Archiv der Kategorie: Gelungen

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Utopia Konferenz 2010

Utopia, Plattform für strategischen Konsum, lädt zum dritten Mal zur Konferenz nach Berlin. Wie immer warten hochkarätige Gäste und ein netter Austausch mit der nachhaltigen Netzwerkfamilie. Es soll interaktiver werden und man ist umgezogen in die Malzfabrik (vorher: radialsystem).

ZUM PROGRAMM

Menschen, die wir interviewen werden: Renate Künast, Jochen Stay (Pressesprecher .ausgestrahlt) und Andy Hobsbawn (“The Green Thing”). Menschen, die sonst noch toll sind: Hannes Jaehnicke, René Obermann, Harald Welzer (Autor “Das Ende der Welt wie wir sie kannten”). Es lohnt sich – wir sehen uns dort!

Brauchen wir eine Polizei für die Polizei?

Vielen Dank Amnesty International für die klare Ansprache eines Tabuthemas: Totschlag, Misshandlungen und unrechtmäßige Gewaltanwendung durch deutsche Polizisten. Kurz durchatmen… deutsche Polizisten?!

Im Jahr 2009 wurden 2.955 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten
wegen Tötungsdelikten, Gewaltausübung, Zwang oder
Missbrauch des Amtes geführt. Wie diese Ermittlungsverfahren
ausgingen, ist leider nicht statistisch erfasst worden. Ein Blick
auf Berlin zeigt, dass es nur sehr selten zur Anklageerhebung
und noch seltener zu Verurteilungen kommt. Von 1060 in der
Hauptstadt gezählten Anzeigen in den Jahren 2006 bis 2008
führten lediglich 34 zu einer Verurteilung.

Aus zwei Dingen ein sehr wichtiges Thema für mich. Erstens verpassen es Medien abseits des ganz linken Lagers überhaupt mal in die Kritik gegenüber Staatsgewalt zu gehen. Ausnahmen wie der Sonderfall Murat Kurnaz bestätigen da eher die Regel. Wenn wir etwa von Zusammenstößen bei Demos reden, dann hören wir von “143 Verletzten auf Seiten der Polizei”, neulich bei einem Aufmarsch für soziale Gerechtigkeit in Berlin ging es um einen “Bombenanschlag” auf Polizisten, kurzum: Die Frauen und Männer in den dicken Schutzanzügen sind bedroht, sie erwehren sich dem Schwarzen Block und Co., man kann froh sein, wenn die gegen diese Chaoten mit der gebotenen Härte vorgehen. Soweit mein vermutetes Bild von Polizisten in der allgemeinen Wahrnehmung. Die Medaille hat aber eben immer zwei Seiten.

Zweitens freut mich diese offene, gut recherchierte Aufklärung durch Amnesty, da ich selbst nicht eben Zeuge, aber doch Beobachter von Polizeigewalt war. Zunächst beim G8-Gipfel in Heiligendamm: Dort waren, sicherlich auch durch Medien wie den Spiegel, die “GeSas” (Gefangenensammelstellen) etwa ein heikles Thema. Hier wurden Demonstranten ohne Verfahren mehr als 24 Stunden bei Dauerlicht und teils nackt gefangen gehalten. Mit dem Filmprojekt Trouble haben wir seinerzeit versucht, die Gewalt von beiden Seiten offen darzustellen. Dann fühlte ich mich noch an die versuchte Besetzung des Berliner Flughafens Tempelhof erinnert, von der ich seinerzeit für den Freitag berichtet hatte. Auch hier konnte ich aus nächster Nähe beobachten, wie Polizisten mit übertriebener Härte einzelne Aktivisten angriffen, einkesselten und im verdeckten Pulk was auch immer mit den Leuten anstellten. Anwälte berichteten später, das die Leute im Polizeiwagen weiter geprügelt wurden.

Ganz klar: Polizisten stehen gerade bei Massendemos, wo ihnen z.T. offener Hass oder auch nur ein Mittelfinger gezeigt wird, unter extremem Stress. Aber sie sollten hierfür ausgebildet sein. Sie sollten mit schweren Stiefeln, Stöcken, Helmen, Brustpanzern nicht gegen teils Unbeteiligte und vor allem Un-Aggressive vorgehen. Sie sollten sich nicht anonym hinter ihren Visieren verstecken dürfen, was eine gewisse Narrenfreiheit sicher begünstigt. Amnesty hat hier sehr deutliche und konstruktive Forderungen gestellt und ich bitte euch diese zu unterstützen.

Als Jugendliche fast jeden Abend den Mauerpark vor meiner Haustür verwüsteten und Müllberge verbrannten, schritt die Polizei zurecht ein. In einer tumultigen Szene erinnere ich mich jedoch – ungenau wohlgemerkt – an ein Zitat eines Polizisten, an dem ich vorbeiging: “Lauft, wenn ihr könnt”, gefolgt von einem hämischen Lachen. Das sind nicht meine Freunde und Helfer. Das sind beunruhigende Fakten und wir müssen in einem Rechtsstaat besonders die überwachen, die uns bewachen sollten.

Somebody is singing

Mit einem herbeigeholten roten Faden die letzten Tage resümiert:

Charlotte Gainsbourg, die schon mit Beck musizierte und mit Depp spielte, konnte gestern mit Engelszungen nicht gegen den Sound der eigenen Band an. Auch ein zwischenzeitlicher Bassklang, der die Eingeweide kernig durchmassierte, zeugte nicht gerade von der Qualität des Geräuschmeisters in der Volksbühne. Madame G. ist bekanntermaßen ein langbeinig-fragil-attraktives Wesen, zum Publikum bekam sie aber keinen Draht, zu schüchtern and not entertaining at all. Zum Songs runterhören kann man auch die Platte kaufen, was nicht so schlecht wäre, denn die Songs klangen eigentlich super und vielleicht ist darauf auch die Charlotte korrekt eingeregelt.

No more years of hurt
No more need of dreaming
We can dance nobodys dance
We could dance it in France
It’s coming home
Football’s coming home

… lauten doch tatsächlich die letzten Zeilen des Hits “Three lions on the shirt”, den sonst sogar deutsche Fans arglos mitsummen. Das erste WM-Tor Wayne Rooneys muss nun noch mindestens vier Jahre warten, es war die höchste je einer englischen Mannschaft zugefügte WM-Niederlage und 44 Jahre nach Wembley sind wir endlich quitt. Übrigens: Auch bei Einwurf und Freistoß ist die Abseitsregel aufgelöst (erklärte die Süddeutsche). Sollte man ausnutzen gegen Argentinien. Ich brauche es euch nicht zu sagen: Welch legendärer Spaß das war!


“Totes Fleisch, totes Fleisch…” ächzte ein frenetischer Wurstsack mit Gitarre auf den Treppen der Frankfurter Börse. Der Harrach zelebrierte Kundalini-Yoga in Partnerübung mit seinem Fixie-Bike. Weiß gekleidete Menschen dinierten auf dem Vorplatz und wurden zur Sicherheit von der Polizei eingekesselt. Holtrup organisierte noch einen Sechserpack Rotwein aus den Lagern. Thomas D betete zu uns und am Ende gab es T-Shirts umsonst und feuchte Hände.

Hä?!? KarmaKonsum!

Na und dann, ja dann, war da noch dieser Hurricane. Das Hurricane. Das Festival. Jüngere Menschen blieben länger wach und gleich laut. Man stößt im Alter doch an Grenzen. Da helfen Profi-Ohrstöpsel und Velours-Luftmatratzen auch nicht weiter. Sonntags um 10h begannen die Zeltnachbarn mit “Trichtern”, also Bierdosen aus Gartenschläuchen exen. Danach dreschten sie auf herumliegende Müllteile ein, stoisch, ca. zwei Stunden lang. Irgendwann beginnt man mitzulachen.

Die künstlerischen Highlights: Skunk Anansie aus fünf Metern und auf ihren Füßen von Fans gehalten “Weak as I am” schreien sehen. Mit den Beatsteaks und tausend Anderen sich hinhocken, um gemeinsam wieder hochzuspringen. Mit Charlie Winston “The whole world in your hands” halten. Mit Faithless glauben, die Welt kann doch noch “One” werden. Mit Madsen den Abend verbringen und über den bedröhnten Sänger der Strokes einfach nur lachen. Anstrengend, zu teuer, schön.

Colour the streets, unleash the web

I had a fascinating personal “social media moment” today:

I took this photo from the 1st floor of Berlins well-known digital nomad café St. Oberholz. It shows the Rosenthaler Platz, a vivid crossing in the middle of Berlin. Naturally, this place is normally not painted, but plain grey as street asphalt happens to be.

Minutes before, bikers had poured paint from big boxes in front of cars that waited for green lights. So the cars and their wheels, if the driver wanted it or not, became the brush tool for this guerilla public art piece.

I could gather the info that the action had no commercial background but can rather be connected to the movement and idea of “reclaim the city”. Activists taped posters on the lights reading “abwaschbar, biologisch, abbaubar” to ensure that the paint did no real long term harm to the junction. I still think that most of those car drivers will freak out back home seeing their wheels and Karosserie coloured over and over…

UPDATE: Berliner Zeitung reports:

Feuerwehr und BSR mühten sich am Sonntag vergeblich, den Asphalt von den Farbschlieren zu befreien. Zum Ärger der motorisierten Verkehrsteilnehmer, denn die bunten Streifen sehen zwar schön aus, irritieren aber auch beim Fahren.

UPDATE II: Video from just/blogsport and more pics at urbanshit – thanks guys!

UPDATE III: Did I mention that there was a journalist from the Netherlands around?! Photo today in print edition of De Telegraaf

So I shot this pic with my mobile and posted it on Twitpic combined with a Tweet (short message on Twitter). It got me about 30 more than 50 ReTweets (= citations on Twitter) or mentions (@dkomm) so far, which for an A-Web-Opinion-Leader might not sound much, but is for me a personal record. This minute I’m posting, the photo got 760 950 1118 2986 3624 views online.

Think about the “art” and the action what you want to, but I find it highly fascinating how this news spread so quickly and how a well regarded action on street made its way through the web.

(Berliner) Designer

So, das musste ich mal aus meinem Kopf raus schreiben. Eine Liste von Top-Designern, meist aus Berlin, häufig nachhaltig orientiert. Ohne Wertung und bestimmt wieder wen vergessen (meldet euch!). Bitte beauftragen Sie:

www.10hoch16.de

www.schoener-waers.de

www.wurstsack.com

www.benju.net

www.propandesign.de

www.yourneighbours.de

www.everybodyalltogether.com

www.jonasundderwolf.de

www.formdusche.de

www.nomoresleep.net

www.anders-gestalten.de

www.nonstopnerds.com

www.9c0.de

www.andreanienhaus.de

Der Mann, den sie Frisur nannten

Vielen Dank an Carmen für dieses und viele weitere Fotos vom Nest

Sinkende Besucherzahlen auf dem Blog, stagnierende Follower bei Twitter, es ist Zeit, mal wieder was hören zu lassen. Die Zeiten sind besonders. Am 6. Februar werde ich 30 Jahre alt, doch von telefonischen Glückwünschen rate ich ab, denn ich setze mich nach Südafrika ab. Mit Dame im Gepäck habe ich nun kurz vor Toresschluss den Kontinentalsprung geschafft, was einen gewissen Stolz, gehörige Vorfreude und Spannung erzeugt. Zurück lasse ich eine kleine Agentur, die bereits Großes geleistet hat und noch nicht mal ein Jahr alt ist – ich bin stolz auf euch!

So kurz vor 30 werden die Dinge langsam etwas klarer. Ich lese fürchterlich links klingende Bücher und Stück für Stück entsteht ein Bild von einer Welt geprägt von Globalisierung, Klimawandel, struktureller Ungerechtigkeit, politischem Versagen auf breiter Front. Das ist jetzt keine wütende Ansage, sondern lässt sich nachlesen. Ich möchte in diesem Jahr weiter darüber informieren und mich auch engagieren, wenn möglich natürlich per Aufträgen, sodass wir auch unser Unternehmen weiter voran bringen können. Denn, das sei nochmal erwähnt, Nest will am (öko)sozialen Wandel mitgestalten, also für Kunden schaffen & machen, die unsere Welt besser machen. Die zwei häufigsten Fragen dabei: “Was macht ihr eigentlich genau?” dicht gefolgt von “Und womit verdient ihr euer Geld?”. Zu 1): NGOs und nachhaltige Unternehmen beraten, wie sie das Web 2.0 für sich nutzen können. 2010 bewegen wir uns außerdem stärker in Richtung Events & Kampagnen. Zu 2): Genau damit. Es geht. Spaß, Sinn & ein gediegenes Einkommen sind möglich. News!

Es wäre eigentlich an der Zeit für den großen Rückblick, aber dazu fehlt wohl gerade Ruhe und Muße. Kurz gefasst: Ich bin glücklich und dankbar für sehr Vieles und für sehr Viele und werde heute wohl mal ein Buch lesen. Montag, Dienstag geschäftliches abhandeln, am Mittwoch geht es über Düsseldorf und Dubai nach Kapstadt. Da lässt sich nicht meckern. Macht es gut und bis Ende Februar, zurück in shabby-chic Berlin.

Wilde Woche mit Workshop

Eine Woche, drei Events, jetzt glücklich aus dem Bett bloggend.

Jedes einzelne verdient mehr Aufmerksamkeit, als ich es hier jetzt nur kurz anreißen kann/will:

  1. Palomar5 Summit: Nach sechs Wochen Zusammenarbeit präsentierte ein Team von 30 Menschen U30 ihre Ergebnisse zum Thema “Zukunft der Arbeit”. Die Präsentationen hatten Höhen und Tiefen, manche Idee habe ich im Netz schon mal in besser gesehen. Bottom-line: It’s not the future, it’s the friendship, stupid. Man sah eine zusammengewachsene Kreativkommune mit spannenden, intelligenten, überzeugenden Charakteren, nur noch keine Ergebnisse im eigentlichen Sinne. Tolle Gespräche mit den Teilnehmern nach dem offiziellen Ablauf. Fortsetzung folgt hoffentlich. Den Damen und Herren jetzt erstmal angenehme Entspannung nach harter Arbeit am und im Camp!
  2. F*!

  3. Utopia Konferenz: Man hatte sie schon fast wieder vergessen, rumgemeckert am Redesign, von Rausschmissen gehört. Gründerin Claudia Langer legte zu Beginn der Konferenz überraschend alle Karten auf den Tisch und sprach von harten Zeiten. Utopia offline erwies sich mal wieder als wertvoll. Eine tolle Veranstaltung mit spannenden Speakern wie Harald Welzer und Morten Lund (Bild oben), die wir auch interviewen durften. Alte Bekannte und freundliche neue Gesichter getroffen, aber selbst in den verlängerten Pausen kaum Zeit für konzentrierten Austausch. Gefühl der Überinformation setzte schon hier ein, trotz konkreter Roadmap am Ende der Konferenz das Gefühl: Einfach mal machen, einfach mal wieder vor den Rechner klemmen und Aktionen statt Diskussionen. Üppiger Goodiebag. Danke dafür, die nachhaltige (hochklassige) Szene auch in (eigenen) Krisenzeiten zusammen zu bringen.
  4. Re:think the Climate: Unser eigener Workshop unter Anleitung der Kollegen von Ingosu. Mit der Methode des Design Thinking wollten wir der komplexen Klimathematik auf den Pelz rücken. Im ersten Teil (Infos reinziehen) nicht viel Neues, wenn man eingelesen ist. Dann sehr leidenschaftliche Gespräche in meiner Gruppe, tolles Brainstorming. Erst beim Abendessen mitbekommen, das andere Gruppen wohl zäher abliefen. Menschenzoo eben. Selbst rumcatern und denken strengt an. Wünsche mir eine Woche Urlaub, aber es geht Volldampf gen Kopenhagen, für mich von Berlin aus.

Lieblings-Outtake vom Workshop: Die Klu-Klux-Klima-Bürgerwehr…

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Hier noch mehr Bilder.

<a href=”http://www.flickr.com/photos/daniel_dropping/4138996158/&#8221; title=”F*! von daniel_dropping bei Flickr”><img src=”http://farm3.static.flickr.com/2625/4138996158_7ec6edaca7.jpg&#8221; width=”500″ height=”281″ alt=”F*!” /></a>

Betr.: Rettung der Erde

Liebe Mitmenschen,

wir haben ein Problem. Es ist groß und heißt Klimawandel. Für alle, die sich bislang sagten “Ich allein kann doch nix ausrichten” gibt es jetzt keine Ausreden mehr. Sondern:

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Tue Folgendes JETZT:

  • Registrieren und mitmachen
  • Bloggen, Twittern, Newslettern über diese Aktion
  • Netzwerke und engagierte Menschen ansprechen

Warum ist diese Aktion so wichtig?

Erste Folgen der globalen Erwärmung sind bereits in reichen Industrienationen wie Deutschland zu spüren – für die Entwicklungsländer bedeutet der Klimawandel schon heute eine Katastrophe! Dürren, Stürme und Überschwemmungen töten Menschen, zwingen sie zur Flucht und verschärfen ohnehin prekäre Lebensbedingungen. Der auf fossilen Brennstoffen basierende Energiehunger der reichen und aufstrebenden Länder bedroht die Sicherheit von Milliarden.

In 100 Tagen werden wir wissen, ob die Staatenlenker der Welt ihrer Verantwortung für die Menschheit gerecht werden. In 100 Tagen muss beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen ein Abkommen stehen, das ehrgeizig, verbindlich und gerecht dieser ersten globalen Bedrohung begegnet.

Was tun die Klimahelden?

In den kommenden 100 Tagen dürfen wir, die Bürger, keine Zeit verlieren. Mit Mut und Macht müssen wir den Politikern zeigen, das wir beim Klimaschutz auf sie zählen. Dazu ruft Oxfam die Aktion “100 Tage Klimahelden” aus, um gemeinsam den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Klimahelden protestieren, schicken Briefe und Faxe und stellen Politiker in der Öffentlichkeit. Sie erinnern kreativ und engagiert an die dringende Notwendigkeit zum Handeln.

Held/in werden ist ganz einfach: Registrier dich auf www.oxfamklimahelden.de und mach mit!

Dazu auch die Ubercampaign aller großen und kleinen NGOs:

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Kleine Hommage an TV Noir

Im Kreuzberger Edelweiß am Görlitzer Park läuft monatlich eine sehr feine Singer-Songwriter-Show ab, die in der Regel vom lieben Tex moderiert wird. Gestern wurde er vertreten und sang selbst – natürlich toll. Zu Gast waren Glashaus, die im Finale Tex’ “Wehtun” coverten. Meine Handyaufnahme dieses Highlights wird dem echten Sound leider nicht gerecht, aber ich will hier mal ein paar Schmankerl der letzten Shows zur Schau stellen:

Tex himself mit “Haut”:

Der dünne Mann (von Viktoriapark) mit “Komm wir brennen”:

Tele mit “Ein ganzes Land”:

Benny Kreisel, performte dankenswerterweise auch auf dem Twestival, mit “Hello Ego”:

Glashaus, gestern mit neuer Sängerin am Start, und hier nicht bei Tex, sondern im offiziellen Video mit “Wenn das Liebe ist”:

Von Glashaus wird in den kommenden Wochen das neue Album “Neu” erscheinen.

Atomkraftwerke verursachen Krebs, sind unsicher und hinterlassen Müll für Millionen Jahre – CDU abwählen!

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Ich bin ja sonst nicht so, aber motiviert durch die Eindrücke der heutigen Anti-Atom-Demo in Berlin, will ich einfach mal Tacheles bloggen.

Ich bekam dabei ein feines Booklet der Elektrizitätswerke Schönau in die Hand, einem der vier echten, unabhängigen Stromversorger. Es trägt den Namen “100 gute Gründe gegen Atomkraft” und bietet online z.B. einen “Argumentationstrainer” sowie richtig pfiffige Banner (s. rechts unten in der Seitenleiste dieses Blogs).

Überzeugen Sie sich selbst auf: http://100-gute-gruende.de

Dagegen titelte unser aller Volksblatt Bild neulich “Der Irsinn mit dem Atomausstieg” und veröffentlichte “7Wahrheiten” über “unsere” (!) Energie. Dieser Propagandaquatsch der Atomkonzerne wurde vom Klimalügen-Detektor gleich wieder zerlegt. Die Wahrheit ist bekanntlich dehnbar, deswegen seien auch die Medien etwa bei der Vorbereitung auf die Bundestagswahl weise gewählt…

Futter, um gegen den eigenen Vati und in der Clique argumentativ zu bestehen, bieten neben den oben genannten:

Zum Thema Demos: Informieren und hingehen! Zu sehen gibt es viele engagierte Menschen, lustige Plakate, (Live-)Musik und gute Gründe – alles gar nicht so schlimm also. Wir brauchen eine neue Protestkultur und dürfen die Politik nicht den Politikern überlassen!

Ein paar Eindrücke von heute per Handy-Video:

100% erneuerbare Energien für Europa bis 2050

…lautet die Vision des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, des European Climate Forum und Unterstützern wie Germanwatch. Sie wollen ein “SuperSmartGrid” etablieren, eine Mischung aus “Super Grids” – großen Energieströmen etwa durch Solarenergie aus Afrika – und “Smart Grids”, das sind dezentrale, kleinere Energiequellen, unabhängig von den großen Konzernen.

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Zu den Superleitungen zählt auch das Projekt “Desertec“, dass gestützt etwa durch die Münchener Rück mit richtig viel Geld an den mutigen, aber absolut notwendigen Umbau unserer Energieversorgung rangeht.

Ein anderer großer Versicherer, die Allianz Gruppe, unterstützte bereits dropping knowledge, ein Projekt, für das ich rund zwei Jahre gearbeitet habe. Auch die Allianz kümmert sich heute noch stark um das Thema Klimawandel, denn der Sektor scheint den Braten schon gerochen zu haben:

Die Versicherungszahlungen, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen würden, treiben die großen Versicherer in den Bankrott! Vielleicht werden wir da demnächst noch ein kleines Wunder erleben, wenn die Wirtschaft ausnahmsweise für die gute Sache Lobbyarbeit macht…

Um euch die üblichen Flausen – Kosten, Verfügbarkeit, “Versorgungslücke” – aus dem Kopf zu treiben, seht euch bitte direkt bei den Quellen um, die das besser als ich erklären können.

Und hier noch ein neulich entdecktes Filmchen zur Sache:

15 great books on social media (out of 100 found via Twitter)

I’m back from a short holiday at my parents. We walked hills, swam lakes, drank coffee, chatted. Just wonderful. Besides, I read Seth Godin‘s „Tribes – We need you to lead us“ and also a good chunk of „Wikinomics“ by Don Tapscott and Anthony D. Williams.

Easy to guess, both books are in favor of the opportunities Web 2.0 offers us nowadays (low costs of communication, open source, global reach etc.). While Godin takes these as a natural and much more concentrates on leadership and empowering people („tribes“) to follow you – now that one has these opportunities at hand, there’s in fact an obligation to go for your dreams, he says.

Both books are bold, extremely positive („American“) and thus… great. Both remind me that I should push my project the ambassador and implement their findings in our company (rather: network) nest. In the midst of this relaxed environment and inspiration I stumbled upon a tweet about the „100 best books on social media“, so of course I had a glance. From there I picked my 15 favourites with a firm will to really read them in the next couple of months consume a good part of these somewhen. More important: Getting to action after reading ;-)

Here they are (links lead to blog/website of author/s):

Twitter Power, Joel Comm
Groundswell, Charlene Li + Josh Bernoff
The New Rules of Marketing and PR, David Meerman Scott
The Whuffie Factor, Tara Hunt
ProBlogger, Darren Rowse + Chris Garrett
Social Media Marketing, David Evans
Free, Chris Anderson
Smart Mobs, Howard Rheingold
Naked Conversations, Robert Scoble + Shel Israel
The Wisdom of Crowds, James Surowiecki
Linked, Albert-László Barabási
Putting the Public Back in Public Relations, Brian Solis
Buzzmarketing, Mark Hughes
Blogging Heroes, Michael A. Banks (links to free e-book!)
The New Age of Innovation, Prahalad + Krishnan

Seth Godin asks a favor at the end of his book: „Give this copy to someone else“. So I’ll ship the book to whoever comments this article first! Meanwhile, if you own one of the books above, I’d be glad you could lend, donate or sell it to me, just as you wish.

Buzzmarketing

Don Tapscott on “Rebuilding the World”

(gefunden bei Ulrike Reinhard)

“If a hundred years ago your job would´ve been to design the transportation system for the 21st century and I gave you some design principles and the design principles were: It must use as much energy as possible, it must kill as many people as possible, it must use as much physical territory of the planet as possible, it must build obsolecent entities so that you need to replace the vehicles that move you around, say, every three or four years, it must release as much carbon externalities into the air as possible, well, what would you come up with? You would come up with the internal combustion engine automobile and the highway system we have today…”

The new keynote “Rebuilding the World” by Don Tapscott from Sander Duivestein on Vimeo.

Das nest, das Klima, die Lage

Bericht aus der Gründerküche: Mit unserer jüngst gestarteten Agentur nest geht es gut voran. Wir twittern, bloggen und beraten bereits fleißig für unsere ersten Kunden. Sind froh über eine wachsende Partnerschaft mit newthinking. Tanzen auf vielen Hochzeiten und müssen noch in tausend Dingen besser werden, aber haben definitiv einen schwungvollen Start hingelegt. Übergeordnetes Ziel ist Kopenhagen, wo im Dezember das Klima verhandelt wird und damit nicht weniger als die Zukunft des Planeten. Wir werden mit unseren Mitteln versuchen, die vielen guten Klima-Kampagnen per Open-Source-Strategie näher zusammen zu bringen, ohne dabei das Funktionieren unseres eigenen Social Business aus den Augen zu verlieren.

Hm, welch ordentlicher Artikel von mir. Muss am Titel liegen. “Geschäftsführer”. Immer noch komisch, immer noch gut.

Events für Nachhaltige, Sozialdesigner, Digitallebende, Singer/Songwriterhörende und überhaupt irgendwie Interessierte

Holla, der Juni hat es in sich. Ich empfehle inbrünstig folgende Events von Freunden und Kollegen. Bin jeweils auf die ein oder andere Art involviert und z.T. selbst vor Ort:

3. KarmaKonsum Konferenz am 19. und 20. Juni 2009 in Frankfurt

Unter dem Motto „Strategien für LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) und neues Wirtschaften” treffen sich zum dritten Mal Entscheider und Vordenker auf der führenden Businesskonferenz und Networking-Veranstaltung im Wachstumsmarkt Nachhaltigkeit und neogrüner Lifestyle.

Mehr Informationen zu den hochkarätigen Referenten aus Forschung, Wirtschaft und Kultur, die aus unterschiedlichen Perspektiven eine Neudefinition von Wirtschaft im Kontext der Wirtschaftskrise aufzeigen, finden Sie online unter:

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THE WRANGELKIEZ COLLECTION vom 3. bis 7. Juni in Berlin-Kreuzberg

The neighbourhood around the Wrangelstrasse in Kreuzberg is one of the most audacious grounds for creatives in Berlin. A place of cultural diversity on one hand, and severe social problems on the other, known for its vivid nightlife.

During five days, eight international designers will explore the neighborhood for archetypes, resources, and inspiration. Based on their findings about existing crafts and cultural facilities, each will present proposals to catalyze social and trading interaction in the Wrangelkiez – products, graphics or services that improve communication and relations within the community.

The headquarter, an open office in the midst of Wrangelstrasse will „live“ and interact with inhabitants and pedestrians walking by. Together they cross the borders of cultural and social differences and build bridges for future cooperation.

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Dresden Future Space und Digital Life Pitch am 19. Juni in Berlin-Mitte

Die Interaktionen zwischen Unternehmen und Konsumenten verlagern sich immer stärker ins Internet. Wo beide Sphären aufeinander treffen, ergeben sich Potenziale, Chancen, aber auch Probleme. Wie bestimmt die Entwicklung des sozialen Webs die Zukunft von Unternehmen? Beschleunigt das Social Web Veränderungen im Unternehmen? Ändern sich Geschäftsmodelle dadurch radikaler? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der 3. Dresden Future Space, der diesmal zu Gast in Berlin sein wird.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet der 1. DIGITAL LIFE PITCH statt, der gemeinsam von der Eventagentur vogelfrei und der T-Systems Multimedia Solutions veranstaltet wird. Neun ausgewählte Start-ups aus den Bereichen Social Media, Web 2.0, Digital Life, Mobile Content, interaktive Unterhaltungsformate, Blogs, Web TV präsentieren sich dem Publikum, um Mitstreiter zu finden.

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TV Noir Jubiläumsshow am 5. Juni in Berlin-Kreuzberg

TV Noir, die Show der Singer/Songwriter, feiert mit alten Freunden und hervorragenden Talenten: Die Show besteht nun ein Jahr, die 20ste Folge steht an, und das Format wurde soeben unter 1700 Bewerbungen für den Grimme Online Award nominiert. In der ersten Hälfte gilt das bewährte Wohnzimmer-Konzept von TVnoir: Zwei Musiker (Florian Ostertag und John Watts von Fischer-Z) plaudern mit Moderator Tex über ihr Leben und stellen unplugged ihre Songs vor. In der zweiten Hälfte wird es dann laut: Angelika Express, Sven van Thom und Alin Coen spielen in voller Bandlautstärke. Alle drei waren schon Gäste bei TV Noir, bevor sie Lieblingskinder der Mainstream Medien wurden (Sven van Thom: Bundesvision, Alin Coen: Pop Cracks, Angelika Express: ZDF „Heute“, Arte)

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Interesting Berlin am 12. Juni in Berlin, Landsberger Allee

Sprich über eine Herzensangelegenheit oder eine spezielle Leidenschaft. Erzähle uns etwas Ungewöhnliches, Spannendes, oder einfach Verrücktes. Erzähle uns etwas, worüber du schon länger nachdenkst, aber worüber Du vielleicht noch nie mit jemandem gesprochen hast. Oft sind es genau diese Ideen, Gedanken oder Hirngespinste, die auch andere Menschen begeistern und zum Nachdenken anregen. Es ist dir völlig frei, was du erzählst und vor allem, wie du es erzählst. Solange es interessant ist. Gib uns in 5 oder 15 Minuten die Möglichkeit deiner ganz persönlichen Geschichte zu lauschen und an deinen Gedanken teilzuhaben.

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Vom Lernen und Lachen

Achtung, der Name ist etwas lang: „Grameen Creative Lab Klassentreffen“. „Grameen“ nennt sich die Unternehmensfamilie von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus (vorrangig für sein Konzept der Mikrokredite bekannt), das „Creative Lab“ ist eine in Deutschland ansässige Unterabteilung und Denksportgruppe mit tollen Menschen, die am vergangenen Samstag nun eben das Format des „Klassentreffens“ ausprobiert hat. Federführend ist ein gewisser Hans Reitz, „Creative Advisor to Mr. Yunus“, Multi-Entrepreneur, Handshaker von Leuten wie Bill Clinton, Richard Branson und den anderen WEF-Schnittchen, dabei dennoch ein völligst nahbarer Typ und ganzheitlicher Kopf, den man mal gesehen haben sollte.

p1000553Wenn Frau spricht, hört Mann brav zu. Schwarz auf grün wirkt übrigens knackig. Kurze grüne Hose auch.

Nun fand diese Veranstaltung an einer Wiesbadener Hauptschule statt, die von Reitz betreuten Schüler hatten die Orga gestemmt und rockten per Schülerband auch gleich mal einen feinen Auftakt hin. Zwar konnte man in den folgenden 45-minütigen Sessions kaum eine Idee ernsthaft in die Tiefe denken und am Vormittag war´s dann doch ein bisschen zuviel des guten Yunus. Die meisten Gäste waren zumindest basal über das Thema und Grameen informiert und ich wär gern schneller ins „Doing“ gekommen bzw. in die Adaption für die eigenen Projekte. Oben drüber stand jedenfalls Yunus` Konzept des „Social Business“ und plakativ erklärt geht das so: Das soziale Unternehmen zielt auf die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit wirtschaftlichen (effektiven, spendenunabhängigen) Mitteln. Oder so. Also jedenfalls: Welt retten und trotzdem Geld verdienen geht neuerdings in Ordnung. Nun, lest euch halt selbst ein.

p1000552Wenn Frau schmorrt, tut Mann Seltsames.

Den Zauber jedenfalls brachten die Teilnehmer mit, allesamt fähige, pfiffige und dabei entspannte Mitmenschen, die in den meisten Fällen schon ein eigenes Social Business im Gepäck hatten oder das Yunus´sche Paradigma auf ihre Projekte anwenden wollten. Im direkten Vergleich zum taz-Kongress also eine deutlich wirkungsvollere Gemeinde, die sich nicht in der Systemkritik ergeht, sondern lieber selbst Neues in die Welt bringt. Auch in einer gemütlichen Wiesbadener Bar nach der eigentlichen Veranstaltung fanden sich die Teilnehmer fast geschlossen wieder ein, um dem Networking weiter zu fröhnen. Aber eben nicht so fies, wie das auf gängigen Business-Konferenzen abläuft, sondern mit echter Neugier und dem Willen zum Verschenken von Wissen und Kontakten. Am Sonntag ging´s noch zum Frühstück in das von Reitz miterfundene Café „Perfect Day“, wo den gemeinen Berliner zwar die Preise umhauten, aber es gab eben auch top-fairen Dschungelkaffee samt Ingwer-Orange-Bio-Smoothie dafür (ja, soweit isses schon mit mir).

dkomm bedankt sich und sieht Fortsetzungen freudig entgegen ;-)

30 Jahre taz! Die Welt ist immer noch schlecht…

axel-breitSo nah und doch so fern: Von ein paar Straßen weiter schickte der Axel-Springer-Verlag Geburtstagsgrüße ins neue taz-Layout.


Schön war´s, das mal voraus geschickt. Nur einen Hauch älter als ich feierte die taz am vergangenen Wochenende ihren 30. Geburtstag mit einer stattlichen Konferenz und einem neuen Layout. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass sich eine (zwar bekannt linke) “unabhängige” Zeitung derart zu Protest, Wut, NGOs und Aktivisten bekennt. Wörter wie „Neo-Liberalismus“, „Bullen“ und klare Anti-Statements zu Westerwelle und CSU als rote Tücher gehörten hier zum üblichen Jargon und manche Ideen, Ansichten und Kommentare überstiegen dann selbst meine Vorstellungen von einer gerechten Welt (bzw. wie sie realistisch zu erreichen wäre).

apfelfront

Ob der anti-nationale “Pink Rabbit” mit der “Front deutscher Äpfel” gut Freund wird? Szenen der taz Aktivisten-Gala.


Da präsentierte sich z.B. ausgerechnet die Naturfreunde-Jugend Berlin bei der „Aktivisten-Gala“ am ersten Kongressabend mit dem „Pink Rabbit“. Der Plüschhase mischt sich immer dann ein, wenn es um nationale Inszenierungen geht. „Wir wollen keine Werbung für Deutschland. Wir wollen Deutschland nicht“, heißt es im begleitenden Flugblatt. Die Idee ist witzig, sorgt für Aufmerksamkeit, der Zweck – Auflösung der Nationalstaaten – mag angesichts globalisierter Verhältnisse sinnvoll sein. Vorrangig und erreichbar sind meiner Ansicht andere Themen…

welzer

Das Buch habe er gelesen, bei der Anmoderation brachte der taz-Mann (links) die Vita von Harald Welzer allerdings gehörig ins Schwanken.


Der gute, alte Klimawandel etwa. Sozialpsychologe, Kulturforscher und Utopia-Kollege Harald Welzer gab dem Thema neuen Zündstoff und stellte die Thesen seines Buches „Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ vor. Das waren 45 Minuten freie Rede und pure, beängstigende Unterhaltung. „Illusorisch“, nannte Welzer den Zustand der „superreichen“ Staaten wie Deutschland. Während wir unsere luxuriöse Infrastruktur, Ordnungspolitik und weitestgehend gewaltbereinigte Umgebung als gegeben wahrnehmen, löst der von uns befeuerte Klimawandel anderorts und genau jetzt (!) bereits haarstäubende Konflikte aus. Beispiel Darfur: Gen Süden nimmt die Verwüstung zu, die Menschen flüchten vor den Klimafolgen, territoriale Konflikte entstehen, erst dann (!) werden ethnische Gründe hinzugetextet und korrupte Politiker, Waffenschieber und weitere Kriegsgewinnler halten das Ganze am Laufen. Was der Westen in die Atmosphäre bläst, lässt Menschen aus Afrika nach Spanien flüchten. Was tun wir, anstatt an der Wurzel des Problems zu arbeiten (aka Kohlekraftwerke abschalten, E-Autos etablieren, konsequent auf Erneuerbare umzusteigen usw.)?! Wir gründen FRONTEX, den internationalen Zusammenschluss von Grenzwächtern – wir halten unsere Opfer draußen, die nach immer komplizierteren Fluchtwegen suchen und entsprechend häufiger… sterben.

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Agit-Gartenzwerge, Bio-Samen und das Motto einer grünen Generation – Activist-Kit der “Gartenpiraten”.


Dass 80 Prozent der weltweiten Energie nach wie vor aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, dass eine globale Gesellschaft auf einer defintiv endlichen und planetar absolut schädlichen Ressource begründet ist, das nennt Welzer „bizarr“ und ich konnte nur heftig nicken, wenn ich nicht gerade wieder verzweifelt den Kopf schüttelte. Auf seinen Vortrag folgten nicht zum ersten Mal grandios dümmliche, irrelevante oder selbstdarstellerische Kommentare aus dem Publikum (natürlich nicht ausschließlich). Dabei sollte die Diskussion um Themen (Klima, Krise oder Tierschutz?) und Formate (Flashmobs, Online-Petitionen oder old-school Straßendemo?) endlich beendet werden! Sonderbar, wie sich eine ohnehin zu schwache Bewegung gegenseitig im Weg steht und kritisiert. Angesichts der massiven und komplexen Probleme ist die Lage doch so:

Alles ist erlaubt, jeder kreative Weg recht, jedes Talent ist einzubringen. Wenn sich eine Freundin von mir neulich für den sonderbar erscheinenden Schutz der Fledermäuse begeistert – dann los! Wenn Welzer kritisiert wird, was er als Wissenschaftler denn selbst gegen die Zustände unternähme – dann Klappe halten! Und selber aufgrund seiner Erkenntnisse aktiv werden! Notwendig ist eine flächendeckende Re-Politisierung, ein Entkrampfen des Aktivismus hin zur Notwendigkeit und Bürgerpflicht, Rahmenbedingungen und soziale Akzeptanz zu schaffen für solche, die sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden und schlussendlich für ALLE (Banker, Handykids, digitale Bohéme, Nido-Leser, also jeden, den es einen Scheiss interessiert) an der – sagen wir es mal deutlich – Rettung dieser Erde im Großen und Kleinen arbeitet.

twall

Hier und da wurde die Gründerzeit-taz-Klientel mit neuen Medien überfordert und während andere brav am Mikro anstanden, eroberten wir uns zügig die Meinungsführerschaft an der twitterwall.


Da wo alles anfing, zwischen Bundeskanzleramt und dem Haus der Kulturen der Welt, gründeten wir an diesem Wochenende „nest – Ideen-Agentur und Social Media Beratung für ökosoziale Zwecke“. Und hoffen, „der Bewegung“ damit zur Seite zu stehen. Nicht für ein Thema, sondern für alle, die intelligent und effektiv an einer besseren Welt arbeiten. Mit den uns gegebenen Fähigkeiten.

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Auch Andy Bichlbaum von den Yes Men musste sich mit dem ein oder anderen sinnfreien Kommentar der Germans herumschlagen.


Um es mit Welzers Worten zu sagen: Schönen Sonntag noch!

Und: Besten Dank, neue/alte taz.