Archiv der Kategorie: Gelungen

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Utopia Konferenz 2010

Utopia, Plattform für strategischen Konsum, lädt zum dritten Mal zur Konferenz nach Berlin. Wie immer warten hochkarätige Gäste und ein netter Austausch mit der nachhaltigen Netzwerkfamilie. Es soll interaktiver werden und man ist umgezogen in die Malzfabrik (vorher: radialsystem).

ZUM PROGRAMM

Menschen, die wir interviewen werden: Renate Künast, Jochen Stay (Pressesprecher .ausgestrahlt) und Andy Hobsbawn (“The Green Thing”). Menschen, die sonst noch toll sind: Hannes Jaehnicke, René Obermann, Harald Welzer (Autor “Das Ende der Welt wie wir sie kannten”). Es lohnt sich – wir sehen uns dort!

Brauchen wir eine Polizei für die Polizei?

Vielen Dank Amnesty International für die klare Ansprache eines Tabuthemas: Totschlag, Misshandlungen und unrechtmäßige Gewaltanwendung durch deutsche Polizisten. Kurz durchatmen… deutsche Polizisten?!

Im Jahr 2009 wurden 2.955 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten
wegen Tötungsdelikten, Gewaltausübung, Zwang oder
Missbrauch des Amtes geführt. Wie diese Ermittlungsverfahren
ausgingen, ist leider nicht statistisch erfasst worden. Ein Blick
auf Berlin zeigt, dass es nur sehr selten zur Anklageerhebung
und noch seltener zu Verurteilungen kommt. Von 1060 in der
Hauptstadt gezählten Anzeigen in den Jahren 2006 bis 2008
führten lediglich 34 zu einer Verurteilung.

Aus zwei Dingen ein sehr wichtiges Thema für mich. Erstens verpassen es Medien abseits des ganz linken Lagers überhaupt mal in die Kritik gegenüber Staatsgewalt zu gehen. Ausnahmen wie der Sonderfall Murat Kurnaz bestätigen da eher die Regel. Wenn wir etwa von Zusammenstößen bei Demos reden, dann hören wir von “143 Verletzten auf Seiten der Polizei”, neulich bei einem Aufmarsch für soziale Gerechtigkeit in Berlin ging es um einen “Bombenanschlag” auf Polizisten, kurzum: Die Frauen und Männer in den dicken Schutzanzügen sind bedroht, sie erwehren sich dem Schwarzen Block und Co., man kann froh sein, wenn die gegen diese Chaoten mit der gebotenen Härte vorgehen. Soweit mein vermutetes Bild von Polizisten in der allgemeinen Wahrnehmung. Die Medaille hat aber eben immer zwei Seiten.

Zweitens freut mich diese offene, gut recherchierte Aufklärung durch Amnesty, da ich selbst nicht eben Zeuge, aber doch Beobachter von Polizeigewalt war. Zunächst beim G8-Gipfel in Heiligendamm: Dort waren, sicherlich auch durch Medien wie den Spiegel, die “GeSas” (Gefangenensammelstellen) etwa ein heikles Thema. Hier wurden Demonstranten ohne Verfahren mehr als 24 Stunden bei Dauerlicht und teils nackt gefangen gehalten. Mit dem Filmprojekt Trouble haben wir seinerzeit versucht, die Gewalt von beiden Seiten offen darzustellen. Dann fühlte ich mich noch an die versuchte Besetzung des Berliner Flughafens Tempelhof erinnert, von der ich seinerzeit für den Freitag berichtet hatte. Auch hier konnte ich aus nächster Nähe beobachten, wie Polizisten mit übertriebener Härte einzelne Aktivisten angriffen, einkesselten und im verdeckten Pulk was auch immer mit den Leuten anstellten. Anwälte berichteten später, das die Leute im Polizeiwagen weiter geprügelt wurden.

Ganz klar: Polizisten stehen gerade bei Massendemos, wo ihnen z.T. offener Hass oder auch nur ein Mittelfinger gezeigt wird, unter extremem Stress. Aber sie sollten hierfür ausgebildet sein. Sie sollten mit schweren Stiefeln, Stöcken, Helmen, Brustpanzern nicht gegen teils Unbeteiligte und vor allem Un-Aggressive vorgehen. Sie sollten sich nicht anonym hinter ihren Visieren verstecken dürfen, was eine gewisse Narrenfreiheit sicher begünstigt. Amnesty hat hier sehr deutliche und konstruktive Forderungen gestellt und ich bitte euch diese zu unterstützen.

Als Jugendliche fast jeden Abend den Mauerpark vor meiner Haustür verwüsteten und Müllberge verbrannten, schritt die Polizei zurecht ein. In einer tumultigen Szene erinnere ich mich jedoch – ungenau wohlgemerkt – an ein Zitat eines Polizisten, an dem ich vorbeiging: “Lauft, wenn ihr könnt”, gefolgt von einem hämischen Lachen. Das sind nicht meine Freunde und Helfer. Das sind beunruhigende Fakten und wir müssen in einem Rechtsstaat besonders die überwachen, die uns bewachen sollten.

Somebody is singing

Mit einem herbeigeholten roten Faden die letzten Tage resümiert:

Charlotte Gainsbourg, die schon mit Beck musizierte und mit Depp spielte, konnte gestern mit Engelszungen nicht gegen den Sound der eigenen Band an. Auch ein zwischenzeitlicher Bassklang, der die Eingeweide kernig durchmassierte, zeugte nicht gerade von der Qualität des Geräuschmeisters in der Volksbühne. Madame G. ist bekanntermaßen ein langbeinig-fragil-attraktives Wesen, zum Publikum bekam sie aber keinen Draht, zu schüchtern and not entertaining at all. Zum Songs runterhören kann man auch die Platte kaufen, was nicht so schlecht wäre, denn die Songs klangen eigentlich super und vielleicht ist darauf auch die Charlotte korrekt eingeregelt.

No more years of hurt
No more need of dreaming
We can dance nobodys dance
We could dance it in France
It’s coming home
Football’s coming home

… lauten doch tatsächlich die letzten Zeilen des Hits “Three lions on the shirt”, den sonst sogar deutsche Fans arglos mitsummen. Das erste WM-Tor Wayne Rooneys muss nun noch mindestens vier Jahre warten, es war die höchste je einer englischen Mannschaft zugefügte WM-Niederlage und 44 Jahre nach Wembley sind wir endlich quitt. Übrigens: Auch bei Einwurf und Freistoß ist die Abseitsregel aufgelöst (erklärte die Süddeutsche). Sollte man ausnutzen gegen Argentinien. Ich brauche es euch nicht zu sagen: Welch legendärer Spaß das war!


“Totes Fleisch, totes Fleisch…” ächzte ein frenetischer Wurstsack mit Gitarre auf den Treppen der Frankfurter Börse. Der Harrach zelebrierte Kundalini-Yoga in Partnerübung mit seinem Fixie-Bike. Weiß gekleidete Menschen dinierten auf dem Vorplatz und wurden zur Sicherheit von der Polizei eingekesselt. Holtrup organisierte noch einen Sechserpack Rotwein aus den Lagern. Thomas D betete zu uns und am Ende gab es T-Shirts umsonst und feuchte Hände.

Hä?!? KarmaKonsum!

Na und dann, ja dann, war da noch dieser Hurricane. Das Hurricane. Das Festival. Jüngere Menschen blieben länger wach und gleich laut. Man stößt im Alter doch an Grenzen. Da helfen Profi-Ohrstöpsel und Velours-Luftmatratzen auch nicht weiter. Sonntags um 10h begannen die Zeltnachbarn mit “Trichtern”, also Bierdosen aus Gartenschläuchen exen. Danach dreschten sie auf herumliegende Müllteile ein, stoisch, ca. zwei Stunden lang. Irgendwann beginnt man mitzulachen.

Die künstlerischen Highlights: Skunk Anansie aus fünf Metern und auf ihren Füßen von Fans gehalten “Weak as I am” schreien sehen. Mit den Beatsteaks und tausend Anderen sich hinhocken, um gemeinsam wieder hochzuspringen. Mit Charlie Winston “The whole world in your hands” halten. Mit Faithless glauben, die Welt kann doch noch “One” werden. Mit Madsen den Abend verbringen und über den bedröhnten Sänger der Strokes einfach nur lachen. Anstrengend, zu teuer, schön.

Colour the streets, unleash the web

I had a fascinating personal “social media moment” today:

I took this photo from the 1st floor of Berlins well-known digital nomad café St. Oberholz. It shows the Rosenthaler Platz, a vivid crossing in the middle of Berlin. Naturally, this place is normally not painted, but plain grey as street asphalt happens to be.

Minutes before, bikers had poured paint from big boxes in front of cars that waited for green lights. So the cars and their wheels, if the driver wanted it or not, became the brush tool for this guerilla public art piece.

I could gather the info that the action had no commercial background but can rather be connected to the movement and idea of “reclaim the city”. Activists taped posters on the lights reading “abwaschbar, biologisch, abbaubar” to ensure that the paint did no real long term harm to the junction. I still think that most of those car drivers will freak out back home seeing their wheels and Karosserie coloured over and over…

UPDATE: Berliner Zeitung reports:

Feuerwehr und BSR mühten sich am Sonntag vergeblich, den Asphalt von den Farbschlieren zu befreien. Zum Ärger der motorisierten Verkehrsteilnehmer, denn die bunten Streifen sehen zwar schön aus, irritieren aber auch beim Fahren.

UPDATE II: Video from just/blogsport and more pics at urbanshit – thanks guys!

UPDATE III: Did I mention that there was a journalist from the Netherlands around?! Photo today in print edition of De Telegraaf

So I shot this pic with my mobile and posted it on Twitpic combined with a Tweet (short message on Twitter). It got me about 30 more than 50 ReTweets (= citations on Twitter) or mentions (@dkomm) so far, which for an A-Web-Opinion-Leader might not sound much, but is for me a personal record. This minute I’m posting, the photo got 760 950 1118 2986 3624 views online.

Think about the “art” and the action what you want to, but I find it highly fascinating how this news spread so quickly and how a well regarded action on street made its way through the web.

(Berliner) Designer

So, das musste ich mal aus meinem Kopf raus schreiben. Eine Liste von Top-Designern, meist aus Berlin, häufig nachhaltig orientiert. Ohne Wertung und bestimmt wieder wen vergessen (meldet euch!). Bitte beauftragen Sie:

www.10hoch16.de

www.schoener-waers.de

www.wurstsack.com

www.benju.net

www.propandesign.de

www.yourneighbours.de

www.everybodyalltogether.com

www.jonasundderwolf.de

www.formdusche.de

www.nomoresleep.net

www.anders-gestalten.de

www.nonstopnerds.com

www.9c0.de

www.andreanienhaus.de