das Allgemeinwohl durchsetzen. Wir müssen die Demokratie retten.“ Ein anregendes Panel, das für den geschulten Ökosozi Bestätigung, aber keine neuen Erkenntnisse brachte. Die weisen Herren erwähnten es selbst:

“Nachhaltigkeit” gibt es seit dem Gipfel von Rio im Jahr 1992. Und trotzdem wird die Welt eher jeden Tag schlechter als besser.

Letzten Endes stand ich zitternd wartend auf einen 40-minütig verspäteten Regionalexpress am Flughafen Düsseldorf und blätterte begeistert in der Broschüre von Vaillant. Bei dem Gedanken an “Wärmepumpen”, die Energie einfach aus dem Erdreich holen, wurde mir zumindest das Kreativenherz warm. Fazit: Man weiß alles, man kann alles. Jetzt müssen wir nur die Industrie von gestern in die Ecke stellen und kommendes Jahr saubere Caterer nach Düsseldorf holen.

(Berliner) Designer

So, das musste ich mal aus meinem Kopf raus schreiben. Eine Liste von Top-Designern, meist aus Berlin, häufig nachhaltig orientiert. Ohne Wertung und bestimmt wieder wen vergessen (meldet euch!). Bitte beauftragen Sie:

www.10hoch16.de

www.schoener-waers.de

www.wurstsack.com

www.benju.net

www.propandesign.de

www.yourneighbours.de

www.everybodyalltogether.com

www.jonasundderwolf.de

www.formdusche.de

www.nomoresleep.net

www.anders-gestalten.de

www.nonstopnerds.com

www.9c0.de

www.andreanienhaus.de

Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: “Was macht ihr eigentlich genau?” dicht gefolgt von “Und womit verdient ihr euer Geld?”. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

Fressen und vergessen werden

Auf der Grünen Woche in Berlin wird derzeit geschlemmt, getrunken und gute Laune gemacht. Die industrielle Lanfwirtschaft gibt das Motto vor: Aus weniger Boden immer mehr rausholen, denn die Weltbevölkerung wächst und will ernährt werden. Im letzten Jahr durfte ein BASF-Vorstand schamlos die Notwendigkeit der Gentechnik präsentieren – dass aus der Erde nicht mehr rauszuquetschen ist, als sie auf natürliche Weise nachbilden kann, dieser einfache Fakt scheint den Agrarlobbyisten fern. Themen die ebenfalls ungern angesprochen werden: Die Monopolisierung von Saatgut oder Subventionen auf industrielle Nahrungsmittel, die Bauern etwa in Afrika keine Chance auf fairen Wettbewerb und Einkommen lassen. Es lohnt sich die Fakten des aktuellen Weltagrarberichts gegenzulesen – ein Auszug:

In Kalorien ausgedrückt, ernten Landwirte heute weltweit etwa ein Drittel mehr, als für die ausreichende Versorgung aller Menschen notwendig wäre. Während sich in den vergangenen vierzig Jahren die Weltbevölkerung auf etwa 6,6 Milliarden Menschen verdoppelte, stieg die Produktion der Landwirtschaft im gleichen Zeitraum auf etwa das Zweieinhalbfache. Ein wachsender Anteil dieser Produktion dient allerdings nicht mehr der menschlichen Ernährung, sondern wird als Tierfutter, Treibstoff und für andere industrielle Zwecke eingesetzt. Zwischen 1970 und 2007 sank der Anteil der Unterernährten an der Bevölke- rung in den meisten Ländern; zunächst schnell, dann immer langsamer. Seit Mitte der neunziger Jahre steigt ihre absolute Zahl wieder an, nach den Preisexplosionen auf dem Weltagrarmarkt 2007/2008 auch ihr prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung. Heute hungert fast jeder sechste Erdenbürger. Seit sich 1996 die Staatschefs auf dem Welternährungs-Gipfel feierlich verpflichteten, die Zahl der Hungernden bis 2015 um 415 Millionen zu senken, stieg diese stattdessen um weitere 200 Millionen auf über eine Milliarde.

Das Nest wird sich kommenden Freitag auf der Greenwash Woche umschauen und in katastrophensicheren Anzügen ein paar Korrekturen vornehmen. Außerdem präsentieren wir eine Weltneuheit: CCS!

“Cow, Capture & Storage”

Wilde Woche mit Workshop

Eine Woche, drei Events, jetzt glücklich aus dem Bett bloggend.

Jedes einzelne verdient mehr Aufmerksamkeit, als ich es hier jetzt nur kurz anreißen kann/will:

  1. Palomar5 Summit: Nach sechs Wochen Zusammenarbeit präsentierte ein Team von 30 Menschen U30 ihre Ergebnisse zum Thema “Zukunft der Arbeit”. Die Präsentationen hatten Höhen und Tiefen, manche Idee habe ich im Netz schon mal in besser gesehen. Bottom-line: It’s not the future, it’s the friendship, stupid. Man sah eine zusammengewachsene Kreativkommune mit spannenden, intelligenten, überzeugenden Charakteren, nur noch keine Ergebnisse im eigentlichen Sinne. Tolle Gespräche mit den Teilnehmern nach dem offiziellen Ablauf. Fortsetzung folgt hoffentlich. Den Damen und Herren jetzt erstmal angenehme Entspannung nach harter Arbeit am und im Camp!
  2. F*!

  3. Utopia Konferenz: Man hatte sie schon fast wieder vergessen, rumgemeckert am Redesign, von Rausschmissen gehört. Gründerin Claudia Langer legte zu Beginn der Konferenz überraschend alle Karten auf den Tisch und sprach von harten Zeiten. Utopia offline erwies sich mal wieder als wertvoll. Eine tolle Veranstaltung mit spannenden Speakern wie Harald Welzer und Morten Lund (Bild oben), die wir auch interviewen durften. Alte Bekannte und freundliche neue Gesichter getroffen, aber selbst in den verlängerten Pausen kaum Zeit für konzentrierten Austausch. Gefühl der Überinformation setzte schon hier ein, trotz konkreter Roadmap am Ende der Konferenz das Gefühl: Einfach mal machen, einfach mal wieder vor den Rechner klemmen und Aktionen statt Diskussionen. Üppiger Goodiebag. Danke dafür, die nachhaltige (hochklassige) Szene auch in (eigenen) Krisenzeiten zusammen zu bringen.
  4. Re:think the Climate: Unser eigener Workshop unter Anleitung der Kollegen von Ingosu. Mit der Methode des Design Thinking wollten wir der komplexen Klimathematik auf den Pelz rücken. Im ersten Teil (Infos reinziehen) nicht viel Neues, wenn man eingelesen ist. Dann sehr leidenschaftliche Gespräche in meiner Gruppe, tolles Brainstorming. Erst beim Abendessen mitbekommen, das andere Gruppen wohl zäher abliefen. Menschenzoo eben. Selbst rumcatern und denken strengt an. Wünsche mir eine Woche Urlaub, aber es geht Volldampf gen Kopenhagen, für mich von Berlin aus.

Lieblings-Outtake vom Workshop: Die Klu-Klux-Klima-Bürgerwehr…

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Hier noch mehr Bilder.

<a href=”http://www.flickr.com/photos/daniel_dropping/4138996158/&#8221; title=”F*! von daniel_dropping bei Flickr”><img src=”http://farm3.static.flickr.com/2625/4138996158_7ec6edaca7.jpg&#8221; width=”500″ height=”281″ alt=”F*!” /></a>