Ich denke, es gibt Gründe für die Annahme, dass das moderne Zeitalter zu Ende geht. Es gibt heutzutage viele Hinweise darauf, dass wir uns in einem Übergangsstadium befinden, es sieht so aus, als ob etwas auf dem Weg hinaus ist und als ob etwas anderes unter Schmerzen geboren wird. Es ist so, als ob etwas taumelt, schwankt, schwindet und sich selbst erschöpft – während sich etwas anderes, noch Unbestimmtes, langsam beginnt aus den Trümmern zu erheben.

Václav Havel, gefunden im GEA Magazin. Ein weiteres Zeichen für Open State.

Glücklich wie ein Raum ohne Dach!

Oh mann, oh mann, oh mann. Man könnte auch schreiben über Taifune, die mal wieder verwurstete Klimakonferenz in Polen oder miserabel gelaunte, hupende, drängelnde Berliner im Winter. Aber das spielt jetzt mal alles gar keine Rolle mehr. Weil ich bin H-A-P-P-Y durch ein unglaubliches Musikvideo. Es dauert 24 Std. und zeigt tanzende Freaks, die von der Tankstelle bis zum Boxclub durch halb Los Angeles jammen. Ein pures Stück Lebensfreude, das einen bei all dem Scheiss mal wieder an die Menschheit glauben lässt. Halleluja, seht selbst:

Auf http://24hoursofhappy.com/ kann man sich durch den Tag browsen. Meine Tipps: Um 24:12 AM wälzt sich eine sehr sexy Madame über die Tankstelle und 1:32 AM hüpfen zwei völlig ausgetickte Jungs über den Boulevard…

Wie man seinen Kreativfreitag richtig verbringt

1. Mit dem Coach die Sache mit der Familienaufstellung klären, die Übergabe der Geschäftsführung besprechen und eine Chill-mal-Karte ziehen.

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2. Mit anderen Verrückten über das superkrasse Bild und die superkrasse Botschaft auf der neuen Startseite diskutieren.

3. Mit einem alten Weggefährten in Sachen Klima vlt. doch mal gemeinsam was auf die Beine zu stellen in Sachen partizipative Enegergiewende.

4. Mit dem nach wie vor geilsten Co-GF die Übergabe vor seinem Japanurlaub bequatschen, über Buchhaltung und Beziehungen im Allgemeinen.

5. Ein Webinar nach USA zum Thema Holokratie reinziehen.

6. Darüber überhaupt mal wieder einen Blogartikel zu schreiben.

Und 7. und allerwichtigstens: Einzusehen, das man das alles niemals in der vorgesehenen Zeit hinkriegt, das zu akzeptieren und es trotzdem zu tun, irgendwie, und es wird gut sein.

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Der Klimawandel ist 80m tief und 60km2 weit

In der Lausitz verloren in den vergangenen 80 Jahren mehr als 30.000 Menschen ihre Heimat, weil sie einem Tagebau weichen mussten. 136 Orte verschwanden ganz oder teilweise von der Landkarte. (via Klimacamp Lausitz)

Rund um Cottbus, ca. 120km südlich von Berlin, räumt der Energiekonzern Vattenfall Wälder, Seen und Menschen für den Braunkohlebergbau ab. Rund 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr blasen die anliegenden Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe in die Luft – die klimaschädlichste Energieform überhaupt. Ich war gestern auf einer kleinen Exkursion mit Aktivisten vor Ort. Hier ein Video direkt vom riesigen, 60km2 reichenden Tagebaugebiet in Jänschwalde:

Wer die Energiewende will, müsste auch konsequent aus der Kohleverstromung aussteigen. Tatsächlich gibt es kein zweites Land auf der Welt, das mehr Braunkohle fördert und verbrennt als Deutschland! Mehr als 1 Milliarde Tonnen Kohle steht in den bereits aktiven Tagebauen in Brandenburg und Sachsen noch zur Verfügung. Doch ohne Rücksicht auf Klima und Natur will Vattenfall noch weitergraben und die Dinosaurierenergie ins Jahr 2050 retten. Rund 3000 Menschen wären betroffen, wenn allein die laufenden Planverfahren Realität würden.

Die Gemeinde Kerkwitz etwa liegt im geplanten Abbaugebiet, mehrere hundert Menschen müssten den Baggern weichen. Vattenfall kann sich auf ein Bergbaurecht aus der Nazizeit stützen, das die Ressourcen für das Gemeinwohl vor das Recht auf Privateigentum stellt. Wer einer Entschädigung durch den Konzern nicht zustimmt, wird schließlich nach deutschem Recht enteignet.

Dabei ist Energie aus Braunkohle weder künftig notwendig noch gut für das Gemeinwohl. Vor Ort sind die Menschen durch den aufgewirbelten Feinstaub und die Verockerung der Spree gebeutelt, da Sulfat und Eisen aus dem Bergbau ausschwemmen. Um die 80m tiefliegenden Kohleflöze abzugraben muss außerdem ständig das Grundwasser künstlich abgesenkt werden – mehr als 200 Mio. Kubikmeter pro Jahr werden abgepumpt und belasten noch in kilometerweiter Entfernung die Natur.

Hier fahren wir in den Ort Atterwasch ein bis zum See – alles, was im Video zu sehen ist, wäre künftig Abbaugebiet und Kohle-Mondlandschaft:

Obwohl er aus dem kirchlichen Umfeld stammt und die einer der ersten Mitglieder der Grünen Liga Cottbus war mitgegründet hat, steht Brandenburgs Minister Matthias Platzeck (SPD) stramm hinter der Kohle (Platzeck hat inzwischen seinen Rücktritt verkündet). Während Vattenfall auf Werbetafeln “sichere Arbeitsplätze und Energie” propagiert und sich für die zügige Renaturierung lobt, hängen in den Dörfen Protesplakate aus (s.a. mein Fotoalbum auf flickr). Wie schon zu DDR-Zeiten sind die Kirchen Orte des Widerstands:

Mit einem kleinen Team von Klimakämpfern aus Berlin plane ich derzeit eine Aktion gegen diese Zustände. Was lässt sich jetzt schon tun?

  • Vor Ort organisiert u.a. die Grüne Liga den Protest und freut sich über Spenden.
  • Aktivisten vor Ort kämpfen jetzt um Unterschriften gegen neue Tagebaue – hier mitzeichnen: www.kein-weiteres-dorf.de
  • Wer es nicht vor Ort schafft, kann sich mit dieser fantastischen Website von Greenpeace ein Bild machen und durch die Orte zoomen.
  • Die klima-allianz ist als bundesweiter Verbund erste Anlaufstelle und hat erst im April durch eine Studie des DIW nachgewiesen, das neue Tagebaue “unwirtschaftlich, überflüssig und umweltschädlich” sind

Danke Katie für´s Mitkommen sowie Christian, René und Falk für´s Rumführen und Informieren!

Was alles noch zu tun wäre

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Toller Sonnensonntag vor der Haustür, die viel zu dicke REVUE in der Hand. Darin wie immer alles Neue: Maker Movement, Burning Man (immer wieder neu!), “erstarrte Gemeinschaften”, Community ABC. Was man nicht noch alles tun könnte. Ich zum Beispiel:

  • Ein Paar schöne Schuhe kaufen
  • Das Unternehmen umbauen
  • Pflanzen auf den Balkon
  • Fundraisen
  • Mehr lesen
  • Body builden
  • Wieder schreiben
  • Toll präsentieren lernen
  • Eine Expertise entwickeln
  • Umziehen oder umbauen
  • Leute einladen
  • Geschäfte führen
  • Kochen können
  • Universität im Wedding gründen
  • Es allen Recht machen
  • Bilderrahmen kaufen
  • Bücherregal bauen
  • Ca. 50 Notizen auf dem iPhone ansehen
  • Etwas aus den 1.353 Bookmarks machen
  • Einen Schritt nach vorn tun
  • Drei Steuererklärungen nachreichen
  • Vorsorgen
  • Pausieren